Wolfgang Sasse verzichtet auf den Ausmarsch

„Bin in meinem Leben genug marschiert“

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Wolfgang Sasse mit seinem schon arg verblichenen Ausweis.

Wildeshausen - Er hätte Schaffer werden können, wollte aber nicht. Er könnte theoretisch Gildegeneral werden. Das hängt aber von der Bürgermeister-Stichwahl ab. Und er hatte damals, als er in die Gilde eintrat, nicht genug Geld, sich ordentlich zu kleiden, um am Ausmarsch teilzunehmen: Wolfgang Sasse ist seit dem 13. Mai 1983 Mitglied in der Wildeshauser Bürgergemeinschaft.

Am Ausmarsch nimmt der CDU-Vorsitzende seit Jahren nicht mehr teil. „Ich bin in meinem Leben genug marschiert“, so der 67-Jährige, der am Pfingstmontag Geburtstag feiert. „Am 1. Juli 1965 habe ich meinen Dienst beim Fallschirmjäger Bataillon 313 in Wildeshausen angetreten und neben den Laufbahn- und Spezialistenlehrgängen bei der Bundeswehr die Aus- und Weiterbildung als Handballtrainer von der C- bis zur A-Lizenz gemacht, sowie für die British Handball Association als Trainer der Frauen-Nationalmannschaft an Turnieren, Meisterschaften und Weiterbildungen teilgenommen“, berichtet Sasse. Am 1. November 1981 wurde er in den Rat der Stadt gewählt und war bis 31. Oktober 1996 stellvertretender Fraktionsvorsitzender.

„Meine Fraktionskollegen Alrich Strahtmann und Friedrich Ahlers haben immer wieder versucht, mich als Schaffer zu gewinnen“, erinnert er sich. Seine Frau Beverly antwortete auf dieses Ansinnen Mitte der 80er Jahre in noch gebrochenem Deutsch: „Dann geh ich zurück zu England.“

„Als ich mich entschlossen hatte, in die Gilde einzutreten und mit meinen Kameraden der Bundeswehr und aus meiner Handballmannschaft ausmarschieren wollte, scheiterte das an einem Gehrock und einem Zylinder. Beides war bei Willroh-Schultze ganz schön teuer“, erinnert sich Sasse. Sein VW war zudem reparaturbedürftig. Also stellte sich den neuen Gildebrüdern die Frage: In neuer Kleidung marschieren oder in Zivil Bier trinken?

„Wir entschieden uns damals für das Bier“, so Sasse. In den folgenden Jahren seien sie aber auch ausmarschiert. „Wir haben sehr viel Spaß gehabt und natürlich über die Gilde die Wildeshauser Besonderheiten wie Festnahmen und das Gildegericht kennengelernt. Die ganz Harten wie Günther Weißmann und Klaus-Dieter Henke, beides Fußballspieler, sind sogar in die Wache eingetreten, hatten also bei der Bundeswehr anscheinend zu wenig Wache.“ „Gildeshauser“ Kopf Sasse freut sich auf jeden Fall jedes Jahr aufs Neue, „viele alte Kameraden und Freunde, die teilweise nur zum Gildefest kommen, zu treffen“.dr

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