„Wir sind da irgendwie reingerutscht“

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Beim Hurricane: Max Marschk (v.l.) Till Brummer, Karl Schumann, Felix Brummer und Steffen Israel sind Kraftklub.

Scheeßel - Von Mareike Bannasch - Gegründet haben sie sich nach einem Auftritt beim Splash Festival im Jahr 2009. Ein guter Grund für die fünf Jungs von Kraftklub, die mit dem Sieg beim New Music Award auch medial ihren Durchbruch feierten, in diesem Jahr die Massen beim Hurricane-Festival in Scheeßel zu begeistern.

Wir sprachen mit Bassist Till Brummer, Gitarrist Steffen Israel und Drummer Max Marschk über Einheitsbrei, musikalische Vorbilder und ihre Tipps für „Who killed Frank?“.

Erst habt ihr auf dem Southside gespielt, dann in Scheeßel. Wo lief es besser?

Till Brummer: Das kann man nur schwer sagen. Es ist total absurd: Beim Southside schien krass die Sonne und wir haben in einem Zelt gespielt, wo bestimmt 50 Grad waren. Und hier hat es die ganze Zeit geregnet und wir haben auf einer Open-Air-Bühne gespielt. Es hat aber auf jeden Fall beides Spaß gemacht. Trotz der Widrigkeiten waren beide Konzerte echt cool.

Ihr seid ja den ganzen Sommer über auf Festivals unterwegs. Was ist besser, Auftritte auf kleinen Bühnen oder vor Tausenden?

Brummer: Festival ist halt immer etwas anderes. Aber macht auf jeden Fall beides Spaß. Bei kleinen Auftritten kannst du dem Publikum Wasser ins Gesicht spucken oder irgendwelchen Scheiß machen. Da bist du dann einfach näher an den Leuten dran. Auf einem Festival ist das aber auch super, wenn 7 000 Leute mitklatschen.

Max Marschk: Auf einem Festival herrscht dann auch im Publikum ein Gemeinschaftsgefühl.

Wenn ihr die ganze Zeit unterwegs seid, nur im Tourbus und hetzt von einem Promotermin zum nächsten. Wie nervig ist so ein Leben?

Fotos vom Sonntag

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Hurricane-Festival: Regen, Boy Kraftklub und mehr

Brummer: Also, ich finde es eigentlich ganz ok. Wir hatten ja schon mittags unseren Auftritt und die Interviews ziehen sich über den ganzen Tag. So ist das ganz entspannt.

Marksch: Das ist wirklich sehr entspannt, denn die Woche über sind wir immer zuhause, können ins Freibad gehen und uns entspannen. Da freuen wir uns eigentlich immer eher, wenn das Wochenende endlich wieder losgeht.

In euren Songs meckert Ihr ja auch mal gerne und zieht, wie in Songs für Liam, über das Fernsehprogramm oder andere Musik her. Was stört euch denn am kommerziellen Einheitsbrei?

Brummer: Das ist eigentlich keine Kritik am Einheitsbrei, denn da gibt es viele Sachen, die sehr cool sind. Aber Mario Barth ist nun mal einfach nicht lustig und Til-Schweiger-Filme sind auch einfach nicht cool.

Steffen Israel: Außer Manta, Manta. Der war wirklich super. Das war der einzige gute Film von Til Schweiger. Es ist auch eher überraschend, das Mario Barth so nen großen Erfolg hat, obwohl er nicht lustig ist.

Brummer: Was ich aber auch interessant finde: Viele Leute stimmen mir immer zu, wenn ich sage, dass ich den scheiße finde. Aber es muss ja einen Haufen Leute geben die den feiern. Der macht ja sogar eine Arena-Tour und so was. Vielleicht verkleiden sich die Leute ja, wenn sie zu ihm fahren.

Wer beeindruckt euch denn dann? Gibt es musikalische Vorbilder?

Brummer: Vorbilder klingt immer so komisch. Aber wir haben uns bei den diversen Auftritten vor Beatsteaks oder Casper schon einiges abgeguckt. Was die so machen und was live gut rüber kommt.

Euer Sieg beim New Music Award wird häufig als der Durchbruch bezeichnet...

Israel: Das war höchstens unser medialer Durchbruch.

Brummer: Populär sind wir wirklich durch die Touren mit den Beatsteaks, Casper und Fettes Brot geworden. Da haben wir uns unser Publikum erspielt. Das war schon cool und auch auf jeden Fall ein Schritt in die Medien. Aber dadurch sind wir nicht wirklich populär geworden.

Das klingt ja eher so, als mögt ihr keine Band-Wettbewerbe...

Brummer: In den New Music Award sind wir irgendwie hineingeraten. Da war das auch ok. Aber ansonsten bestehen Band-Wettbewerbe eigentlich nur aus cleveren Veranstaltern, die Bands buchen, die kein Geld für ihre Auftritte bekommen und mit denen die auch noch werben können. Und dann sagen die am Ende: Yeah, du hast gewonnen und kriegst eine Gitarre.

„Who killed Frank?“, unsere Rotenburger Lokalmatadoren, haben sich jetzt für das Finale des New Music Awards qualifiziert. Habt ihr irgendwelche Tipps für die Jungs?

Brummer: Tipps zu geben, ist immer so komisch. So papa-mäßig. Sie sollten einfach ihr Ding machen, alles andere ist halt auch nicht cool und nicht authentisch.

Isreal: Wenn der Sound cool ist und den Leuten gefällt, dann klappt der Erfolg auch ganz von alleine.

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