Rekord: 4,4 Millionen Gäste auf dem Bremer Freimarkt

4,4 Millionen Gäste haben sich nach Angaben der Schausteller auf dem Bremer Freimarkt amüsiert – ein Rekord. Überschattet wurde das 17-tägige Vergnügen, wie berichtet, von einem schweren Unfall. ·

Bremen - Von Nina Seegers. Wie jedes Jahr wurde gestern Abend der 976. Freimarkt feierlich zu Grabe getragen. Nach dem 17-tägigen Volksfest ziehen die Veranstalter eine durchweg positive Bilanz.

Aber so gut das Wetter auch war und so zahlreich die Leute auf Bremens Jahrmarkt stürmten, schmälerte doch der Unfall am Donnerstagabend im Karussell „Krake“ die feierliche Volksfeststimmung. „Der Unfall war für uns alle ein Schock, aber dennoch muss man sagen, dass man hier auch noch Glück im Unglück gehabt hat“, sagt Rudolf Robrahn, Vorsitzender des Deutschen Schaustellerbundes. Die 27-jährige Frau, die in der „Krake“ schwere innere Verletzungen erlitten hatte, war noch in derselben Nacht notoperiert worden und ist seitdem außer Lebensgefahr. Während ihre Freundin, eine 29-Jährige, ein Schleudertrauma davontrug, kamen die umherstehenden Gäste weitestgehend mit einem Schock davon.

Ursachensuche nach dem Unglück auf dem Freimarkt

Susanne Keuneke, Vorsitzende des Vereins der Schausteller und Marktkaufleute Bremen, erklärt: „Dass so etwas passieren konnte, war für uns alle überhaupt nicht vorhersehbar. Nun gilt es zunächst, die genauen Untersuchungsergebnisse abzuwarten.“ Bei der ersten Untersuchung am Freitag hatten Experten, wie berichtet, einen Haarriss an dem defekten Gondelarm entdeckt. Auch an einem anderen Gondelarm fanden sie einen kleinen Riss, dabei waren die Arme des Fahrgeschäfts noch vor sechs Jahren komplett erneuert worden.

Letzte Feier eine Stunde länger

Letzte Feier in Halle 7 eine Stunde länger

Abgesehen vom Unfall hätten in diesem Jahr aber alle Voraussetzungen gestimmt, so Robrahn. Rund 4,4 Millionen Gäste seien auf dem Freimarkt gewesen – „das ist ein Besucherrekord“. „Zum einen war das Wetter phantastisch, da hat man ja wahre Frühlingsgefühle bekommen, zum anderen fielen die Herbstferien genau in die Freimarkts-zeit“, so Robrahn. Dadurch seien nicht nur die Wochenenden, sondern auch die Wochentage außergewöhnlich gut besucht gewesen.

Party am letzen Wochenende

Impressionen von der Bürgerweide

Der Freitag in der Halle 7

Einer der Höhepunkte des 17-tägigen Volksfestes war mal wieder der Freimarktsumzug. „Die Leute sind von überall her ins Bremer Zentrum gekommen und standen zu Hunderttausenden am Straßenrand, das war phänomenal“, sagt Keuneke begeistert. Auch die offizielle Eröffnungsfeier an der Schlachte, zu der Kaiser Konrad II. mit einer Kogge anreiste, um Bremen wie anno 1035 die Jahrmarktsgerechtigkeit zu überreichen, sei gut besucht gewesen. „Wir sind ja eine traditionelle Familienkirmes und wollen auch auf die Ursprünge dieses Volkfestes hinweisen“, so Keuneke.

„Generell war das ein außergewöhnlich guter Freimarkt“, betont Robrahn. Auch nach Aussage der Polizei gab es nur kleine und wenige Zwischenfälle. „Der spezielle rustikale Charakter kommt einfach gut an. Hier treffen die unterschiedlichsten Leute aufeinander, das ist ein Fest der Völkerverständigung.“

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