Kuriose Urteile des Gildegerichts, die Geld in die Kasse bringen

Der Bart muss ab

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Der Bart musste dann doch nicht ab.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Wer am Sonntag ein wenig auffällig über den Handwerkermarkt schlenderte, durfte sicher sein, dass er innerhalb kürzester Zeit von der Wache festgenommen und dem Gericht vorgeführt wurde. Es drohten drakonische Strafen, Pranger – oder das Abschneiden des in Jahren sorgfältig gepflegten Bartes.

„Sie sehen aus wie ein Chinese“, stellte Gerichtspräsident Heinrich Boning bei einem Mann mit gezwirbeltem Kinnbart fest. So etwas könne man in Wildeshausen zumindest während des Gildefestes nicht dulden. Sehr schnell war Fourier Rolf Tepe mit einer langen Schere zur Stelle. Es gelang dem Mann jedoch, sich freizukaufen, bevor er mit der Bartpflege ganz von vorne hätte beginnen müssen.

Das Gericht zeigte sich bester Laune, nachdem es im vergangenen Jahr wegen des Gewitters kaum zu Urteilen gekommen war. Richter Carsten Kloster freute sich über das herrliche Wetter und „dass die Wache uns im Minutentakt“ neue Leute zuführt. So konnte es in der Kasse regelmäßig klingeln, denn kaum einer der Delinquenten kam davon, ohne Bares zurückzulassen.

Ein Hamburger musste sich einiges anhören, als er sich zudem als HSV-Fan outete. Zur Strafe sollte er das Werder-Lied singen. Als er sich weigerte, musste es immerhin das Wildeshausen-Lied sein. „Nur die ersten Zeilen“, forderte Boning, „dann stimmen alle mit ein.“ So kam es, dass annähernd 100 Personen gemeinsam auf der Westerstraße sangen.

Handwerkermarkt in Wildeshausen

Von herrlichem Wetter wurde der Handwerkermarkt gestern Nachmittag in der Wildeshauser Innenstadt begleitet. © Mediengruppe Kreiszeitung / Dejo 
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Von herrlichem Wetter wurde der Handwerkermarkt gestern Nachmittag in der Wildeshauser Innenstadt begleitet. © Mediengruppe Kreiszeitung / Dejo 
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Von herrlichem Wetter wurde der Handwerkermarkt gestern Nachmittag in der Wildeshauser Innenstadt begleitet. © Mediengruppe Kreiszeitung / Dejo 

Einem jungen Mann drohte nicht die übliche Strafe, auf das Rad geflochten und den Burgberg hinuntergerollt zu werden. Hier schlug Otto Böttcher sinnigerweise ein Recycling vor. Der Mann trug einen Helm auf dem Kopf, an dessen beiden Seiten Bierdosen befestigt waren. „Er macht intellektuell einen sehr eingeschränkten Eindruck“, ließ sich Kloster vernehmen und befürchtete gar ein Vakuum im Kopf. Da der Mann jedoch Aluminium mit sich herumtrug, kamen die Richter auf die Idee einer sinnvollen Verwertung. „Tonnenbestattung“, hieß das Urteil. Eine gelbe Tonne, so Böttcher schlage jedoch auch mit 60 Euro zu Buche. Somit kam das Gericht auch bei dieser seltsamen Strafe zu seinem verdienten Geld.

Hohes Gericht vor dem historischen Rathaus

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