Immer mehr Festivalbesucher suchen nach komfortablen Alternativen zum Zelt

Bett mit Frühstück statt Iglu mit ungebetenen Gästen

Der Komfort auf dem Festivalgelände lässt zu wünschen übrig. Einige Besucher suchen nach luxuriösen Alternativen. ·

Scheessel - Von Ulla Heyne - Glaubt man den Beiträgen im Forum der Hurricane-Internetseite, dann gehört der nächtliche Kampf mit feuchten Schlafsäcken, lecken Luftmatratzen, Schlamm im Zelt oder gestrauchelten, nicht mehr ganz nüchternen Zeltnachbarn einfach dazu.

Doch es gibt auch Musikfans, die die Annehmlichkeiten eines trockenen Betts und einer warmen Dusche schätzen. Ein Trend?

Die Einführung des „Green Camping“ im vergangenen Jahr, eines Bereichs auf dem Festivalgelände, in dem es ruhiger und sauberer zugehen soll, hat gezeigt: Festivals müssen nicht laut und dreckig sein. Dazu Katja Wittenstein vom Veranstalter FKP-Scorpio: „Die Rückmeldungen unserer Umfragen nach dem letzten Mal waren äußerst positiv. Und schon mehrere Wochen vor dem Festival haben wir doppelt so viele Anmeldungen zum ‚Grüner Wohnen‘ wie im letzten Jahr. Uns freut das sehr, weil sich Festivalspaß, Sauberkeit und mehr Ruhe eben doch wunderbar vereinbaren lassen.“

Hurricane-Aufbau startet

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Unter Festivalbesuchern stößt dieser Trend nicht auf ungeteilte Zustimmung: „Grüner wohnen kann ich jeden Tag im Jahr, wenn schon Hurricane, dann soll’s danach auch so aussehen“, lautet ein typischer Forumsbeitrag. Eine Altersfrage? Wittenstein: „Der Wunsch nach mehr Komfort steigt sicherlich proportional mit dem Alter der Besucher. Die haben dann ihre Erfahrungen in jüngeren Jahren schon gemacht und können sich diesen Luxus natürlich auch eher leisten.“

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Hurricane-Festival aus der Luft

Fakt ist: Die Wohnmobilplaketten sind seit Monaten ausverkauft, mit Unterkünften in der Region sieht es ähnlich aus, wie Sybille Algie vom Rotenburger Touristikverband TouROW berichtet: „Die Unterkünfte in Scheeßel selbst sind seit langem weg. Schon seit Jahren kommen die meisten Anfragen ab Januar.“ Gefragt seien sowohl Hotel- als auch Privatunterkünfte. Wie die von Tomas und Dörte Schiemann aus Jeersdorf, die ihre Ferienwohnung schon seit Jahren an Hurricane-Gäste vermieten. „Nach dem Hurricane ist vor dem Hurricane“, weiß Dörte Schiemann, „bei uns buchen die Gäste oft gleich fürs nächste Mal.“ Allein im vergangenen Jahr hätte sie ihre Wohnung mehr als 200 Mal vermieten können, „die Anfragen kamen sogar aus Polen und Finnland.“ Sie zählt nicht nur ältere Besucher zu ihren Gästen: Vom Gothic-Pärchen über Paradiesvögel bis zum älteren Ehepaar – die Schiemanns haben mit „ihren“ Hurricane-Gästen bisher nur gute Erfahrungen gemacht.

Das Gelände aus der Luft

Hurricane-Festival aus der Luft

Aufgegriffen wurde der Bedarf nach einem ruhigen Schlafplatz auch von einem Anbieter von Festivalreisen. Das Unternehmen „Cooltours“ wirbt mit einem Bus-Shuttle – Bett, Frühstück und WLAN inklusive. Das erstmals angebotene Hotel-Bus-Shuttle-Paket, bei dem die Gäste in einem Hotel in Achim untergebracht sind, werde gut angenommen: „Das war ein Experiment“, erklärt Marc Balluff von Cooltours, deren Shuttle-Busse auch bei anderen Festivals unterwegs sind, „unser Kontingent von 60 Zimmern ist komplett ausgebucht.“ Dabei seien nicht nur ältere unter den Kunden, sondern „auch neue, die sonst gar nicht kommen würden.“ Über eine Ausweitung des Kontingents im nächsten Jahr werde nachgedacht. Zu haben sind noch einige Restplätze in der Rotenburger Jugendherberge. Leiterin Rita Toll: „Auch wir haben jedes Jahr Hurricane-Besucher.“ Die schwierige Erreichbarkeit des Festivalgeländes mit öffentlichen Verkehrsmitteln schrecke jedoch einige potenzielle Besucher ab.

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