Rockappell auf der Herrlichkeit / Gilde soll Schutt aus Pagenmarsch entfernen

Oberst geht mit dem falschen Degen nach Hause

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Bauschutt präsentierten Detlef Meyer und Peter Petersen Adjutant Andreas Tangemann und Ernst Frost (v.r.).

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Sie bekommt immer mehr Gewicht, die Aussage „Die Stadt ist die Gilde, die Gilde ist die Stadt“. Das stellte stellvertretend für viele andere gestern Nachmittag Trommler Peter Petersen vom Spielmannszug Wildeshausen während des Rockappells auf der Herrlichkeit unter Beweis. Er machte deutlich, dass die Gilde der Stadt bei den Resten zur Sanierung der Pagenmarsch helfen sollte.

Er und einige weitere Spielleute hatten symbolisch schon ein bisschen Bauschutt von der Pagenmarsch mitgebracht. „Ich schlage vor und beantrage, dass wir im Rahmen eines Ausmarsches alle mithelfen, den kompletten Bauschutt zu entfernen“, betonte Petersen. Am liebsten wollte er gestern schon während des Umzuges damit anfangen.

„Noch besser wäre es natürlich, wenn der Oberst für Donnerstag oder Freitag noch einmal das gesamte Regiment mobilisieren würde. Dann wäre die Fläche auf einen Schlag leer. Jeder könnte sich ein paar Brocken schnappen“, sagte der Trommler. Es gebe sicherlich auch genügend Gildebrüder, die ihre Bollerwagen mitbringen würden, um mehr transportieren zu können: „Allerdings müssten dann auch die Obrigkeiten laufen, denn auch die Kutschen benötigen wir für den Abtransport. Und ich gehe davon aus, dass sich auch von den Offizieren niemand drückt und mit einem Behältnis erscheint.“

Oberst Ernst Frost fand diese Idee gar nicht schlecht: „Das ist der beste Antrag, den ich von euch je bekommen habe.“ Lebhafte Diskussionen gab es dagegen um den Vorschlag, Wachesoldaten auf Stundenbasis zu vermieten, um Geld in die Stadtkasse zu spülen. „So können wir gut etwas einnehmen, denn die Gilde ist eben auch die Stadt. Und die braucht Hilfe“, erklärte Petersen. Er werde die Soldaten je nach Stärke für 7,50 Euro, 37,50 Euro und 42,80 Euro vermieten. „Sind das denn Loverboys, dann ist die Idee nicht schlecht“, entgegnete der Oberst.

Mit der ganzen Sache aber konnte sich der Feldwebel der Wache, Günther Weißmann, absolut nicht anfreunden: „Dieses Thema ist nicht über meinen Schreibtisch gegangen, also wird daraus nichts werden. Noch bin ich zusammen mit dem Hauptmann für die Wachkompanie verantwortlich. Da ist nichts mit einfach mal ein paar Leute ausleihen.“

Vor dem Appell hatte der Oberst auf dem Marktpatz die Röcke der Offiziere unter die Lupe genommen. Dabei kam es zu einem leichten Disput zwischen ihm und Friedrich Ahlers. In der Nacht zu Mittwoch hatte der Oberst wohl dessen Degen genommen und war damit nach Hause gegangen. Das Vertauschen wollte er jetzt dem Offizier vorwerfen. „Du kannst nicht lesen, auf meinem steht der Name. Ich habe dann den letzten genommen, der noch da war“, betonte Ahlers. Also könne er nicht schuld sein.

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