Mitarbeiter der Notaufnahme des Diako behandeln jedes Jahr rund 150 Hurricane-Besucher

„Und wie komme ich jetzt zurück?“

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Kati Dick (l.) und ihre Mitarbeiter der Notaufnahme sind ein eingespieltes Team – auch am Hurricane-Wochenende.

Rotenburg - Von Dörthe Krause - In der Notaufnahme des Diakoniekrankenhauses Rotenburg ist keine Schicht wie die andere. Einen richtigen Arbeitsalltag wie in manch anderen Berufen gibt es dort nicht. Doch ein Mal im Jahr stellt das Hurricane das Pflegepersonal vor eine zusätzliche Herausforderung. Rund 150 Festival-Besucher kommen mit kleinen und größeren Verletzungen neben den regulären Patienten in die Notaufnahme.

„Obwohl das Hurricane-Wochenende für uns mehr Arbeit bedeutet, ist es jedes Jahr ein Highlight“, erklärt Kati Dick, pflegerische Leitung der Notaufnahme im Diako. Es sei kein Problem, die zusätzlich benötigten Pflegekräfte für diesen Dienst zusammenzubekommen. Die Mitarbeiterzahl werde im Vergleich zu einem normalen Wochenende verdoppelt. Ebenso in der Chirurgischen Ambulanz.

Hurricane-Festival: Der Aufbau startet

An den Vormittagen sei das Patientenaufkommen vom Festivalgelände meist gering. „Ab Mittag, wenn die Besucher langsam wach werden, merken sie dann ihre Wehwehchen“, so Dick. Nicht alle kämen mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus. Viele setzten sich mit kleineren Verletzungen in ein Taxi und stünden dann ohne Voranmeldung in der Notaufnahme.

Die Verletzungsmuster gestalten sich abhängig vom Wetter. „Wenn es besonders warm ist, haben wir viele Patienten mit Kreislaufproblemen. Bei Regen, wenn das Gelände aufgeweicht ist, knicken die Besucher häufiger um und verletzten sich Arme und Beine“, erklärt Dick. Außerdem kämen jedes Jahr wieder Patienten aufgrund von Alkohol- und Drogenmissbrauch ins Krankenhaus. In Verbindung damit eskaliere auch mal ein Streit, in dessen Folge weitere Verletzungen entstünden, die den Transport ins Krankenhaus erfordern.

Die Anzahl der Hurricane-Notfälle sei in den vergangenen Jahren gleichbleibend. Jedoch hätten sich die Verletzungsmuster verändert. „Aufgrund der guten medizinischen Versorgung direkt auf dem Gelände, kommen inzwischen weniger Leicht-, aber dafür mehr Schwerstverletzte zu uns“, erklärt Dick. So beispielsweise ein junger Mann, der im Laufe der vergangen Jahre in die Notaufnahme gebracht wurde: „Er war auf dem Campingplatz des Festivalgeländes in ein Zelt gestolpert, in dem ein Messer lag. Dabei fiel er so unglücklich, dass er sich eine Stichverletzung im Brustkorb zuzog“, erinnert sich Dick.

Die Arbeit am Hurricane-Wochenende sei jedes Jahr ein Erlebnis, das einfach zum Diakoniekrankenhaus dazugehöre.

„Die Besucher kommen meist gut gelaunt zu uns. Ihre erste Frage direkt nach der Behandlung ist häufig: ‚Und wie komme ich jetzt zurück zum Festival?‘ Da sind die Schmerzen schnell vergessen. Wenn es zwischendurch passt, helfen wir gern und organisieren für mehrere zusammen ein Sammeltaxi nach Scheeßel.“

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