Sam McTrusty im Interview

"Voll mit Adrenalin"

+
Sam McTrusty (l.) im Selfie mit Interviewer Pascal Faltermann. 

Scheeßel - Diese Band ist geteilt: Zwei Fans der Glasgow Rangers und zwei von Celic Glasgow. Geht das gut? Scheinbar ja. Sogar richtig gut. Denn genau das trifft auf die Gruppe Twin Atlantic aus Schottland zu. Sänger Sam McTrusty ist Anhänger der Rangers und spricht während des Hurricane-Festivals mit uns.

Am Freitag haben Sie beim Southside gespielt, Samstag in Scheeßel. Wie war die Reise? 

Sam McTrusty: Das war eine Zehn-Stunden-Tour. Aber im Bus konnten wir ja schlafen.

Apropos Bus. Sie sollen viele Songtexte nachts auf dem letzten Sitz im Tourbus geschrieben haben. Ist das inspirierend für Sie? 

McTrusty: Nach dem letzten Album waren wir viel unterwegs und nach dem Spielen von Shows war ich so voll mit Adrenalin, dass ich nicht schlafen konnte. Nach einem Konzert mit 1000 bis 2000 Zuschauern, konnte ich nicht schlafen. Alle anderen haben sich dann nachts im Bus hingelegt und ich habe mich nach hinten verkrochen und mit meiner Gitarre gespielt. Dabei habe ich dann Texte geschrieben.

Also steht bei ihnen beim Songwriting die Melodie vor dem Text eines Songs? 

McTrusty: Ja, auf jeden Fall kommt die Musik, die Gitarrenakkorde zuerst. Dann singe ich zuerst nur in meinen Kopf dazu und dann kommen die Worte.

Sie haben einen Punkrock-Background. Wieviel Punkrock steckt noch in Ihrer Musik? 

McTrusty: Viel. Ich denke sehr viel. Als ich aufgewachsen bin, habe ich viel Punk gehört. Als Teenager gehörte eben amerikanischer Pop-Punk bei mir dazu. Es gab da aber auch die Pixies.

Die neuen Songs "Fall into the Party" oder "Heart And Soul" klingen nach amerikanischen College-Punk von Bands wie Sum41 oder Blink182. Richtig? 

McTrusty: Ja, ja. Richtig. Das waren für mich Gründe, warum ich Gitarre spielen wollte. Ich habe geskatet, Streetart gemacht und diese Musik gehört. Das ist mein Fundament aus der Jugend. Wenn ich jetzt Gitarre spiele, gehe ich damit auch zurück in meine Vergangenheit.

The Single "Heart and Soul" ist auf Platz 17 in den UK Charts und auf Platz 1 der UK Rock Charts. Haben Sie das erwartet? 

McTrusty: Nein. Auf keinen Fall. Unser letztes Album war überhaupt nicht in den UK Charts, wir kommen ja auch aus Schottland. Und das hat uns schon überrascht.

Vielleicht steigt Ihre Musik nach den Festivals in Deutschland in die Charts ein. 

McTrusty: Das wäre sehr cool.

"Great Divide" erscheint im August über Red Bull Records. Wie kommen Sie denn zu einem Label eines Energy-Drink-Herstellers? 

McTrusty: Das war 2009 haben wir eine Show in London gespielt. Im November und es war richtig, richtig kalt. Und darum haben wir richtig kraftvoll und energiegeladen gespielt. Wir wussten nicht, dass jemand von Red Bull da war und sie waren richtig begeistert, weil wir verrückt waren. Sie waren interessiert und wir hatten kein anderes Label. Jetzt muss ich sagen, dass es alles sehr cool ist.

Können Sie Ihr neues Album in ein paar Worten beschreiben? 

McTrusty: Verschieden. Fröhlich. Im Vergleich zum letzten Album haben wir mehr ausprobiert. Da waren wir jünger, jetzt hatten wir mehr Erfahrung und haben bessere Songs geschrieben.

Bei einem Festival schaut man sich doch auch immer andere Bands an. Was haben Sie gesehen? 

McTrusty: The 1975 und die Pixies. Die hatte ich vorher nie live gesehen. Tom Odell ist wirklich gut. Und ich habe kurz bei The Dillinger Escape zugeschaut.

Selah Sue, Lykke Li, Lily Allen und mehr

Hurricane-Festival: Bands von Casper, Fucked up bis The Sounds

Mögen Sie deutsche Bands? 

McTrusty: Ja, die Donots. Wir habe mit ihnen bei der Gamescom in Köln gespielt. Sehr, sehr coole und nette Jungs.

Und wie ist das mit der Fußballrivalität in der Band? 

McTrusty: Ohh. Eigentlich ist es schwierig, aber bei wir sehen das nicht so eng. Wir ärgern uns machmal aus Spaß.

Hurricane-Festival: Skindred bis Fünf Sterne Deluxe 

Das könnte Sie auch interessieren

Das machen Kinderzahnärzte anders

Das machen Kinderzahnärzte anders

Zahl der Asylsuchenden weiter zurückgegangen

Zahl der Asylsuchenden weiter zurückgegangen

Diese Luxus-Staatskarossen können auch Sie sich leisten

Diese Luxus-Staatskarossen können auch Sie sich leisten

Berliner Modewoche startet mit grünen Männern

Berliner Modewoche startet mit grünen Männern

Meistgelesene Artikel

Kommentare