Mit Doppelbereifung von Band zu Band

Das Hurricane im Rollstuhl

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Philip und Marco aus Mühlheim an der Ruhr sind nicht sehr überzeugt vom "Rollstuhlfahrer-Konzept" der Veranstalter.

Scheeßel - Von Lars Kattner und Ulla Heyne. Besondere Anlässe erfordern besondere Vorbereitung. Denn der kundige Hurricane-Besucher weiß: Beim kleinsten Regenschauer verwandelt sich das Gelände in eine Schlammwüste. Gummistiefel gehören also ebenso zur absoluten Grundausstattung wie Bier.

Das weiß natürlich auch Michael Möllenbeck aus Hannover. Nur: Das richtige Schuhwerk spielt bei dem 28-Jährigen eine eher untergeordnete Rolle. Denn Möllenbeck sitzt im Rollstuhl. „Klar macht es der Matsch für mich nicht einfacher. Aber das gilt ja für jeden hier.“ Und damit er überhaupt vernünftig von A nach B kommt, sitzt er in einer selbstgebauten Sonderanfertigung mit Doppelbereifung. „Das ist mein extra Hurricane-Stuhl. Den hole ich nur einmal im Jahr raus.“

Und wenn es doch einmal eng wird, könne er sich immer und überall auf die Hilfe der anderen Besucher verlassen. Zudem machen ihm die Mitarbeiter die Rettungswege frei, damit er nicht quer durch die Menschenmassen muss. „Die Leute haben hier einfach das richtige Feingefühl. Das gilt auch für die Ordner auf den Rolli-Plätzen an den Bühnen. Wenn nicht so viel Betrieb ist, darf auch mal eine zweite Begleitperson mit dazu.“ Doch die speziellen Plätze für Menschen im Rollstuhl nutzt der Hannoveraner nur bei seinen absoluten Lieblingsbands – Rammstein, Ska-P und Deichkind. Sonst hält er sich mit seinen Kumpels lieber in der tanzenden Masse auf.

Weniger überzeugt vom Umgang mit Rollstuhlfahrern seitens der Veranstalter ist dagegen Marco aus Mühlheim an der Ruhr. Der 21-Jährige ist mit seinem ehemaligen Schulkameraden Phillip nach Scheeßel gereist. „Ich bin zwar zum ersten Mal da, aber beim Rock am Ring in diesem Jahr hat man gemerkt, dass da ein ganz anderes Konzept dahinter steckt.“ So habe er von den sieben Klos für Rollstuhlfahrer auf dem gesamten Gelände noch kein einziges gefunden.

Kritik, die Möllenbeck nicht nachvollziehen kann. „Bei jeder Rolli-Bühne gibt es eine Toilette. Und sogar auf dem Campingplatz habe ich ein extra Klo direkt vor Ort bekommen.“ Und weil es ihm in Scheeßel so gut gefällt, ist er bereits zum achten Mal in Folge hier. Einig sind sich die beiden hingegen in einem anderen Punkt: „Lange bleibt man nie im Matsch stecken – die anderen Gäste hauen einen da raus“, sagt Marco.

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