Nach zwei Jahren bekommt „Ele“ Prochnow seinen Gildeausweis zurück

Trommler trägt Instrument auf der falschen Seite

+
Michael Prochnow ist überaus glücklich darüber, dass er seinen Gildeausweis zurückbekommen hat.

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Da staunte Michael „Ele“ Prochnow (72) nicht schlecht, als ihm dieser Tage plötzlich ein Brief ohne Absenderangaben ins Haus flatterte, in dem sich sein Gildeausweis befand. Nicht nur aus diesem Grund ist Prochnow unser heutiger „Gildeshauser Kopf“.

„Es ist zwei Jahre her, als mich in der Nähe meiner Wohnung zwei junge Männer angesprochen, angerempelt und mir dann mit einem Trick mein Portemonnaie aus der Tasche gezogen haben“, erzählt Prochnow. Und darin habe sich neben 20 Euro auch sein Gildeausweis befunden: „Dem habe ich dann am meisten nachgetrauert, weil er eine Seltenheit ist. Auf meinem Ausweis hat der Trommler nämlich sein Instrument auf der falschen Seite. Von diesen ,Fehldruck‘-Exemplaren gibt es schließlich nur sehr wenige.“

Dennoch hatte er den Ausweis längst abgeschrieben und sich einen neuen besorgt. „Natürlich war die Freude jetzt umso größer, als ich ihn wieder in der Hand halten konnte. Wer weiß, wer ihn wann und wo gefunden hat. Witzig ist an der Sache nur, dass er mir erst nach zwei Jahren zugeschickt wurde“, betont Prochnow.

Er stammt aus Brandenburg und lebt seit 1946 in der Wittekindstadt. Mit 21 Jahren ist er dann schließlich Mitglied der Schützengilde geworden: „Das war doch üblich, es gehörte sich einfach, in die Gilde einzutreten. Allerdings habe ich das ganze Pozedere schon bestens gekannt.“ Der Grund dafür sei darin zu suchen, dass sein Vater Pastor in der Alexanderkirche war, und die Familie somit an der Herrlichkeit im Pastorenhaus wohnte: „Da lag es natürlich nah, dass wir als Kinder am Pfingstdienstag stets auf der Herrlichkeit waren, um alles genau zu verfolgen.“

Aber nicht nur das, als Kind sei er auch regelmäßig mit Armbrust mit ausmarschiert: „Ich habe Jahr für Jahr am Schießen teilgenommen, aber es war mir nicht vergönnt, Kinderkönig der Gilde zu werden.“

Trotz aller Vorkenntnisse sei es schon sehr feierlich gewesen, als er auf der Herrlichkeit in die Gilde aufgenommen worden sei: „Wir hatten sehr schönes Wetter, neben mir sind noch 69 weitere Rekruten eingetreten. Oberst war damals August Kolhoff und General Heinrich Müller-Bargloy.“

Nach dem Einschreiben ins Gildebuch sei der Ausmarsch am Nachmittag ebenfalls recht spannend gewesen: „Ich muste zunächst in die Knüppelgarde der Kompanie Huntetor, der ich bis heute treu geblieben bin, obwohl ich schon längst in der Ratskompanie marschieren dürfte.“ In der Kompanie Huntetor sei einfach mehr Stimmung: „Wir haben stets eine Menge Spaß. Und der gehört zum Gildefest nun einmal dazu. Auch wenn ich in meinem Alter schon zu den 150 ältesten Gildemitgliedern gehöre.“

Das könnte Sie auch interessieren

Zahl der Asylsuchenden weiter zurückgegangen

Zahl der Asylsuchenden weiter zurückgegangen

Diese Luxus-Staatskarossen können auch Sie sich leisten

Diese Luxus-Staatskarossen können auch Sie sich leisten

Berliner Modewoche startet mit grünen Männern

Berliner Modewoche startet mit grünen Männern

Heavy Metal statt Hightech auf der Motorshow in Detroit

Heavy Metal statt Hightech auf der Motorshow in Detroit

Meistgelesene Artikel

Kommentare