Mit Kettcar kam die Sonne

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Mit Plastiktüten gegen den Regen. Das Hurricane-Festival schmeckt trotzdem. 

Scheeßel - Von Mareike Bannasch - „Es ist einfach unfassbar. Die Leute hier sind total nett, und alle wollen dein bester Freund ein“, schwärmte Svenja L. aus Berlin am Sonnabend auf dem Areal vor der Green Stage. Und wirklich, die fast 80 000 Besucher des 16. Hurricane-Festivals machten vor allem durch ihr friedliches Verhalten von sich Reden. 

Dementsprechend positiv fiel auch das Fazit der Verantwortlichen gestern Mittag bei der Abschlusspressekonferenz aus. „Mit 73 000 verkauften Tickets, die bereits sechs Wochen vorher weg waren, haben wir einen neuen Rekord aufgestellt und auch die maximale Kapazität des Geländes erreicht“, resümierte FKP-Scorpio-Chef Folkert Koopmanns. Aber nicht nur die Besucher setzten beim 16. Hurricane Maßstäbe. Mit zahlreichen neuen Projekten versuchte der Veranstalter, dem Musikspektakel außerdem ein neues Gesicht zu geben. So zogen mehr als 500 Lotsen über die Plätze, die für 24 Stunden Arbeitsdienst ein Freiticket bekommen hatten.  

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„Wir hoffen, aus der Gruppe dieser jungen Leute auch unseren künftigen Nachwuchs gewinnen zu können“, so Koopmanns weiter. Für ihre Besucher hatten sich die Organisatoren außerdem einige Überraschungen ausgedacht. So spielten am Donnerstag auf einmal Madsen auf dem Public-Viewing-Areal. Am Sonnabend sollte eine weitere unangekündigte Band die Massen begeistern: die Beatsteaks. Deren Auftritt war laut Meldungen auf Twitter und Facebook jedoch aus Sicherheitsgründen abgesagt worden. Folkert Koopmanns wollte sich dazu aber nicht äußern. „Mitglieder der Band waren hier auf dem Gelände, aber nur privat“, so die offizielle Aussage. 

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Allerdings klappte nicht alles ohne Probleme. Das bargeldlose Zahlen mit einem Chip am Bändchen musste überraschend nur wenige Tage vor dem Hurricane eingestellt werden. „Es gab Probleme mit der Aktivierung“, erklärte Koopmanns den plötzlichen Richtungswechsel. Durch die abrupte Änderung sei auch die Bänder-Logistik durcheinander geraten. Aus diesem Grund hätten manche Besucher vorab mehrere Stoffstreifen mit der Post oder auf dem Gelände gar keines mehr bekommen. Diese organisatorischen Pannen taten der guten Stimmung unter den Musikfans allerdings keinen Abbruch. „Die Besucher waren sehr friedlich, was sicherlich auch mit dem jüngeren und mehrheitlich weiblichen Publikum zusammenhing“, fasste Polizeisprecher Detlev Kaldinski den Verlauf der drei Tage aus Sicht der Beamten zusammen. 

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Insgesamt hätten die Beamten etwa 200 Straftaten registriert – nur die Hälfte des Vorjahres. Die Sanitäter hatten allerdings etwas mehr zu tun: So wurden bis Sonntagmittag rund 2000 Besucher behandelt und etwa 120 ins Diakoniekrankenhaus in Rotenburg gebracht. Einer von ihnen mit einer Salzstande im Ohr, die im Diako entfernt werden musste. Ausdrücklich lobte Kaldinski noch einmal die Sicherheitskräfte, deren Arbeit an den Bühnen dazu geführt hätte, dass die Polizei erstmals nicht im Innenraum eingesetzt werden musste. Besonders begeisterten die Ordner vor der Red Stage, die ständig zusammen mit den Fans tanzten. 

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Vermutlich hatte sich auch die Security vom guten Wetter anstecken lassen. Denn an den ersten zwei Tagen prägten vor allem Sonne und Staub das Bild auf den Campingplätzen und vor den Bühnen. Sonntag allerdings machte das Hurricane-Wetter mit strömenden Regen seinem Namen wieder alle Ehre und trieb viele Besucher zur vorzeitigen Abreise. Am Abend klarte der Himmel aber wieder auf und sogar die Sonne stattete der Hamburger Band Kettcar auf der Green Stage einen Besuch ab. 

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