Hurricane Festival

Alles vollkommen ruhig - außer vor den Bühnen

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Alles vollkommen ruhig –außer vor den Bühnen beim Hurricane Festival

Scheeßel - Von Michael Krüger und Lars Warneke. Seltsam fand es Polizeisprecher Heiner van der Werp gestern Abend. Alles liefe so rund, so „entspannt wie selten zuvor“. Und auch Festival-Chef Folkert Koopmans freute sich bei einem Abstecher nach Scheeßel: „Alles gut.“ Ein Auftakt nach Maß für die 70 000 Besucher am Eichenring. Beste Voraussetzungen für zwei weitere Tage Party.

Die ersten 30 Bands haben den Eichenring warmgerockt. Der Wind blies dabei, man kennt es eigentlich seit 1997, ganz dem Festivalnamen getreu den Besuchern kräftig um die Nase. Ein wenig kühler als gewöhnlich dabei, aber auch trockener.

Als mit The Subways, Apologies, I Have Done und Chvrches am frühen Abend die ersten namhaften Bands die Bühnen betraten, wurde es voll. Keine Frage, selbst Hip-Hopper wie Macklemore & Ryna Lewis oder House-DJ Duke Dumont machen an Tag eins des Mega-Festivals einen guten Job und fanden auch bei einem Festival, das sich größtenteils mit Rock'n'Roll-Bands schmückt, genügend Fans.

Je später der Abend wurde, desto mehr füllten sich die Areale vor der Hauptbühne und den anderen Stages. Elbow verdeutlichten dabei auch hierzulande mal wieder, warum sie in ihrer Heimat England längst ganz oben auf dem Zeitplan stehen: ganz großer Gitarren-Pop ohne Allüren. Bewegend. Naturgemäß konnten Arcade Fire, die gestrigen Headliner, alle Dimensionen an Publikum noch toppen. Die von der Musikfachwelt derzeit als „größte Indierockband“ gefeierten Kanadier lieferten eine knalligbunte, exzentrische Super-Show ab.

Gleich nebenan auf der Blue-Stage trat das – überwiegend junge und weibliche – Publikum beim deutsch-amerikanischen Rapper Casper das Gaspedal durch. Ach ja, und dann waren da noch Bad Religion. Die US-Punkrockveteranen ließen kräftig Dampf ab und bewiesen, dass sie auch im Jahr 34 nach Gründung nichts von ihrer Energie eingebüßt haben. Und wer immer noch nicht genug hatte, der konnte sich in der Nacht von den Metalcore-Superhelden Bring Me The Horizon die Gehörgänge durchpflügen lassen.

Abseits der Bühne bilanzierten die Einsatzkräfte das überaus angenehm ruhige Geschehen, so van der Werp. Durch den Feiertag in einigen Bundesländern und ein verändertes Verkehrskonzept sei die Anreise der Fans weitgehend problemlos verlaufen, gestern gegen 20 Uhr seien bereits 65 000 Fans in Scheeßel gewesen. Wenn die Polizei eingreifen musste, dann zumeist bei kleineren Diebstählen. Autoaufbrüche, Diebstähle aus Zelten – „das Übliche“, so van der Werp. Begehrtestes Ziel für die Taschendiebe seien mittlerweile Smartphones. Und die finden sich nahezu in jeder Hosentasche. Eine Festnahme gab es direkt auf dem Gelände, acht „alte Bekannte“ seien schon in Sottrum bei der Großkontrolle aus dem Verkehr gezogen und mit Platzverweisen ausgestattet worden: Festival-Verbot für die Banditen. Dazu kamen gestern noch acht Blutentnahmen bei Fahrern unter Alkohol oder Drogen.

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Doch entscheidend ist vor der Bühne: Und dort sorgen heute Kraftklub, Dropkick Murphys, Volbeat, Interpol und Bosse als größte Namen sicherlich wieder für Gedränge. Zum Abschluss des Festivals 2014 treten morgen Abend Seeed auf.

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