Planung: Das Protokoll des Eröffnungstags

So wird der Freimarkt eröffnet

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So soll es auch morgen wieder sein: Erik Roßbander, der Gesandte des Kaisers, steht vor seiner Kogge und spricht zu den Bremern.

Bremen - Von Thomas Kuzaj · Um die historische Dimension des Freimarkts vor Augen zur führen, gehört seit ein paar Jahren ein Historienspektakel zum Eröffnungstag. Morgen, Freitag, soll es wieder so sein.

Am Nachmittag legt der Gesandte des Kaisers (in Gestalt des Shakespeare-Company-Schauspielers Erik Roßbander) mit einer Kogge (in Gestalt eines Nachbaus) am Martinianleger an, um den Bremern die Jahrmarktsgerechtigkeit zu überreichen – das Recht, zweimal im Jahr einen Markt abzuhalten. Auf dieses Dokument aus dem Jahr 1035 geht die Freimarktstradition zurück: 977 Jahre Freiheit des Handels. Ein Gedanke, der bei all dem Treiben in Karussells und Zelten ja bisweilen etwas ins Abseits rückt.

Gut also, dass es Roßbanders Auftritt gibt. Im besten Sinne Volksschauspieler, genießt er die Rolle, das sprichwörtliche Bad in der Menge. Geplant ist, dass die Kogge um etwa 15 Uhr in „See“ sticht und um 15.30 Uhr den Martinianleger erreicht. Bürgerschaftspräsident Christian Weber (SPD), Bremens protokollarisch ranghöchster Vertreter der Gegenwart, soll den Gesandten der Vergangenheit dort gebührend empfangen und begrüßen.

Über Schlachte, Erste Schlachtpforte, Bredenstraße und Stintbrücke zieht der kaiserliche Tross samt Parlamentspräsident dann zum Marktplatz. Gaukler gehören dazu – und eine Folklore-Tanzgruppe aus Bremens polnischer Partnerstadt Danzig. Es folgt ein (interner) Empfang im Haus der Bürgerschaft. Um 16 Uhr beginnt ein Programm auf der Bühne am Dom. Der Gesandte wird um 16.30 Uhr auf dieser Bühne erwartet, um den Bremern die Freiheit des Marktes einmal mehr zu vermitteln. Ja, die Freiheit der Märkte! Hier kommt auch Innen- und Freimarktssenator Ulrich Mäurer (SPD) hinzu. Und, der Historie und den Machtverhältnissen von einst folgend, ein Bischof. Die Tanzgruppe tanzt.

Danach wiederum bewegt sich der Tross zum Roland, dem Symbol bremischer Freiheit. Wie in jedem Jahr, so bekommt der Roland auch dieses Mal sein Freimarktsherz umgehängt – von Schornsteinfegern, die diese Aufgabe stets gern übernehmen. Geplanter Zeitpunkt: 17 Uhr.

Die Zeiten können sich natürlich noch ein wenig verändern, so eine Freimarktseröffnung folgt ja schließlich nicht einem total strengen Protokoll. Sondern bisweilen auch der spontanen Eingebung und den Bewegungen des Publikums.

Wenn der Roland sein Herz bekommen hat und das auch ausreichend gewürdigt wurde, fahren die Beteiligten mit einer historischen Straßenbahn in Richtung Bürgerweide – obwohl es um 1035 wirklich noch keine Bahnen gab, nicht mal historische.

Im Bayernzelt beginnt um 18 Uhr die offizielle Freimarktseröffnung mit 800 Ehrengästen, so Freimarkts-Urgestein Carl-Hans Röhrßen. Claudia Lange, die insgesamt 17 Jahre Marktmeisterin war, soll hier mit tüchtigem Dank verabschiedet werden (wir berichteten). Senator Mäurer sticht das erste Bierfass an. Die neue „Miss Freimarkt“, von der Jury einstimmig gewählt, wird vorgestellt.

Und die „Blues Brothers“ sollen für weitere Stimmung sorgen. Röhrßen: „1980 soll‘s da einen Film gegeben haben. Schon damals bin ich nicht mehr ins Kino gegangen. . .“ Aber den Musikern eile ein ausgezeichneter Ruf voraus.

Der Gesandte wird seinem Kaiser davon berichten können.

Der 977. Bremer Freimarkt dauert bis zum 4. November. Er öffnet täglich von 12 bis 23 Uhr; morgen, am ersten Tag, geht es auf der Bürgerweide ab 16 Uhr los. Freitags und sonnabends öffnen die Buden, Zelte und Karussells bis 24 Uhr. Die Bierpreise bewegen sich zwischen 2,50 Euro für 0,25 Liter und 6,50 Euro bis 8,50 Euro für einen Liter.

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