Hurricane 2012: Rotenburger Polizei ist gut vorbereitet

Das Gelände des Hurricane-Festivals von oben.

Scheeßel. Letzte Vorbereitungen für das Hurricane-Festival: Fast 80 000 Musikfans werden sich vom 22. bis 24 Juni auf dem Scheeßeler Eichenring einfinden. Erstmals wird es an allen vier Abenden Public-Viewing-Veranstaltungen zur EM 2012 geben, teilt die Polizei mit.  

Die Erfahrungen aus 2011 führten zu einer weiteren offenen Zeltbühne als nun dritter Bühne und einer nochmals vergrößerten "Whitestage"-Zeltbühne in einem Achtmast-Zelt als vierter Bühne, heißt es in der Pressemitteilung. In allen Bühnenbereichen legen Veranstalter und Polizei Wert auf größtmögliche Sicherheit.

Gleichwohl haben sich die "Festival-Polizisten" wieder auf alles eingestellt, ist aus der Rotenburger Polizeiinspektion zu vernehmen.

"Auch in diesem Jahr stehen den Polizisten wieder geländegängige Quads zur Verfügung, um schnell vor Ort zu sein, wenn es brenzlig wird", berichtet Detlev Kaldinski von der Rotenburger Polizei. Zu Pferde, auf Mountainbikes, mit Motorrädern, im VW-Bulli oder zu Fuß sind die Ordnungshüter bereits seit Jahren auf dem Scheeßeler Hurricane Open Air anzutreffen. Von der Mobilen Wache am Eichenring-Eingang über den Polizeihubschrauber "Phönix" bis hin zur Einsatzküche im beschaulichen Ortsteil Wittkopsbostel bietet die Polizei fast alles auf, was sie hat. Mit dabei sind auch in diesem Jahr wieder Hundertschaften der Bereitschaftspolizei aus Lüneburg, Hannover und Oldenburg. Auf über 350 Einsatzkräfte kommen die Ordnungshüter im Hurricane-Einsatz.

Das Hurricane aus der Luft

Hurricane-Festival aus der Luft

Besonders im Fokus stehen erneut die Verhinderung von Taschendiebstählen und Diebstählen aus Zelten. Über 400 Straftaten nahm die Polizei im letzten Jahr auf, exakt das gleiche Ergebnis wie im Vorjahr. Die Polizei Rotenburg reagiert mit einem umfangreichen Präventions-, Fahndungs- und Ermittlungskonzept, um es den Ganoven so schwer wie möglich zu machen. Besonders bei der Bekämpfung der Taschendiebstähle hatten die Beamten im letzten Jahr Erfolg und konnten besonders den bandenmäßig organisierten Dieben, die zum Teil aus dem Ausland anreisen, das Leben schwer machen. Bei den handelte es sich zumeist um Südosteuropäer, die nach Alter, Aussehen und Bekleidung nicht unbedingt zum Festival passen, warnt die Polizei und bittet bei Sichtung Verdächtiger um schnelle Tipps über den Notruf 110.

Geld ist im Chip des Eintrittsbändchens sicher

Die Ermittler fordern die Festivalbesucher auf, es den Dieben ebenfalls schwer zu machen und Wertsachen nah am Körper, am besten in einer Brusttasche, aufzubewahren. Portmonees in Gesäßtaschen werden völlig unbemerkt geklaut, hören die Fahnder immer wieder von den Anzeigeerstattern. "Wertgegenstände sollten vor allem während der Auftritte der attraktiven Bands auf keinen Fall im Zelt zurückbleiben", bittet Kaldinski. Wer Verdächtige um die Zelte schleichen sieht, sollte sofort mit genauen Ortsangaben und einer Personenbeschreibung die Notrufnummer 110 anrufen, rät der Polizeisprecher.

