Rotenburger Polizei bereitet sich akribisch auf das Hurricane-Festival vor / Umfangreiches Konzept

Viel Arbeit für mehr als 350 Beamte

Für Detlev Kaldinski gehört zum Start des Hurricanes immer auch ein Hubschrauber-Flug über das Gelände dazu.

Rotenburg - Von Guido Menker. „Ein sicheres Festival ist keine Selbstverständlichkeit – es bedarf eines belastbaren Sicherheitskonzeptes und der ständigen Weiterentwicklung.“ Das sagt Detlev Kaldinski, Sprecher der Rotenburger Polizeiinspektion und zugleich Organisator des Polizeieinsatzes beim Hurricane-Festival.

Mehr als 350 Kollegen steht jede Menge Arbeit bevor – damit es ein sicheres und friedliches Festival wird.

„Ich arbeite wie ein Flugzeugführer nach einer Checkliste“, verrät Kaldinski in einem Gespräch mit der Kreiszeitung. Vor allem nach dem tödlichen Drama bei der Loveparade 2010 in Duisburg seien die Ansprüche an die Sicherheit noch größer geworden und damit auch die Ordner mit den Sicherheits- und Verkehrskonzepten erheblich dicker. Kaldinski und mit ihm ein großes Team setzen die Vorgaben um, und vor Ort wird der Pressesprecher zugleich auch erster Verbindungsbeamter zum Veranstalter sein – Kommunikation ist das A und O.

Staus bei der Anfahrt, schlechtes Wetter, Crowdsurfer und Druck vor der Bühne, Alkohol- und Drogenexzesse, Lagerfeuer, Brandstiftungen, Hitzeprobleme – die Liste möglicher Gefahrenquellen ist lang. Und schon im Vorfeld befasst sich die Polizei sehr genau mit denkbaren Szenarien sowie deren Klärung. Die Vorbereitung erscheint akribisch – es gibt nichts, an das die Experten nicht denken. Beispiel: Wie verändert sich die Anreisewelle, wenn Deutschland bei der Fußball-EM am Donnerstag im Viertelfinale steht und mehr Festival-Besucher als sonst schon so früh anreisen, um die Partie auf dem Gelände via Großbildleinwand zu verfolgen? „Wir bereiten zusätzliche Alternativrouten vor, damit es nicht zu Staus auf der Autobahn kommt“, sagt Kaldinski. Zugleich haben die Beamten auch ein mögliches Problem auf dem Gelände selbst im Auge: Diebstahl. Kollegen in Zivil, Videokameras und Vorsicht unter den Besuchern könnten es den Langfingern schwer machen. „Vielleicht hilft auch das neue Eintrittsbändchen mit einem digitalen Chip“, so Kaldinski. Darauf können die Besucher Geldbeträge laden, mit denen sie dann auf dem Gelände zahlen. „Wichtig ist aber, dass Geldbörsen nicht in den Gesäßtaschen mitgenommen werden“, so der Rotenburger Polizist.

Im Auge haben die Sicherheitsexperten ferner Besucher, die mit Bengalos hantieren. „Die sind extrem gefährlich, und wer eine davon zündet, muss mit einem Verfahren rechnen“, warnt Kaldinski, der zugleich daran erinnert, dass Ereignisse, wie in Duisburg oder vor zwölf Jahren in Roskilde bereits in den zurückliegenden Jahren Einfluss auf das Gelände-Layout hatten. Wellenbrecher vor der Bühne, Verbreiterung des Bühnengrabens, Crowdsurfing-Verbote, Beschränkung der Zuschauerzahlen, das penible Freihalten von Rettungswegen und eine bessere Ausschilderung – alles Konsequenzen nach den Erfahrungen bei anderen Festivals und Großveranstaltungen. „Es gibt auch einen engen Austausch der ,betroffenen‘ Festival-Polizei“, weiß Kaldinski zu berichten. In diesem Jahr werden er und seine Kollegen dazu einladen.

Mehr als 350 Beamte aus Rotenburg sowie von der Bereitschaftspolizei Oldenburg, Lüneburg und Hannover sind beim Festival mit von der Partie. Auch das zu organisieren, ist Sache vom Vorbereitungsteam. Die Dienstpläne stehen. Es wird eine mobile Wache geben, ein Hubschrauber steht bereit, und für die Arbeit auf dem Gelände nutzen die Polizisten Pferde, Mountainbikes und Quads. „Nur auf eines haben wir keinen Einfluss – das Wetter“, sagt Kaldinski schmunzelnd.

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