Hurricane-Festival: Die Anreise nach Scheeßel fällt wieder einmal in Wasser

Professionell, friedlich, nass

Für Patrick Schulze ist der Festival-Gepäcktransport ein guter Nebenverdienst. ·

Scheessel - Von Ulla Heyne. Wieder einmal eine nasse Angelegenheit – so gestaltete sich die Anreise von rund 20.000 der mehr als 70.000 Zuschauer des Hurricane-Festivals, die sich bereits am gestrigen Donnerstag zum größten norddeutschen Musikspektakel aufgemacht hatten.

Dabei hatte alles so gut begonnen: Noch um 13 Uhr herrschte strahlender Sonnenschein, mehrere Hundert Musikfans waren bereits per Bahn angereist, auf den Straßen blieben die Staus vorerst aus. Zwei Mitarbeiter der Bundespolizei aus Hannover, die am Bahnhof vor allem die Einhaltung der Absperrungen im engen Gleisbereich im Auge hatten, waren von der friedlichen Atmosphäre angetan.

Die Anreise zum Hurricane

Anreise zum Hurricane Festival in Scheeßel

Am Haken: Gestern verunglückten zwei junge Frauen, die auf der B 75 in Richtung Scheeßel unterwegs waren. ·

Am späten Nachmittag ereilte die feierfreudigen zumeist jungen Leute aus dem gesamten Bundesgebiet und dem benachbarten Ausland das gleiche Schicksal wie so oft in den vergangenen 14 Jahren: Gewitter erster Güte machten den Aufbau der Zelte und das Anstehen nach den inzwischen Kult gewordenen Einlass-Bändchen“ zum zweifelhaften Vergnügen. Die zum Teil mehrstündigen Wartezeiten sorgten für Unmut. Das Wetter hingegen nahmen die meisten festivalerprobten Besucher gelassen: So wurde der Bahnhofstunnel für einige kurzerhand zum Unterstand. Andere hatten vorausschauend sämtliches Gepäck in Frischhaltefolie eingewickelt.

Aufbau in Scheeßel

Hurricane Festival in Scheeßel - der Aufbau

Hauptbühnen stehen bereits in Scheeßel

Freuen konnten sich wieder die einheimischen Jugendlichen, die per Fahrradanhänger oder Bollerwagen ihre Gepäckdienste anboten: Sie kamen gut auf ihre Kosten. Der zwölfjährige Patrick Schulze, der von 15 bis 20 Uhr wie viele „Kollegen“ mit seinem Dinocar unterwegs war, entpuppte sich als alter Hase. Seine Forderung „Aber bitte Vorkasse“ wurde von Marcel und seiner Clique, die mit der Bahn aus Oldenburg angereist waren, mit einem anerkennenden „Hey, ein richtiger Checker!“ quittiert. Die meisten der Jugendlichen, die sich so pro Tag bis zu 200 Euro dazuverdienen, sind auch heute wieder dabei, um das Gepäck der restlichen Fans zu den Zeltplätzen zu bringen. Seitens des Veranstalters ist wieder mit einem ausverkauften Event zu rechnen, einige wenige Restkarten sind aber noch zu haben. Zum wichtigsten Accessoire, neben den obligatorischen Paletten Flüssignahrung, Einfülltrichtern, Aufklappzelten und Sofakissen scheint in diesem Jahr wieder einmal der gute alte Gummistiefel zu avancieren.

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