Zwei junge Scheeßeler bieten neuen Service an:

Schon dick im Geschäft

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Ganz schön geschäftstüchtig: Timon Siedler (l.) und Niclas Grimm bessern beim Hurricane ihr Taschengeld mit einem privaten Gepäckfahrservice auf.

Scheessel - Von Lars Warnecke. Taschengeld, finden Niclas Grimm (12) und Timon Seidler (10), ist etwas, von dem man nie genug haben kann. Um ihr Budget aufzubessern, haben die beiden Grundschüler ein Geschäftsmodell für sich entdeckt, mit dem es sich so nur einmal im Jahr „Bares“ verdienen lässt: Mit Dinocar und Anhänger ausgestattet bieten die beiden Jungen einen privaten Gepäckfahrservice für die mit der Bahn angereisten Festivalbesucher an.

„Eigentlich wollte ich das schon viel früher machen, aber Mama meinte, ich dürfe erst mit Neun auf die Piste“, sagt Timon. Beim letztjährigen Hurricane war es dann endlich soweit. Für ganze zwei Tage, am Donnerstag und Freitag, erklärte der Drittklässler den Weg zwischen Bahnhof und Festivalgelände zu seinem Einsatzgebiet – „ein echt lohnenswerter Job, auch wegen der überall herumliegenden Pfandflaschen“, erklärt Timon, der später mal Profifußballer bei Werder oder Berufstaucher werden möchte.

Und auch Niclas, der ebenfalls im vergangenen Jahr seine Gepäckfahrservice-Premiere feierte, kann sich über mangelnden Umsatz nicht beklagen: „Bei mir waren’s am Ende Einnahmen im oberen zweistelligen Bereich.“ Dafür habe er innerhalb von nur sechs Stunden mehr als 300 Leute bedient. „Beim Hurricane ist immer was los, aber die Konkurrenz schläft eben auch nicht“, sagt der Zwölfjährige.

Ein Erlebnis sei dem Jeersdorfer in diesem Zusammenhang noch in besonders guter – oder in eben nicht so guter – Erinnerung geblieben: „Da hat mir doch mal tatsächlich ein Treckerfahrer meine Kunden vor der Nase weggeschnappt“, erzählt er. „Die Leute sind dann auch gleich auf seinen Anhänger aufgesprungen, um nicht zu Fuß gehen zu müssen. Da kann ich mit meinem Dinocar natürlich nicht mithalten.“

Von ähnlich ärgerlichen Vorfällen weiß Timon, dessen Strategie es eigener Auskunft nach ist, direkt am Zug die Klientel abzufangen, nicht zu berichten – ganz im Gegenteil: „Einmal hat mir ein betrunkener Mann gleich zehn Euro dafür in die Hand gedrückt, dass ich seine Sachen gefahren hab’.“

Überhaupt wundert sich der Blondschopf, dass in den Mittagsstunden schon derart viele Menschen offenbar einen über den Durst getrunken haben. „Aber freundlich sind sie alle“, ergänzt Niclas, der diesen Job noch drei, vier Jahre weiter machen möchte. „Dann bin ich endlich alt genug, selbst aufs Festival zu gehen.“

Und wofür wollen die beiden Jungen ihr wohlverdientes Geld ausgeben? „Wir sparen das lieber“, schießt es wie aus der Pistole aus den beiden. „Für den Führerschein, den braucht man – im Gegensatz zum Dinocar-Fahren – ja schon mal irgendwann ...“

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