Wie rüste ich mich für's Hurricane?

Ein Panzerband für alle Fälle

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David Wangner packt sein Auto (oben). Mit 78 000 Menschen feiert er von heute bis Sonntag beim Hurricane-Festival in Scheeßel.

Bremen / Scheeßel - Von Felix Gutschmidt. Hauptsache Panzerband. Für David Wangner ist alles verzichtbar beim Hurricane-Festival, nur nicht das breite, silbergraue Klebeband. „Das braucht man für alles Mögliche“, sagt der 26-Jährige: Zum Flicken von Löchern im Zelt, als Schnürsenkelersatz oder um sich Bierdosen wie einen Sprengstoffgürtel um den Bauch zu schnallen.

David Wangner packt sein Auto:

Zum fünften Mal fährt der Bremer Student zum Hurricane nach Scheeßel (Landkreis Rotenburg). Entsprechend routiniert packt er seine Sachen. Zelt, Isomatte und Schlafsack liegen bereit zum Abtransport auf dem Bett. Turnschuhe, Flipflops, Gummistiefel, Regenjacke, eine kurze, eine lange Hose und die restlichen Klamotten stopft David in einen großen Rucksack. „Ich gehe nicht davon aus, dass alle meine Sachen das Wochenende überleben“, sagt David. T-Shirts können reißen, Schuhe im Schlamm versinken. Das sind die Lehren aus vier Jahren Festival-Erfahrung.

Die wirklich wichtigen Dinge – Geld, Ausweis, Kamera und Telefon – steckt er in eine Art Brustbeutel, der wahlweise auch am Gürtel befestigt werden kann. Das sieht zwar alles andere als hipp aus, „ist aber bestimmt praktisch“, meint David. Seine Mutter würde zustimmen, schließlich hat sie ihm das Ding geschenkt.

Im Supermarkt gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht für den Hurricane-Besucher. Die Schlechte zuerst: Die Biermarke seiner Wahl (5,0 in der Halbliterdose) ist ausverkauft. Die Gute: „Morgen kommt eine neue Lieferung“, sagt der Mann an der Kasse. Wenigstens gibt es noch Tequila, Orangensaft und Grenadine. Daraus mixt David Tequila Sunrise in Tetrapacks, die er im Tiefkühlfach lagert. Beim Zeltaufbauen gebe es kein besseres Erfrischungsgetränk, sagt er. „Letztes Jahr ist das richtig gut angekommen.“

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Foto

Am Morgen verlädt David seine Campingausrüstung, den Rucksack und die gefrorenen Tetrapacks ins Auto. Unterwegs sammelt er noch das Gepäck von ein paar Freunden ein, die mit dem Zug nach Scheeßel fahren. In den vergangenen Jahren hat David das auch gemacht. „Da verfluchst du jedes Gramm, das du zuviel eingepackt hast.“ Der Weg vom Bahnhof zum Festivalgelände ist lang, vor allem, wenn man einen Hausstand für drei Tage auf dem Rücken trägt. Die Aussicht, mit dem Auto vorzufahren, ist trotz Staus verlockend. Und dann auch noch Green-Camping – das Hurricane 2013 verspricht für David vergleichsweise luxuriös zu werden.

Die Bands im Überblick

Hurricane-Festival: Bands für 2013

Und was fehlt sonst noch? Tiefkühlpizza. „Die brauche ich am Montag“, sagt David. „Wenn ich zurückkomme, habe ich garantiert keinen Bock, einkaufen zu gehen.“

Das Hurricane in Zahlen

75 000 Besucher erwartet der Veranstalter auf dem rund 1,4 Millionen Quadratmeter großen Festivalgelände. Alles in allem 30 Kilometer Bauzaun gilt es bis zum offiziellen Startschuss heute Nachmittag aufzustellen. Auf das gleiche Längenmaß bringen es auch die zu verlegenden Kabel. 2 000 Mitarbeiter sind vor, während und nach dem Festival auf den Beinen; 700 Toiletten stehen für die Massen bereit – und: die Hauptbühne (Green-Stage) ist 26 Meter breit und 18 Meter tief.

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