Kvelertak will doch nur spielen

Bands abseits des Rampenlichts beim Hurricane Festival in Scheeßel - Kvelertak aus Norwegen

Scheessel - Von Matthias Berger. Abseits der Headliner tummeln sich Bands auf dem Hurricane, denen das ganz große Rampenlicht verwehrt bleibt. Newcomer, deren Durchbruch auf sich warten lässt, alte Helden, die ihre Hochphase hinter sich haben, und Gruppen, die wieder aus der Versenkung aufgetaucht sind.

Kvelertak („Würgegriff“) kommen aus Norwegen, das hört man. Die Newcomer paaren Rock-Riffs und Background-Chöre ala Turbonegro mit Blast-Beats und Keifgesang, die an norwegischen Black-Metal erinnern. Früh entledigt sich Sänger Erlend Hjelvik seines T-Shirts und lässt das Publikum an seinem Sex-Appeal teilhaben. Er wirkt dabei wie der kleine Bruder des Frontmanns von Turbonegro. Spätesten als sich Hjelvik die Eulenmaske überstreift, ist klar: Die wollen nur spielen!

Hurricane am Samstag

Hurricane 2011: Der Samstag - Teil 1

Hurricane 2011: Der Samstag - Teil 2

Hurricane 2011: Der Samstag - Teil 3

Am anderen Ende der Karriereleiter befinden sich Monster Magnet. Die Rocker um Frontsau Dave Wyndorf huldigen am Sonnabend mit dem Opener „Nod Scene“ ihrer psychedelische Frühphase. Es folgt „Tractor“ („I got a nail in my head and a hole in my arm, I´m riding a tractor an a drug farm“), als hätte es Wyndorfs Entzug wegen Tablettensucht nicht gegeben. Klischees von „Sex, Drugs and Rock n Roll“ können nicht darüber hinweg täuschen, dass sich Monster Magnet auf dem absteigenden Ast befinden. Alte Hits wie „Space Lord“ und „Powertrip“ machen am Ende des Sets deutlich, dass die Band vor zwölf Jahren ihren Zenit überschritten hat.

Luftbilder vom Festival

Im Auge des Hurricanes - Scheeßel von oben

Vor zwölf Jahre hat Portishead eine Schaffenspause eingelegt, die unwirklichste Band des Festivals. Die Trip-Hop-Pioniere um die scheue Sängerin Beth Gibbons, die noch nie ein Interview gegeben hat, faszinieren die Zuschauer mit Songs, die zwischen Störgeräuschen, Krautrock und schleppenden Beats pendeln. „Mein Papa hat eine CD von denen“, wundert sich eine Teenagerin. Und verfolgt gebannt der traurigsten Stimme des Pop, die gerade „Nobody loves me – like you do“ ins Mikrophon haucht. Und daneben weint eine junge Frau in den Armen ihres Freundes.

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