Sarah und Thomas aus Celle stürmen als erste das Hurricane

Vorne anstehen für „I Heard Sharks“

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Geschafft: Thomas und Sarah sind die ersten Festivalbesucher auf dem Infield.

Scheeßel - Freitagnachmittag, 13 Uhr. Seit zwei Stunden stehen sich Sarah (17) und Thomas (19) an einem der drei Einlässe zum Infield die Füße platt. Ihr ehrgeiziges Ziel: Zu den ersten auf dem Gelände zu gehören.

Die Fans müssen zunächst Leibesvisiten über sich ergehen lassen.

Die Konkurrenz ist groß, immerhin haben hunderte andere Festivalbesucher offensichtlich die gleiche Absicht. Während sich die meisten noch auf den Campingplätzen aufhalten, steht die erste Vorhut schon dicht gedrängt vor dem Absperrband. Sarah, im Drachenkostüm, und ihr Freund Thomas, Cro-mäßig als Panda verkleidet, sind mit dem Zug aus Celle angereist. Seit Donnerstag weilen sie schon am Eichenring, viel Schlaf haben sie in ihrem Zelt während der ersten Nacht nicht bekommen – und das, obwohl das junge Paar aus Celle an Schlafbrille und Ohropax gedacht hat. „Um vier Uhr morgens haben unsere Nachbarn dermaßen laut die Musik aufgedreht, da war weiterpennen für uns einfach nicht mehr drin“, meint Panda-Thomas. Er war schon im vergangenen Jahr beim Hurricane – als einer von insgesamt 600 Lotsen. Diesmal, sagt er, sei er vor allem wegen der Deutsch-britischen Indietronica-Band „I Heard Sharks“ da. „Die spielen schon gleich auf der White-Stage, deshalb stehen wir ja auch schon hier so früh an.“

Hurricane-Festival: Die Tore zum Gelände sind geöffnet

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Auf dem Campingplatz am Freitag

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Ihre Anreise werden die beiden wohl nicht so schnell vergessen, verlief sie doch alles andere als rund. „Im Zug ist uns im Getümmel der Beutel mit unserem Zelt abhanden gekommen“, sagt Drachen-Sarah. Ganze fünf Stunden hätten sie auf dem Campingplatz nach Ersatz Ausschau gehalten. „Keiner hatte aber mehr eine Unterkunft für uns über.“ Die Lösung des Problems fanden die Zwei dann im Festival-Lidlmarkt. „Die verkaufen auch Zelte für 26 Euro, das ist schon ein Wucherpreis“, macht Thomas seinem Ärger Luft.

Hurricane Festival: Die Anreise ist in vollem Gange

13.30 Uhr: Die Ordner stehen noch entspannt am Rande der Einlassgitter. Die Jungs von Durango Panda, die erste Band, die heute auf der Green Stage spielt, ist für den Soundcheck auf die Bühne gekommen. Es liegt ein Knistern in der Luft - alle Beteiligten, vom Gastronomie-Stand bis hin zum mobilen Piercing-Studio, sind auf den Ansturm vorbereitet. Noch eine dreiviertel Stunde, dann soll geöffnet werden. Festival-Leiter Jasper Barendregt fährt mit dem Fahrrad nochmals alle Einlässe ab. „Alles ist bisher so gelaufen, wie es laufen sollte“, sagt der FKP-Scorpio-Mann sichtlich zufrieden.

14.20 Uhr: Zehn Minuten vor dem angekündigten Opening werden die Absperrbänder gekappt. Die Security-Leute beziehen Stellung. Die Sonne scheint. Jetzt müssen die Fans nur noch die Leibes- und Taschenvisiten von den mehr als 60 Kontrolleuren über sich ergehen lassen. Im Sekundentakt stürmt ein Besucher nach dem anderen das Gelände. Ganz vorne weg: Sarah und Thomas. Kurz haben sie sich aus den Augen verloren. Aber nur kurz. Bevor es zum ersten Konzert geht, ist ihr Ziel zunächst ein Fanshop. „Schau mal Schatz, die haben auch „I Heard Sharks“-Pullover“, ruft der Panda-Mann seiner Drachen-Frau zu. „Bist Du wahnsinnig? Da kostet einer 50 Euro!“, erwidert Sarah. Thomas greift trotzdem zu. Es ist eben Hurricane, und da spielen Preise für Getränke, Pullis und Brezeln irgendwann sowieso keine Rolle mehr. lw

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