Enttäuschte Fans / Festival wandert ab

„Für mich ist das Reload tot“

Juli 2010: Letztes „Reload“-Festival an der Twistringer Ziegelei.

Twistringen - Von Theo Wilke· Die Fans hatten nach dem fünften Festival im Juli eine Petition ins Internet gestellt; 1014 Unterschriften folgten. Der Rettungsanker, im Sommer von den Organisatoren in Richtung Rathaus geworfen, verfehlte sein Ziel.

Die Stadt bedauert dies, nennt aber keine Gründe: Das weit über Twistringen hinaus bekannte „Reload“-Festival, wandert ab – nach Sulingen. Seit Dienstag ist es offiziell (unsere Zeitung berichtete). Die Reaktionen der Fans im Internet reichen von „Ich werde garantiert nicht nach Sulingen fahren“ über „Also, für mich ist das Reload tot!“ bis hin zu „Reload ist die Ziegelei. So ein Gelände gibt es nur einmal und erst recht nicht in Sulingen“.

Das Reload 2010 in Twistringen

Reload Festival in Twistringen - Samstag

Im Sommer nach dem unerwartet geringeren Besuch des Festivals und den ersten Befürchtungen, das „Reload“ könnte abwandern, warb eine Unterstützer-Initiative für Twistringen. Julian Knickmann und Mitstreiter kritisierten, dass es in Twistringen „für die Sparte der 16- bis 25-Jährigen wenig bis gar nichts mehr“ gebe, um stolz auf die Stadt zu sein.

Organisator André Jürgens hatte damals offenbart: „Von einem blauen Auge sind wir weit entfernt.“ Von einer Finanzierungslücke im Wert eines Einfamilienhauses war die Rede. Um an der Alten Ziegelei bleiben zu können, erhoffte sich das Team mehr Hilfe von der Stadt. Sulingen bot aber offenbar mehr.

Billy Idol auf dem Reload

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Fans sehen das anders, wie weitere Reaktionen darauf im Internet zeigen: Sulingen möge durch sein finanzielles Entgegenkommen der attraktivere Standort sein, aber Twistringen sei einfach authentischer, und „ein offenes Feld wird niemals an die Alte Ziegelei rankommen (...).“ Steffen Behrensen meint: „Dann feiern wir halt mit unseren Ziegelei-Freunden weiter schöne Veranstaltungen.“ So denkt auch Franz-Josef Grohe von der Ziegelei. In Zukunft ist an kleinere Festivals gedacht, familiärer, und vor allem mit lokalen Bands.

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Erster Stadtrat Karl-Heinz Stöver bedauerte am Dienstagabend im Twistringer Ortsrat die Entscheidung zugunsten Sulingens. „Wir hätten das Festival gerne behalten, aber wir müssen das akzeptieren.“ Überraschend kam dies für Stöver nicht. Im Gespräch waren schon andere Kommunen, auch Vechta und Goldenstedt. Das Team um André Jürgens haben letztlich die zugesagte organisatorische Unterstützung durch „Initiative und Kulturverein Sulingen“ und die dortigen Rahmenbedingungen überzeugt. In Twistringen konnten die Festival-Macher zuletzt Probleme im Bereich Park- und Campingplatz sowie Sanitäres nicht lösen. Die Flächenmiete war ihnen zu hoch. Jürgens und Co. sahen sich andererseits der Kritik ausgesetzt, zu teure Alt-Stars eingekauft zu haben. Und mit der Band-Auswahl waren manche Fans auch nicht einverstanden. Nun soll es Sulingen richten.

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