Das Pferd nimmt den Menschen die Hemmschwelle

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Vom Hof des Scheeßeler Reitvereins aus geht es für Melanie Schulz und Martin Koopmann los zum Festival.

Scheeßel - Ein Wiehern und Schnauben begrüßt jeden, der auf den Hof des Reitvereins Scheeßel kommt. Am vergangenen Wochenende noch etwas mehr als normalerweise. Die Reiterstaffel aus Hannover war mit zehn Pferden und Reitern da, um auf dem Hurricane für Recht und Ordnung zu sorgen.  

Martin Koopmann auf Argon und Melanie Schulz auf Camelot waren zwei von ihnen. Für alle Tierfreunde gleich vorweg: Gefährlich wird es für die Pferde dabei nicht.

Auf den Vierbeinern geht es für Koopmann und Schulz über das Gelände der Campingplätze. Der Lärm durch die Livemusik und die gröllenden Fans sei für die Pferde dabei kein Problem. „Das ist für das Tier nicht ungewöhnlich. Wir trainieren es ja speziell auf diese Einsätze“, erzählt der Polizeihauptkommissar. Ein Problem könnten nur Glasscherben sein. Da achtet der Polizist aber ganz genau, wo er langreitet und hat die Gesundheit seines Argon stets im Blick. Um 10 Uhr morgens geht es für ihn und die Kollegen auf den Weg zum Festivalgelände. In der Regel ist der Einsatz um 22.30 vorbei. „Ich hab aber auf einem der zehn Festivals, die ich mitgemacht habe, auch schon einmal bis etwa 2.30 Uhr in der Nacht gearbeitet“, so der Hannoveraner.

Die Hauptaufgabe der Reiterstaffel beim Festival ist die Hilfestellung. „Es ist wichtig, dass wir für die Besucher ansprechbar sind. Das kann sein, dass sie bei uns einen Diebstahl melden, aber es kann auch mal sein, dass sie uns einfach nach dem Weg fragen“, berichtet Koopmann und gibt zu, dass ein großer Bestandteil der Arbeit Service ist. „Das Tier nimmt den Menschen die Hemmschwelle uns anzusprechen“, erklärt der Polizeihauptkommissar. Aber auch bei begangenen Straftaten greifen die berittenen Beamten ein. Dabei spielt die hohe Position, in der die Polizisten sitzen, ihnen bei der Verfolgung der Täter in die Karten. „Zum einen werden wir dadurch viel besser wahrgenommen, als Kollegen die zu Fuß unterwegs sind. Außerdem können wir viel weiter gucken und haben einen besseren Überblick, um zu sehen wo die Täter sich aufhalten.

Wichtig bei der Arbeit mit den Tieren ist, dass der Reiter immer der Chef ist, erklärt Koopmann. „Pferde sind Herdentiere, da gibt es auch immer einen Chef und in der Beziehung Mensch-Tier ist es eben der Reiter.“ Die Beamten sind bei den Kontrollen auch immer zu zweit unterwegs. „Meist ist dabei ein jüngerer Kollege, der noch nicht so oft bei einem Festival im Einsatz war, mit einem erfahreneren unterwegs“, erklärt Koopmann. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass Melanie Schulz, die zum ersten Mal als berittene Kraft auf dem Gelände unterwegs ist, an der Seite des Polizeihauptkommissars unterwegs ist.

Das Festival spielt für den 49-Jährigen übrigens keine Rolle. „Das ist für mich eher zweitrangig.“ jet

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