Bändchen bereiten Sorge

In der Warteschlange

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Probleme bei der Bändchen-Ausgabe

Scheeßel - Von Lars Warnecke und Ulla Heyne. Autos und schwerbepackte Fußgänger, so weit das Auge reicht: Schon einen Tag vor Beginn von Norddeutschlands größtem Musikfestival haben sich Tausende Fans gestern auf den Weg nach Scheeßel gemacht. Die große Anreisewelle zum Hurricane rollt, verstopfte Zufahrtsstraßen inklusive. Die Polizei sprach am Abend von einer Anreisewelle ohne nennenswerte Probleme

Das Festival ist eine Veranstaltung im XXL-Format – das wird schon deutlich, lange bevor die erste der rund 100 Bands heute Nachmittag ihre Songs vor großem Publikum spielt. Geduld und Ausdauer – sie waren schon gestern von den Fans gefordert, als sich eine Blechlawine über die Straßen in Richtung Eichenring schob.

Gründe für das Stocken gab es gleich mehrere. Zum einen sind es immerhin rund 65 000 Menschen, die zum Eichenring pilgern. Das sorgt allein schon für Stau. Zum anderen hatte die Polizei in Sottrum, Hetzwege und Sittensen Position bezogen. Weniger, um es den Musikfans gleich zu tun, mehr, um Fahrzeuge und Insassen nach Drogen, Waffen sowie anderen verbotenen oder gefährlichen Dingen zu untersuchen.

Bereits am Morgen hatten die ersten Besucher die Anfahrt in Angriff genommen, ihr Revier abgesteckt und die Zelte aufgeschlagen. Wenige Stunden später gab’s dann auch schon die ersten Schauer – viele Wege verwandelten sich zeitweise in rutschige Schlammflächen. Den geplanten Ablauf habe das allerdings nicht gestört, erklärten die Organisatoren. Auch die Fans nahmen es gelassen, viele waren gleich in Gummistiefeln und wasserabweisenden Jacken angereist.

Reger Trubel herrschte auch an der Drehscheibe Bahnhof: Deutlich mehr Besucher als in den Vorjahren hatten sich für die Anreise mit dem Metronom entschieden, der im Stundentakt an den Scheeßeler Bahnsteigen einrollte. Sichtlich abgekämpft, aber fröhlich grölten die Bahnfahrer den legendären Festivalschlachtruf „Heeeelgaaaa!“, bevor es auffallend gesittet in Richtung der Zeltplätze ging.

Bändchenpanne beim Hurricane

In der Regel bleibt auch der Anreisetag nicht von Zwischenfällen verschont. Diese, meldete die Polizei, hätten sich dieses Mal jedoch nur auf einen kleinen Unfall mit Blechschaden beschränkt. Auch für die Scheeßeler Gemeindefeuerwehr, die schon am Mittwoch ihr Rettungscamp auf dem Eichenring aufgeschlagen hatte, geriet das gestrige Einsatzgeschehen überschaubar. Bis zum Abend mussten die Kameraden lediglich zu einer Ölspur am Kreisel in Höhe des Feuerwehrhauses ausrücken.

Zeltaufbau beim Hurricane Festival

Größere Schwierigkeiten als die Anreise bereitete der Tausch der Tickets gegen die erstmalig mit RTFI-Chips zum bargeldlosen Bezahlen ausgerüsteten Festival-Bändchen. Statt um 14.30 Uhr wurden diese in größerem Stil erst rund drei Stunden später ausgegeben. Wurde als Grund zunächst ein Problem mit den Ticketscannern genannt, hieß es später, Serverprobleme seien die Ursache gewesen. Trotz der langen Wartezeiten und ebenso langen Schlangen nahmen die Festivalbesucher die Verzögerung relativ gelassen hin. Ihr Unmut äußerte sich in einzelnen an die Organisatoren gerichteten Zwischenrufe: „Ihr seid peinlich!“ In der Zwischenzeit wurden die Besucher auf die Campingplätze gelassen, sodass diese sich eher als in den Vorjahren füllten.

Hurricane 2015: Anreisewelle rollt

Erstmals nach 18 Jahren Festivalgeschichte startete auf dem Gelände bereits am Abend ein offizielles Vorprogramm. Die letzten Stunden bis zur Eröffnung läuteten auf der „White-Stage“ illustre Acts wie Alle Farben und Eljot Quent ein.

Von nun an gilt für die meisten – bis einschließlich der Nacht von Sonntag auf Montag – nur ein einziges Motto: Feiern, Musik und gute Laune. Aus unzähligen Musikboxen dröhnen die Songs der jeweiligen Lieblingsbands. Ein Steak nach dem anderen wandert auf den Grill, und auch die altbewährte Dosensuppe wurde gleich mehrfach gesichtet.

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