Gestern groß angelegte Kontrolle zur Hurricane-Anreise an der B75 in Sottrum

Der Polizei gehen sieben Festivalbesucher ins Netz

+
An Oberkommissar Jürgen Pavone mussten gestern hunderte Fahrzeuge, die über die B75 zum Hurricane wollten, vorbei.

Sottrum/Scheessel - Von Lars Warnecke. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Das ist seit sechs Jahren das Motto der Polizei, wenn es um die Anreise zum Hurricane-Festival geht. An der B75, einem der Hauptzufahrtswege, waren daher gestern rund 40 Beamte vom Bremer Zoll und von der Polizei im Einsatz, um Fahrzeuge und deren Insassen zu überprüfen.

Der Kontrollposten auf der Straße winkt einen alten BMW-Kleinbus mit Anhänger auf den Parkplatz. Darin sitzen vier junge Männer und eine Frau. Der Fahrer trägt nur Shorts und einen Strohhut. Ein auf Drogen spezialisierter Polizeibeamte lässt den jungen Mann aussteigen, bittet ihn zum Reaktionstest. Ganz gerade muss er sich hinstellen, beide Arme vor dem Körper ausgestreckt, und dann die Augen schließen. So soll er 30 Sekunden stehen bleiben. Außerdem schaut der Beamte ihm in die Augen. „Eine verlangsamte Pupillenreaktion deutet auf Drogenkonsum hin“, sagt Hauptkommissar Marcel Mehnen von der Polizeidirektion Lüneburg. Der junge Mann muss zum Urintest. Nach kurzer Zeit steht fest: Der Fahrer hat Drogen konsumiert. Jetzt geht es für ihn zum Bluttest beim Arzt, der ebenfalls vor Ort ist. „Dieser wird die genaue Drogenmenge im Blut bestimmen, erst danach wird entschieden, ob es ein Verfahren gibt“, erklärt Mehnen.

Im Fokus der gestrigen Inspektionen – neben der Kontrollstelle in Sottrum hatten sich den halben Tag über ebenfalls Einsatzkräfte auf dem Aldi-Parkplatz in Sittensen und an der L130 in Hetzwege postiert, standen neben Drogen und anderen verbotenen Substanzen auch die Suche nach gefährlichen Gegenständen sowie die allgemeine Verkehssicherheit der Fahrzeuge.

An anderer Stelle muss gerade ein komplettes Auto ausgeräumt werden. Entspannt lassen Katy, Mareike und Wiebke die Kontrolle über sich ergehen. Dabei kommt auch einer der sechs Spürhunde zum Einsatz. Binnen weniger Sekunden hat der Vierbeiner das Fahrzeuginnere sowie das Gepäck abzuschnuppern – ohne Ergebnis. „Das war nicht meine erste Kontrolle“, sagt Fahrerin Katy. Sie habe damit kein Problem. „So etwas dient ja auch der eigenen Sicherheit“, nimmt die 19-jährige Oldenburgerin die Zwangspause gelassen.

„In den vergangenen Jahren stellen wir fest, dass immer weniger Fans Drogen dabei haben oder unter Drogen fahren“, sagt Polizeisprecher Heiner van der Werp. Die Festivalbesucher wüssten inzwischen, dass Polizei und Zoll an dieser Stelle kontrollieren. „Uns geht es ja aber nicht nur darum, die Leute zu erwischen, wir legen Wert auf Prävention.“

Weiter fahren darf der junge Mann mit Strohhut übrigens heute nicht mehr. Sein Bluttest fiel positiv aus. Er steht unter Cannabis-Einfluss. Einer seiner Mitfahrer muss nun das Steuer übernehmen. Auch bei im machen die Beamten einen Schnelltest – sicher ist sicher. Der ist aber negativ.

Bis zum Abend waren den Beamten sieben Autofahrer ins Netz gegangen, die unter Rauschgifteinfluss standen. Für sie endetete die Anreise an der Kontrollstelle. Ferner erschnüffelten die Spürhunde in 20 Pkws Betäubungsmittel, die gleich vor Ort beschlagnahmt wurden.

Für die Gesetzeshüter ist es selbstverständlich, dass neben den Kontrollen während der Anreisewelle auch während der drei Festivaltage Beamte den Besuchern ein wenig auf die Finger schauen.

Das könnte Sie auch interessieren

Berliner Modewoche startet mit grünen Männern

Berliner Modewoche startet mit grünen Männern

Zahl der Asylsuchenden weiter zurückgegangen

Zahl der Asylsuchenden weiter zurückgegangen

Heavy Metal statt Hightech auf der Motorshow in Detroit

Heavy Metal statt Hightech auf der Motorshow in Detroit

Von der IMM Cologne: Das Kuschelsofa bekommt Lücken

Von der IMM Cologne: Das Kuschelsofa bekommt Lücken

Kommentare