Spielmann Peter Petersen stellt hölzernen Vierbeiner auf die Herrlichkeit/Oberst lehnt das Probe-Reiten jedoch ab

„General kann mit dem Pferd in die Pagenmarsch reiten“

+
Oberst Ernst Frost (l.) und Peter Petersen (Mitte) lassen Justus zur Probe reiten.

Wildeshausen - Von Joachim Decker. „General und Oberst steigen zu Pferd“, heißt es in einer Strophe des Wildeshauser Liedes. Genau das nahm sich Peter Petersen, Spielmann im Spielmannszug, zum Anlass, ein Pferd zum Appell auf die Herrlichkeit mitzubringen. Da allerdings jeder einmal klein anfängt, handelte es sich dabei zunächst um ein Schaukelpferd, das er auf der Pflasterung platzierte.

„Quatschen Sie mich nicht noch einmal von der Seite an“, ranzte Oberst Ernst Frost den Trommler an, der ihn während des Rockappells auf den „Vierbeiner“ hinweisen und einen Vorschlag vorbringen wollte. „Wieso von der Seite, Sie stehen doch vor mir“, war die Antwort.

So erinnerte der Spielmann den Oberst zunächst an die Strophe des Liedes: „Aus diesem Grund möchte ich Sie bitten, dieses Pferd erst einmal symbolisch unserem General zu übergeben.“ Nach der Gildewoche werde es dann gegen ein echtes ausgetauscht: „Wir wollen ja nicht, dass während des Gildefestes geritten wird. Das Pferd soll am Stadthaus angebunden werden.“ Dann stehe es dem Bürgermeister (General) jederzeit zur freien Verfügung: „Wenn er es eilig hat, kann er damit mal eben schnell in die unwegsame Pagenmarsch reiten und nach der Torflinse suchen.“ Dafür hatte Petersen symbolisch einen kleinen Bagger mitgebracht.

Oberst: „Dafür hätten Sie aber einen schriftlichen Antrag in dreifacher Ausfertigung einreichen müssen.“ Petersen: „Das hab ich, Herr Oberst. Leider gab es keine Antwort.“ Oberst: „Oh, dann hat wohl der Drucker nicht funktioniert. Das tut mir Leid.“ Petersen: „Das glaube ich nicht, ich denke eher, dass es bei Ihnen sofort im Papierschredder gelandet ist. Oberst: „Auf keinen Fall! So etwas kommt bei uns nicht vor, es herrscht schließlich Ordnung. Aber Sie sollten unbedingt daran denken, dass Sie auch für Pferdefutter sorgen.“ Petersen „Natürlich doch, was glauben Sie denn wohl?“

Zum Probe-Reiten war der Oberst dann jedoch nicht bereit. Dafür stellte sich der 18-monatige Justus Becker, Sohn eines Spielmanns, sehr gerne zur Verfügung. Und er machte eine gute Figur und wollte den Holz-Zossen gar nicht wieder verlassen.

„Ich hoffe natürlich, dass ich nicht noch einmal einen Antrag einreichen muss, sondern dass der General unsere Idee übernimmt und das Pferd auch nutzt“, betonte Petersen.

Der General wollte sich zu diesem Thema noch nicht äußern, sondern die Sache auch noch mit dem Ältestenrat der Gilde abstimmen. „Das wird schon laufen, immerhin ist der General auch offen für Neuerungen und Veränderungen. Da denke ich schon, dass er sich durchsetzen wird“, so Petersen.

Gildefest: Parade auf der Herrlichkeit

Gildefest Wildeshausen: Wecken am Dienstag

London: Fast alle Festgenommenen wieder frei

London: Fast alle Festgenommenen wieder frei

Werk-Kunst Ausstellung im Verdener Rathaus

Werk-Kunst Ausstellung im Verdener Rathaus

Unglücksfähre "Sewol" vor Südkorea auf Lastschiff verladen

Unglücksfähre "Sewol" vor Südkorea auf Lastschiff verladen

"Schwung und Kraft": Vettel jagt Hamilton in Australien

"Schwung und Kraft": Vettel jagt Hamilton in Australien

Kommentare