Königskompanie probt den Transport der neuen Majestät auf der Sänfte

Königs-Sturz soll nicht noch einmal vorkommen

+
Am Freitag zeigten Volker Böttjer (vorne links), Uwe Reinking (vorne rechts), Jens-Christian Senger (hinten Links) und Jan Poppe, dass sie durchaus in der Lage sind, die Sänfte unfallfrei zu tragen.

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Es war am 31. Mai 2007 um 20.38 Uhr, als es passierte: Der neue Gilde-König, Jens-Christian Senger, der den Papagoy um 20.30 Uhr von der Stange geholt hatte, fiel von der Sänfte, mit der er einer alten Tradition folgend vom Schießplatz getragen werden sollte. Damit so etwas nie wieder vorkommt, gibt es seit 2008 das Sänfte-Übungstragen für die Königskompanie der Wildeshauser Schützengilde im Krandel. Und genau das war am Freitagabend wieder der Fall.

„Nach dem Zwischenfall mit der Sänfte am Pfingstdienstag ist das Thema sofort auf die Tagesordnung zu unserer Jahreshauptversammlung im Januar 2008 gekommen“, betonten Thomas Johannes, seinerzeit Schriftführer der Kompanie, und sein Nachfolger Volker Böttjer. Der Antrag, fortan ein Übungstragen durchzuführen, sei von der Versammlung einstimmig angenommen worden. „So etwas darf in Zukuft einfach nicht mehr passieren“, sagte Böttjer.

Noch sehr gut konnte sich Senger an den Abend erinnern: „Es hatte den ganzen Tag schon geregnet, und auch das Königsschießen wurde von prasselnden Schauern begleitet. Als ich dann mit der Sänfte hochgehoben wurde, merkte ich sofort, dass das nicht gut gehen kann. Sie wurde immer schiefer, und plötzlich lag ich im nassen Gras.“

Am Freitag nun hatten sich zahlreiche Könige eingefunden, um an der Übung teilzunehmen. Traditionell wird die Sänfte von den vier Vorgänger-Königen der neuen Majestät getragen. Da jedoch nicht alle zum Übungstragen erscheinen konnten, übernahmen diese Tätigkeit Jan Poppe, Böttjer, Senger und Uwe Reinking. Schnell stellte sich allerdings die Frage, wer den König „spielen“ und sich auf die Sänfte setzen soll. Gerne hätte dies Paul Niester gemacht, der aber den Kompaniekameraden etwas zu schwer erschien. „Das sind eben alles keine echten Kerle“, kommentierte Niester schmunzelnd die Entscheidung.

Schließlich war es Hermann Petermann senior, er hatte vor 26 Jahren den Thron bestiegen, der als „Versuchskaninchen“ fungierte. Und unter strenger Aufsicht von Gilde-Oberst Ernst Frost und Friedrich Ahlers, als ältester Major der Gilde „Chef“ der Königskompanie, zeigten die Majestäten, was sie können. Problemlos wurde die Sänfte samt „König“ vom Schießplatz zum Gildehaus getragen. Im Anschluss erklomm noch einmal Theo Petermann, Enkel von Hermann Petermann senior, die Sänfte und wurde ebenfalls über den Platz getragen.

Opa Hermann und Vater Hermann Petermann junior, Gilde-König 1997, waren sich einig: „Sicherlich wird auch er einmal König der Gilde.“

Nach der „Arbeit“ ging es zum gemütlichen Teil des Abends über. In geselliger Runde wurde gegrillt. „Natürlich gibt es auch noch genügend Dinge, die besprochen werden müssen. Immerhin steht unser Gildefest vor der Tür. Dennoch steht nun die Geselligkeit im Mittelpunkt“, betonte Böttjer.

Das könnte Sie auch interessieren

Deutsche Soldaten sterben bei Hubschrauberabsturz in Mali

Deutsche Soldaten sterben bei Hubschrauberabsturz in Mali

Sommerreise durch den Landkreis Diepholz - der Mittwoch

Sommerreise durch den Landkreis Diepholz - der Mittwoch

Hochwasser-Einsatz der Verdener Feuerwehren

Hochwasser-Einsatz der Verdener Feuerwehren

Vorsicht: Hier lauern im Haushalt die meisten Keime

Vorsicht: Hier lauern im Haushalt die meisten Keime

Meistgelesene Artikel

55.000 schalten beim Deichbrand mühelos vom Alltag ab

55.000 schalten beim Deichbrand mühelos vom Alltag ab

Deichbrand Festival: Arte-Livestream aus Cuxhaven

Deichbrand Festival: Arte-Livestream aus Cuxhaven

Kommentare