Domweih-Beerdigungsgemeinschaft sagt Umzug ab / „Auflagen nicht erfüllbar“

Spaß, der „nicht ohne“ ist

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Bereits im vergangenen Jahr mussten Fahrzeuge beim Domweih-Umzug per Flatterband abgesichert werden. Nicht jeder Ordner nahm diese Aufgabe ernst. Darum wurden die Teilnahmebestimmungen jetzt noch einmal überarbeitet. ·

Verden - Von Katrin Preuß„Die Beerdigung findet statt, auf jeden Fall“, stellt Stefan de Lahr, zweiter Vorsitzender der Beerdigungsgemeinschaft Verdener Domweih, klar. Am Umzug, der traditionell den Auftakt zu dem Volksfest bildet, wird die Gruppe allerdings nicht teilnehmen. „Wir können die Auflagen des Veranstalters der Stadt Verden nicht mehr erfüllen“, heißt es dazu in einem Schreiben.

Tatsächlich gelten für die Teilnahme neue Bestimmungen. Unter anderem müssen alle Gruppen, ob nun zu Fuß oder mit Fahrzeugen, Ordner stellen, die mit Warnwesten auszustatten sind. Vor allem: Wer einen der Wagen sichert, muss namentlich bekannt sein und vorab eine Belehrung unterschreiben. „Wir lassen uns nicht diese Verantwortung aufdrücken“, sagt de Lahr.

In den vergangenen Jahren bildete die Beerdigungsgemeinschaft, gemeinsam mit den Johannitern, das Ende des Umzugs. Dem wiederum folgten die Zuschauer, die zuvor noch die Straßen säumten.

Sie seien zum Teil alkoholisiert gewesen, seien den Anweisungen der Beerdigungsgemeinschaft nicht gefolgt, hätten sogar gepöbelt, beschreibt de Lahr seine Erfahrungen des vergangenen Jahres. Der Druck der Menschenmassen sei so massiv gewesen, „wir haben gedacht, es ist Duisburg“, bemüht er einen Vergleich zu der Love-Parade-Katastrophe 2010.

Seine Forderung: Drei bis vier Polizisten sollten die Nachhut bilden. Außerdem sollten die Zuschauerströme umgeleitet werden

„Der Eindruck, dass die letzte Gruppe den Umzug nach hinten sichert, ist so nicht richtig“, sagt Angelika Revermann, Leiterin der Tourist-Informationen und Hauptorganisatorin des Domweih-Umzugs. Es sei allerdings auch keine Aufgabe der Polizei, fügt sie hinzu.

Leider habe die Beerdigungsgemeinschaft vor ihrer Absage keinen Kontakt zu ihr aufgenommen, bedauert Revermann. Sonst hätte sie der Gruppe mitteilen können, dass sie bereits Gespräche führe zur Absicherung des Umzugsendes. „Mir ist bewusst, wie Menschenmassen wirken können. Das nehme ich sehr ernst.“

„Wir wissen, dass wir den Vereinen einiges zumuten“, kommentiert Angelika Revermann die erweiterten Auflagen. Ihr sei bewusst, dass ihr als federführende Organisatorin häufig die Rolle des Spielverderbers zukommen. Es gehe bei allem aber nur darum, Schaden abzuwenden.

„Der Umzug macht einen Riesenspaß“, sagt Revermann. „Aber er ist auch nicht ohne“, weiß die Organisatorin um die Gefahren, die Massenveranstaltungen in sich bergen. Dass die Stadt den Teilnehmern mit der Auflage, Ordner zu stellen, aber gleichzeitig die Haftpflicht übertrage, sei nicht richtig, betont sie.

Neu am Anmeldeformular ist die Belehrung der Ordner, die einen Festwagen begleiten. Danach haben sie zum Beispiel auf eine freie Fahrgasse zu achten und dafür zu sorgen, dass die Zuschauer ausreichend Abstand zum Wagen halten. Auch Umstände, die eigentlich selbstverständlich sein sollten, sind nun schriftlich festgehalten: dass die Ordner ihre Position nicht verlassen dürfen und dass sie bis zum Ende des Umzugs die Finger vom Alkohol lassen müssen.

Das Lesen dieser Belehrung lässt sich die Stadt nun per Unterschrift von den Ordnern quittieren. Revermann: „Es ist eine Rückversicherung für uns, dass sie wissen, was zu tun ist.“

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