„Who killed Frank?“ beim Hurricane

Die Lokalmatadore kitzeln den Riesen

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Das Publikum ließ sich am Sonnabendmittag nicht zweimal bitten. Mit Fanschildern feuerten sie sie die Lokalpatrioten an. n

Scheeßel - Von Felix Gutschmidt. Hinni Hummers, Sänger der Band „Who killed Frank?“, steht am Rand der großen Bühne des Hurricane-Festivals. Er blickt hinab auf die Menschenmenge vor ihm und breitet seine Arme aus. „Ihr macht uns baff.“ Mehr fällt ihm in diesem Moment nicht ein. Es ist das größte Konzert in der Geschichte der Band.

Samstagmittag. Hurricane-Festival, zweiter Teil – jetzt auch mit Sonne. Zum Frühstück gibt es für die Fans Musik aus der Region: „Who killed Frank?“ aus Rotenburg hat die Ehre, als erste Band auf der Green Stage zu spielen. Leicht verspätet treten Hinni Hummers (Gesang), Rene Rogge (Gitarre), Niels Dauter (Gitarre, Keyboard), Christoph Schröder (Bass) und Jona Indorf (Schlagzeug) aus dem Dunkel des Backstage-Bereichs ins Rampenlicht.

Der Anblick ist grandios: Tausende Menschen drängen zur Bühne. „Alter, seid ihr viele“, ruft Hummers und sagt den nächsten Song an: „What if she knows“. Beifall.

In Aktion auf der Green-Stage: Hinni Hummers.

Viele Zuschauer sind extra für „Who killed Frank?“ gekommen. In der ersten Reihe halten Fans Schilder in die Luft. „Ich will ein Kind von dir“ steht auf dem einen, darunter die Namen der fünf Bandmitglieder. „Who killed Frank“ heißt es auf einem anderem Plakat, und anstelle des Fragezeichens prangt rotes Herz. Erwähnenswert, aber unverständlich ist das dritte Schild: „Da steht mein Bass.“ Nach einer kurzen Nacht haben die Besucher des Festivals offenbar schon wieder Appetit auf Rockmusik. Damit können die fünf Jungs aus Rotenburg dienen. Beim Titel „Burning Soul“ wippt ein Mädchen in einem Kuhkostüm mit den Knien. Zum Refrain heben Hunderte ihre Hände und klatschen mit.

Als Schlagzeuger Jonas Indorf seine Sticks stillhält und so einen Moment der Ruhe schafft, brandet Beifall auf. „Who killed Frank?“ versteht die Botschaft und steigert sich behutsam bis zu einem Volle-Kanne-Crescendo. Sofort kommt mehr Bewegung ins Publikum.

Die Zeit vergeht wie im Flug. Eine halbe Stunde soll der Auftritt dauern, doch weil der Soundcheck zu lang ausgefallen ist, müssen die Rotenburger ihre Setlist kürzen. Der Bühnenmanager hebt den Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand und zieht die Linke über die Kehle. Die Botschaft ist unmissverständlich: Zwei Lieder noch, dann ist Schluss.

Bands und Menschen am Hurricane-Sonntag

Bands und Menschen am Hurricane-Sonntag

Bands und Fans am Hurricane-Sonntag

Es ist noch keine zwei Wochen her, da stand die Band beim Local-Heroes-Wettbewerb auf der Bühne im Rotenburger Heimathaus und kurz darauf im Bremer Tower. Der Kontrast der kleinen Clubkonzerte zur Green Stage beim Hurricane könnte nicht größer sein. Den Respekt vor den Dimensionen des Festivals legen die Musiker schnell ab. Musikalisch braucht sich „Who killed Frank?“ nicht hinter den anderen Bands zu verstecken.

Hinni Hummers genießt jeden Augenblick und schreit seine Freude zwischen den Liedern heraus. Kurz darauf ist Niels Dauter an der Reihe, den Moment auszukosten. Er verlässt seinen angestammten Platz hinter dem Keyboard und tänzelt quer über die Bühne. Dabei hebt er die Arme hoch über den Kopf und wackelt mit den Fingern, als müsste er sich strecken, um einen Riesen unter den Achseln zu kitzeln. Winkt er? Vielleicht. Jedenfalls honoriert das Publikum die Geste und lässt „Who killed Frank?“ noch ein letztes Mal hochleben.

Samstag: Bands, Campingplatz und endlich Sonne

Bands und Festivalisten am Samstagabend

Hurricane-Samstag: Bands, Campingplatz und endlich Sonne

Bands und Fans am Samstag 

Der Campingplatz am Samstag

So knutscht das Festival

So knutscht das Hurricane-Festival

Die Gitarren klingen aus. Das Mädchen im Kuhkostüm ist nicht mehr zu sehen. Sie ist im Menschenstrom verschwunden, der sich zwischen Bühnengraben und Wellenbrecher zum Ausgang schiebt. Das Konzert von „Who killed Frank?“ ist vorbei. Hinni Hummers wählt seine letzten Worte mit Bedacht: „Wir zelten auf C7. Bringt uns Bier!“

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