Die große Halbzeit-Parade

Bremen - Von Thomas Kuzaj - „Karneval im Oktober – die sind ja jeck, die Bremer.“ Brigitte aus Köln kann sie nicht so richtig verstehen, diese herbstliche Parade in der Hansestadt. Etwa 200 000 weitere Zuschauer zeigten da mehr Verständnis. Sie feierten ihn einfach, den Bremer Freimarktsumzug.

Er markiert die Halbzeit des Volksfests – und während, um ein Beispiel zu nennen, bei der Halbzeit im Fußball innegehalten und Pause gemacht wird, geht es zur Freimarkts-Halbzeit richtig rund. Von der Neustadt über die Weser bis zur Bürgerweide, wo all die Buden, Zelte und Karussells des Volksfests stehen. Der Umzug gehört dazu. Dabei gibt es ihn lange noch nicht so lange wie das Fest, das ihm den Anlass gibt. In Zahlen: 975. Bremer Freimarkt, 43. Freimarktsumzug.

Die Bilder vom Freimarktsumzug

Die ersten Bilder vom Freimarktumzug

Wenn die Bremer (und die Butenbremer aus dem Umland, versteht sich) unter freiem Himmel feiern, dann gibt es immer ein großes Thema – das Wetter. Und, ja, es hat tatsächlich geregnet. Aber Bonbons! Viele kleine (und auch größere) Jäger und Sammler hatten sich darauf eingestellt. Sie fingen die fliegenden Süßigkeiten mit Händen, Tüten (Plastik und Leinen scheinen sich gleichermaßen zu eignen) und – mit Schirmen. Wenn man die umdreht, hat man ziemlich viel Platz für Bonbons. 141 Fußgruppen und Festwagen waren es dieses Mal dabei, um Bonbons, Musik und gute Stimmung unters ohnehin schon recht fröhliche Volk zu bringen.

Pappelstraße, Langemarckstraße, Bürgermeister-Smidt-Brücke. Dann Brill-Kreuzung, Obernstraße, Marktplatz mit Kleinem Freimarkt. Von dort weiter über Domshof und Herdentor zur Bürgerweide mit dem „richtigen“ Freimarkt – die Route bot, wen wundert‘s, keine Überraschungen. Die Überraschungen lagen eher in den Kostümen und in den Dekorationen.

Waren die Samba-Trommler nicht vielleicht noch etwas bunter und lauter als sonst? Ist das Leben mit und auf den vielen Bremer Straßenbaustellen wirklich so lustig, wie es die „Tafelrunde Hepstedt“ als „Bremer Wanderbaustelle“ darstellte? Bestimmt – jedenfalls dann, wenn man das Thema mit Humor nimmt.

Der Reiterfanfarenzug aus Visbek im Oldenburger Münsterland führte den Umzug an, gleich danach kam der Schaustellerwagen mit „Miss Freimarkt“ Kyra Jil Ahlers. Und dann folgten auch schon Esel, Hund, Katze und Hahn – die Bremer Stadtmusikanten. Für die Augen gab es also allerlei, für die Ohren allerdings auch – Techno-Beats mischten sich mit 80er-Jahre-Hits und der Musik von Blaskapellen und Spielmannszügen. Und wo die sind, da sind auch die Funkenmariechen nicht weit. Ein ungeschriebenes Gesetz, das auch beim Freimarktsumzug in Bremen gilt. Und nicht nur beim Karneval in Köln. Der aber hat ja noch längst nicht angefangen. Die Bremer sind eben schneller.

Jahr für Jahr prämiert eine Jury unter Vorsitz von Bürgerschaftspräsident Christian Weber (SPD) die besten Gruppen.

Festwagen: Platz 1 – Startnummer 67: Die Adelheider („Ist ja Freimarkt“); Platz 2 – Startnummer 19: Cato & Friends („Woodstock reloaded“); Platz 3 – Startnummer 59: Freundeskreis Ostlandstraße Wilstedt („Moorhexen und Hexenverbrennung“). -

Fußgruppen: Platz 1 – Startnummer 34: Huchtinger Löschknechte; Platz 2 – Startnummer 27: Ganderkeseer Vereine ; Platz 3 – Startnummer 91: Freizeitgruppe Bartsch („Fliegende Schmetterlinge“).

Einen Sonderpreis bekamen die Grafenthaler „Drachenreiter“ für ihre Kombination aus Fußgruppe und Festwagen.

Rubriklistenbild: © Mediengruppe Kreiszeitung / Jantje Ehlers

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