Die Schmutzwasserentsorger

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Bernd Sauerland (vorne) beim Überprüfen eines Einsatzfahrzeugs.

Scheeßel - Alarm auf Infield 2: Mitten zwischen den Menschenmassen sei soeben eine Pumpe ausgefallen, erfährt Bernd Sauerland via Handyanruf. Normalerweise werde das Schmutzwasser aus dem Innenring herausgepumpt, erklärt der Betriebsleiter beim Scheeßeler Entsorgungsunternehmen Behrens & Behrens. Nun müsse eines der elf orangeleuchtenden Einsatzfahrzeuge rein – mitten durch die Menge –, damit der Schaden schnell behoben werden könne. „Das ist jetzt leider nicht zu verhindern“, sagt er.

Der 58-Jährige kennt derartige Zwischenfälle schon. Vom ersten Festival an sind er und seine Firma mit der Schmutzwasserentsorgung betraut. Auf Festival-Waschräume und wassergespülte Toiletten haben es die Entsorger abgesehen. „Für die Dixi-Klos ist jemand anderes zuständig“, erzählt er.

Seit 6 Uhr in der Früh ist Sauerland auf den Beinen – wie an allen übrigen Festivaltagen auch. Der in Rahde lebende Familienvater überwacht einen Stab von 44 Mitarbeitern. Aus der Bahn, bekräftigt er, werfe ihn so schnell nichts. Jeweils zu zweit fahren die Behrens & Behrens-Leute fast ununterbrochen über das Gelände – im Schritttempo, klar. „Nur spät in der Nacht, wenn die Allermeisten schlafen, bleibt ein bisschen Zeit zum Durchatmen“, sagt er.

Das größte Pensum haben die Einsatzkräfte heute schon ins Scheeßeler Klärwerk abtransportiert, nach dem morgendlichen Wachschgang der Festivalsisten. Das, so Sauerland, sei immer so. Anders verhalte es sich beim Wetter. „Wenn‘s wärmer wäre, würden die Leute auch mehr trinken – und wir hätten noch eine ganze Menge mehr zu tun“, schmunzelt er. Auch bei Starkregen sei sein Team gefragt – dann nämlich, wenn die Dusche von oben die Parkflächen in Schlammwüsten zu verwandeln droht.

Dass ein Festival wie das Hurricane ohne eine präzise getaktete Schmutzwasserabfuhr im Eiltempo zu mittelalterlichen Verhältnissen führen würde, macht er an einem Zahlenbeispiel deutlich: „Pro Tag produziert hier jeder Besucher rund 100 Liter Abwasser – bei 65 000 Menschen lässt sich schnell ausrechnen, wie viel da zusammenkommt.“ lw

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