Interview: Feuerengel-Bassist Holger Sommer über die Beziehung zum Hurricane-Headliner Rammstein

„Gemeinsam spielen wäre reizvoll“

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Feuerengel-Bassist Holger Sommer in Aktion beim letztjährigen Feuerfest Open Air in Scheeßel. Bei Rammstein bedient Oliver Riedel die Saiten.

Scheessel - Von Lars Warnecke. Wenn das Original mal eben nicht zur Hand ist, stellt eine Coverband eine Alternative dar. Feuerengel nennt sich die regional verwurzelte Gruppe, die mit einer Eins-zu-eins-Adaption der brachialen Bühnenshows von Rammstein seit mittlerweile 16 Jahren große Erfolge feiert.

Nun ist das Original zur Hand – und zwar als Headliner beim Hurricane. Neun Tage vor dem Auftritt von Till Lindemann und Co. sprach unsere Zeitung mit dem Feuerengel-Bassisten Holger Sommer über große Vorbilder, persönliche Beziehungen und die Frage: Kommt es auf dem Eichenring zur Begegnung ?

Herr Sommer, als Tribute-Band müssen Sie sich allein schon von „Berufswegen“ her mit Rammstein beschäftigen. Wie erlebt man da ein Konzert des Originals? Ist man dann Fan oder „nur“ Beobachter?

Holger Sommer: Interessierter Beobachter trifft es wohl am besten. Ich beispielsweise gucke mir das Ganze meistens entspannt von einem Sitzplatz aus an, weil ich von dort alles am besten überblicke und mitbekomme. Fan ist man aber natürlich auch.

Geben solche Besuche nicht auch immer Anlass, sich Inspiration für die eigene Show zu holen?

Sommer:Natürlich. Im Prinzip sitzt man da mit imaginärem Zettel und Stift, notiert was es Neues gibt und überlegt auch schon, was davon eventuell umzusetzen ist.

Und Feuerengel setzt das dann zeitnah um? Immerhin entwickelt sich Rammstein ja auch ständig weiter ...

Sommer:Naja, so zeitnah wie eben möglich. Es gab schon herausragende Effekte, die haben wir bei unserer nächsten Show selbst schon verwendet. Andere, meist aufwändigere Effekte benötigen aber auch oft eine längere Vorbereitungszeit. Ständige Weiterentwicklung ist auch für uns sehr wichtig. Wir arbeiten eigentlich immer an neuen Dingen. Allerdings sieht das Publikum diese nicht unbedingt, da sie auch oft hinter den Kulissen stattfinden, für die Umsetzung der Show aber trotzdem sehr wichtig sind.

Wie nahe stehen Ihnen eigentlich die Mitglieder von Rammstein? Pflegen Sie auch persönliche Kontakte?

Sommer:Es gibt einen sehr losen Kontakt zwischen einzelnen Musikern. Es ist absolut nicht so, dass da ständig hin und her telefoniert wird. Ab und an kommt das aber vor.

Angenommen, der Kontakt wäre noch intensiver – inwiefern würde das Feuerengel in der Arbeit beeinflussen?

Sommer:Das weiß ich gar nicht. Vielleicht würde Rammstein hier und da einige Tipps zur Umsetzung der Songs oder der Show geben, vielleicht aber uns auch ausgemusterte Kulissen oder Showelemente zur Verfügung stellen. Da sich die Band aber grundsätzlich nicht gerne in die Karten gucken lässt, wird es auch in Zukunft keine engere Zusammenarbeit geben. Wir sind aber auch so zufrieden und stolz auf das, was wir mit unseren Mitteln auf die Beine stellen können.

Rammstein sieht sich ein Feuerengel-Konzert an – was würde Ihnen das bedeuten?

Sommer:Das wäre natürlich schon eine tolle Sache! Es wäre eine große Bestätigung und auch Anerkennung für das, was wir seit mittlerweile 16 Jahren tun. Klar ist aber auch, dass wir unter den Umständen versuchen würden, den einen oder anderen Rammstein-Musiker auf die Bühne zu holen, um mit ihm zusammen zu spielen. Der Gedanke ist sehr reizvoll, das es dazu kommt leider mehr als unwahrscheinlich.

Treffen Sie eigentlich die Jungs diesmal beim Hurricane Backstage?

Sommer:So weit ich weiß, geht in diesem Jahr niemand von uns hin. Beim letzten Rammstein-Auftritt auf dem Hurricane 2005 waren eine Handvoll von uns auf Einladung der Band dort, um sich die Show anzusehen. Ein Treffen im Backstagebereich gab es allerdings nicht. Rammstein-Gitarrist Paul Landers war mal bei einem unserer Auftritte hinter der Bühne. Zu mehr als einem kurzen Smalltalk und einem gemeinsamen Foto kam es dabei aber nicht. Nett war es trotzdem von ihm, uns zu besuchen und viel Spaß zu wünschen.

Was werden die Zuschauer beim Hurricane zu sehen bekommen?

Sommer:Rammstein sind seit März wieder unterwegs. Die Show ist dabei eine leicht veränderte Fortsetzung der „Made in Germany“-Tour, die mit Unterbrechungen seit etwa zweieinhalb Jahren läuft. Laut Zeitplan des Hurricanes scheinen Rammstein ihre komplette Show zu spielen. Dabei wird es richtig zur Sache gehen, mit zum Teil neuen Effekten und Gimmicks. Langweilig wird es definitiv nicht werden!

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