Polizei bereitet sich auf das Gildefest vor, sieht aber keine „Grund-Aggression“

Wachsam, aber furchtlos

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Polizist Harald Theile blättert in dem Ordner mit Infos über das Gildefest.

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. Die Polizei Wildeshausen plant, für das Gildefest mehr Beamte als an Wochenenden üblich im Dienst zu haben, dennoch befürchtet Harald Theile, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes, keine Gewalt-Exzesse.

Die Berichte aus dem Vorjahr unterstreichen seine Einschätzung. Handschriftlich hat der 60-Jährige aus dem ausgedruckten Einsatzbericht zum Gildefest 2014 die Art der Delikte während der Feiertage notiert: vier Trunkenheitsfahrten, zwei hilflose Personen, ein Handy-Diebstahl, Ruhestörung, Sachbeschädigungen an geparkten Autos und zwei Körperverletzungen.

Das ist nicht nichts, aber auch nicht alles davon steht in direktem Zusammenhang mit dem Gildefest. „Wenn wir gar keine Straftaten hätten, wären wir sehr zufrieden“, meint der Erste Polizeihauptkommissar, der am Wochenende in seine zwölfte „Gildefest-Saison“ als Leiter des Einsatz- und Streifendienstes startet. Es gebe mal mehr mal weniger, aber erfreulicherweise keine schweren Straftaten.

In einem dicken Ordner zum jeweiligen Gildefest hat er für seine Kollegen neben üblichen Dokumenten für Großveranstaltungen, wie Telefonlisten von Verantwortlichen, Schichtplänen und Informationen, welche Straßen gesperrt sind, auch einen Überblick über die Geschichte der Gilde abgeheftet.

Damit die Kollegen, von denen einige auch von auswärts kommen, nicht alles lesen müssen, hat Theile einige Abschnitte gelb markiert.

Rückblickend auf seine ersten Dienstabschnitte als Polizist in Wildeshausen in den 70er- und 80er-Jahren sagt er: „Der Sicherheitsdienst im Zelt federt heutzutage viel ab.“ Früher sei es bei einer Schlägerei im Zelt ein Problem gewesen, dass die Beamten zu spät am Tatort gewesen seien. „Wenn du durch die Menge gekommen bist, ist alles schon vorbei“, bringt Theile es auf den Punkt.

Neben dem Lob für die Arbeit der Sicherheitsdienste zeigt er sich auch sehr zufrieden mit der Atmosphäre unter den Feiernden während des Gildefestes. „Wer hierherkommt, der will friedlich feiern.“ Es sei keine Grund-Aggression zu bemerken.

„Man kennt und schätzt sich“, beschreibt der gebürtige Großenkneter das Verhältnis zur Gilde. Er ist aber kein Mitglied und würde das auch nicht wollen. „Ich kann nur eins: Mitglied sein oder das Gildefest dienstlich begleiten.“

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