Neues Hurricane-Resort

Zelten mit Zimmerservice

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Wie im Hotel: Wer das Gelände betritt, kommt an der Rezeption nicht vorbei.

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Der Hering will im matschigen Boden nicht halten, und wo ist eigentlich die Mittelstange hin? Camping auf dem Hurricane-Festival kann Nerven kosten. Von heftigen Regengüssen, zugemüllten Zeltplätzen, klammen Schlafsäcken und langen Wegen zu den Bühnen ganz zu schweigen.

Für alle Besucher, die es bequemer wollen, gibt es in diesem Sommer mit dem sogenannten Hurricane-Resort die Luxus-Campingvariante. Die hat zwar ihren Preis, bietet aber jeden erdenklichen Komfort, wie Ina Kahle vom Veranstalter FKP Scorpio im Kreiszeitungs-Gespräch erklärt.

Frau Kahle, wie „in“ ist man eigentlich heutzutage, wenn man sich als Festivalbesucher in so einem Resort einquartiert?

Ina Kahle:Es geht nicht um das „in“ sein, sondern um eine weitere Plattform, die wir unseren Besuchern bieten. Manche wollen Grüner Wohnen, manche gönnen sich die Anreise im Wohnmobil, und nun bieten wir auch eine Möglichkeit, sich das Camping etwas luxuriöser zu gestalten – komfortabler und wahrscheinlich auch stressfreier.

Aber das hat seinen Preis. Für vier Übernachtungen nehmen Sie zwischen 199 und 349 Euro – inklusive des Eintritts für alle drei Festivaltage. Was kann der Gast dafür besonderes erwarten?

Kahle:Auch innerhalb des Resorts kann man sein eigenes Festivalerlebnis so gestalten wie man will. So gibt es die Möglichkeit, sich sein eigenes Zelt aufzubauen mit mehr Platz für Campingutensilien. Oder, wenn man es noch komfortabler will, mietet man sich ein Hurricane-Zelt oder gar eine Festivalhütte dazu – man bekommt an der Rezeption einen Schlüssel und kann die Unterkünfte mit echten Betten sofort beziehen. Das Auto parkt man nahe am Resort auf einem fürs Resort reservierten Platz, oder man reist umweltfreundlich mit dem Metronom zum Festival. Die Hauptwege auf dem Platz sind schön beleuchtet und befestigt – an der Rezeption bekommt man 24 Stunden pro Tag Auskünfte, Frühstück, einen Handyladeservice und vieles mehr.

Aber das echte Festival-Gefühl stellt sich bei den Resort-Gästen doch so sicher nicht ein, oder?

Kahle:Wer kann wohl das „echte Festival-Gefühl“ definieren. Für jeden ist das anders – man muss nur einen Blick auf die Kommentare zu diesem Thema auf Facebook werfen. Das Festival-Gefühl sollte man nicht definieren – es ist für jeden unterschiedlich.

Wer übernachtet im Resort?

Kahle:Bis jetzt sehen wir die unterschiedlichsten Personen, die sich für das Resort interessieren. Es gibt Pärchen, die das Festival zum Anlass nehmen, etwas zu feiern. Es gibt ein paar Gruppen die sich mehrere Hütten gebucht haben, weil sie zusammen sein wollen und sich mit der Gruppe den Komfort gönnen. Es gibt aber auch Leute, die den Weg vom Auto zum Zelt so kurz wie möglich haben wollen.

In England hat sich mit dem Luxus-Camping ja schon seit einiger Zeit ein eigener Markt für Festival-Besucher mit entsprechendem Geldbeutel entwickelt. Glastonbury ist so ein Beispiel. Hierzulande tun sich die Besucher aber noch immer ein bisschen schwer damit ...

Kahle:Hierzulande tun sich nicht nur die Besucher schwer. Es gab bisher auch noch kein Angebot für diejenigen, denen ein Wochenende auf einem Campingplatz im Ausnahmezustand einfach zu viel ist. Mit dem Grüner-Wohnen-Campingplatz sind wir vor drei Jahren in eine richtige Richtung gegangen und haben gemerkt, dass diese Plattform großen Anklang findet. Mit dem Hurricane-Resort bieten wir jetzt eine andere Alternative zum Camping. Bis jetzt ist die Resonanz ganz gut und womöglich müssen wir irgendwann auch hier das Ausverkauft melden. Vielleicht sind wir dann nicht die ersten mit diesem Ansatz – aber gute Ideen fruchten nun mal, weil sie gut sind.

Folgende Assoziationen hat man, wenn man an Festival-Camping denkt. Bitte sagen Sie, wie es damit bei Ihnen steht. Festival-Klassiker Nummer eins: Man kommt von einem Konzert zurück, das Zelt ist offen und alle Sachen weg.

Kahle:Trotz großer Mengen an Sicherheitskräften und Polizei vor Ort ist es leider schlecht möglich, Zelte effektiv vor Einbrüchen zu schützen. Wir weisen immer darauf hin, dass keine Wertgegenstände im Zelt zurückgelassen werden sollten und bieten auch Möglichkeiten, Wertgegenstände auf dem Campinggelände sicher wegzuschließen. Wir haben in enger Zusammenarbeit mit der Polizei auf den Campingplätzen unseren Fokus auf Diebe und in den letzten Jahren auch schon Erfolge erzielt. Das wichtigste Tool dabei bleibt aber weiterhin die Hilfe von den Besuchern untereinander, was darum auch von uns jedes mal wieder angesprochen wird.

Festival-Klassiker Nummer zwei: Man versucht zu schlafen, aber irgendein Betrunkener fällt über die Zeltschnüre und reißt das Zelt um.

Kahle:Was soll ich dazu sagen? Passiert sicherlich. Wir gehen davon aus, dass es im Resort weniger passiert, dank der befestigten, beleuchteten Wege. Wissen tun wir es erst nach dem Festival.

Festival-Klassiker drei: Der Betrunkene fängt nun auch noch an, zu randalieren.

Kahle:Die Launen von betrunkenen Besuchern, die nachts Zelte umlaufen, sind schwer einzuschätzen. Das jeder im Resort durch die Rezeption kommt, bevor er auf den Platz gehen kann, könnte dabei helfen, mögliche Randalierer einfacher zu identifizieren und gegebenenfalls beruhigend auf sie einzuwirken.

http://www.hurricane.de

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