Alle Bands im Überblick

Hurricane-Festival: Alle Bands im Überblick

Besonders sicher ist das Geld elektronisch im Chip des Festivalbändchens aufgehoben, glaubt der Beamte. Nach Angaben des Veranstalters kann man damit auf dem gesamten Gelände bezahlen. Die eccos-Eintrittsbändchen sind in diesem Jahr neu und sollen das Leben auf dem riesigen Veranstaltungsgeländer wesentlich erleichtern. Einlassstellen können beispielsweise über eine digitale Ampelschleuse schnell passiert werden.

Auch in diesem Jahr hat die Polizei erneut mit Ticketfälschungen zu tun, besonders bei Thermotickets und den Internettickets, die auf dem eigenen Drucker ausgedruckt werden können. Daher sollten Tickets nur bei autorisierten Stellen und vielleicht noch von einem guten Freund gekauft werden, der selbst verhindert ist. Der Veranstalter kontrolliert jedes Bändchen und das Ticket und lässt verständlicherweise niemanden mit einer betrügerischen Eintrittskarte auf das Gelände! Auf keinen Fall sollte die Seriennummer des erworbenen Tickets im Internet veröffentlich oder auf unseriösen Seiten eingegeben werden.

Polizei informiert auf allen Kanälen

Sollte es zu Störungen kommen, wird die Polizei frühzeitig über Verkehrsfunk warnen und die Anreisenden informieren. Daher sollte in dem Fall bei der Anfahrt das Radio angeschaltet sein. Auch über die App des Veranstalters oder die Facebookseite der Polizeidirektion Lüneburg gibt es wenn nötig Infos. Der Veranstalter hält auch in diesem Jahr genügend Parkplätze für die weit über 20 000 Fahrzeuge bereit, auf den Straßen wird die Polizei den Verkehr mit Motorradpolizisten und Verkehrsregelungsposten leiten. Deren Anweisungen sollte unbedingt Folge geleistet werden, bittet der Polizeisprecher.

Geparkt wird wieder in Doppelreihe. Danach sollte das Fahrzeug auf dem in Scheeßel immer etwas weichen Boden möglichst bis zur Abfahrt nicht bewegt werden, damit der Boden besonders bei Regen nicht zerfahren wird. Einkaufsmöglichkeiten gibt es zu Fuß im nahen Scheeßel und inzwischen auch in Supermärkten auf dem Veranstaltungsgelände. Auf dem Eichenring sollten bei andauerndem Regen die dort eigens dafür ausgelegten Metallstraßen für den Übergang auf das Nebengelände genutzt werden, damit dort keine Matschwüste entsteht.

Polizei ist auf alles vorbereitet

Nach dem Unglück von Duisburg hatte sich die Polizei mit allen möglichen Eventualitäten befasst und Vorsorge getroffen. Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder mal unvorhergesehene Probleme, wie beim Unwetter 2006, die aber in der traditionell guten Zusammenarbeit zwischen den Behörden und mit dem Veranstalter gelöst werden konnten. Darauf setzt die Polizei, die intern und gemeinsam mit den anderen Verantwortlichen jedes Jahr die Erfahrungen in einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess einfließen lässt. So gilt Scheeßel als ein sehr sicherer und gut organisierter Event.

Wer sich allerdings nicht an Regeln hält, muss mit einer gelben oder roten Karte rechnen. Im Crowdsurfen über die Köpfe der anderen Gäste hinweg, oder in verletzungsträchtigen Aktionen vor der Bühne sieht die Polizei kein angemessenes Freizeitverhalten. Schließlich sollen alle Besucher des Festivals nachher wieder ohne Blessuren nach Hause fahren. Auch Drogen werden übrigens nicht toleriert, insbesondere nicht am Steuer. Hier sollte sich jeder wieder auf Kontrollen einstellen. "Besonders Dealern und Dieben sei darüber hinaus gesagt, dass die Polizei auch in diesem Jahr wieder mit zahlreichen Zivilfahndern unterwegs sein wird", verspricht Polizeisprecher Kaldinski.

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