Es gibt sogar schon ein Hurricane-Baby

Heiraten à la Hurricane

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Erst auf dem Meyerhof Ringe tauschen, dann beim Hurricane abrocken – vier Paare haben schon auf diese Art geheiratet. ·

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Hurricane und zwischendurch im Meyerhof heiraten – vier Paare haben sich diesen Traum schon erfüllt. Was sie über ihre Eheschließung unter ungewöhnlichen Umständen hinaus noch verbindet? „Sie alle lernten sich auf dem Festival kennen – und ganz offensichtlich auch lieben“, erzählt Scheeßels Standesbeamter Norbert Terhorst (61), der die Trauungen allesamt vorgenommen hat.

Norbert Terhorst

Man stelle sich einmal folgendes Szenario vor: Eine mit Schlamm, Dreck und Schweiß bedeckte Menschenmasse zappelt zur Musik vor der „Green Stage“ – und mittendrin spaziert elfengleich eine junge Frau im weißen, wallenden Hochzeitskleid über das Gelände. So geschehen beim letztjährigen Hurricane. Nein, verkleidet hatte sich die Blondine nicht, ebenso wenig der Mann an ihrer Seite, der sich mit Fliege und Anzug auch nicht so recht in das Gesamtbild einfügen wollte – das Paar meinte es ernst, und gab sich ein paar Stunden zuvor im Trauzimmer auf dem Meyerhof das Ja-Wort. „Andere Brautpaare haben eine Kapelle, ich habe Dutzende “, soll die Braut nach Auskunft von Terhorst damals gesagt haben. „Die hatten beide eine richtig coole Einstellung, und ihr war es auch völlig gleich, wie ihr Kleid nach dem Festival aussehen würde – sie meinte, sie würde es ja sowieso nur einmal im Leben tragen“, erinnert sich der Jeersdorfer zurück.

Abgesehen davon, dass für ihn jede seiner bislang 870 durchgeführten Eheschließungen „etwas Besonderes“ gewesen sei – „eine Hochzeit in direktem Zusammenhang mit dem Hurricane erlebt man nicht alle Tage“, so der Standesbeamte. An vier Trauungen kann sich Terhorst zurückerinnern, bei denen sich die Paare zuvor auf dem Festival kennen gelernt haben, um ein, zwei Jahre später den Bund fürs Leben einzugehen – immer freitags nur ein paar hundert Meter vom Eichenring entfernt. „Eine Trauung direkt auf dem Gelände ist uns nicht gestattet, das ist hierzulande genau zugewiesen“, erläutert der 61-Jährige. Er selbst würde eine Auflockerung aber auch gar nicht begrüßen: „Das soll ja kein Event sein.“

Ob die vier Hurricane-Ehen auch heute noch Bestand haben – der Standesbeamte zuckt mit den Schultern. „Seit es keine Familienbücher mehr gibt, lässt sich das nicht mehr nachvollziehen.“ 

Nur eins weiß Terhorst: Aus einer Beziehung sei inzwischen schon ein kleines Hurricane-Baby hervorgegangen. Das in Räuberzivil gekleidete Brautpaar habe damals, vor fünf Jahren, eine ziemlich wilde Hochzeit gefeiert, mit La-Ola-Wellen im Trauzimmer und 50 Leuten im Gefolge, die auf einem per Trecker angezogenen offenen Wagen angereist kamen. „Die waren alle ziemlich sangesfreudig, was wohl halb Scheeßel mitbekommen haben dürfte.“

Und wie sieht es generell mit Eheschließungen an den Hurricane-Wochenenden aus? „Das schreckt andere Paare überhaupt nicht ab, die Scheeßeler gehen inzwischen ja auch richtig lässig mit dem Festival um“, so der Standesbeamte.

Ein fünftes Paar, dass die Tradition fortsetzt, wird es dieses Mal übrigens nicht geben.

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