Selbstversuch des Kreisbehindertenbeirats: „Überraschend positiver Bilanz“

Domweih mit Handicap

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Mir dem Rollstuhl hat der Domweihbesuch so seine Grenzen. Der Behindertenbeirat entdeckte weniger als erwartet.

Verden - Mit Handicap aufs Volksfest: Wenn man die Domweih vom Rollstuhl aus erlebt, ergeben sich ganz andere Perspektiven. Das hatten die acht Mitglieder des Kreisbehindertenbeirats erwartet, als sie sich zu einer Runde über die Festmeile aufmachten. Dieser erste Selbstversuch des Gremiums hat dann aber eine überraschend positive Bilanz.

„Ich will etwas bewegen in der Öffentlichkeit“, sagt Dieter Eggert. Seit Februar ist er Vorsitzender des Kreisbehindertenbeirats. Die Domweih bietet ihm jetzt eine gute Gelegenheit, mit seinen Mitstreitern im Kreisgremium, aber auch vom Verein Behindertenbeirat Verden aufmerksam zu machen, worum es geht: Gesellschaftliche Teilhabe.

„So etwas wie die Domweih lässt sich natürlich nicht komplett umkrempeln“, ist Eggert eher bescheiden mit seinen Ansprüchen. Der Gedanke der Inklusion macht allerdings keine Einschränkung: Die Übereinkunft der Vereinten Nationen setzt das Ziel, dass keiner ausgeschlossen werden soll.

Dass für Eggert die Welt idealer sein könnte, ist verständlich. Seit einigen Monaten erst muss er selbst auf den Rollstuhl zurückgreifen, und so weiß er wovon er redet. Er kann auch damit leben, dass das Riesenrad für ihn tabu ist. „Aber so das Grundsetzliche, Essen, Trinken und die Toilette, müssen doch möglich sein“, ist er überzeugt.

Und die Bilanz der Testmannschaft ist positiv. Wo es nur ging, habe die Stadt Barrieren abgebaut und Teerrampen an den sonst schwer überwindlichen Bordsteinen anbringen lassen. Sogar rollstuhlgerechte WCs seien zu finden. Dumm nur, wenn die dann zugestellt sind. So hatte es Eggert erlebt. „Wenn das nicht vermieden werden kann, würden mehr stille Örtchen Alternativen bieten.“ Das könnte dann auch die Wege verkürzen. Die dichte Menge von Domweihbesuchern könne für Menschen mit Gehbehinderungen zu einer echten Barriere werden.

Ähnlich dürfte es anderen gehen, die auf einen Rollator angewiesen sind oder eingeschränktes Sehvermögen haben. „Es gibt ja Menschen mit den unterschiedlichsten Einschränkungen.“ Eggert und sein Stellvertreter im Beirat, Jago Kusche, haben auch die mit im Blick.

Viele Marktbeschicker hätten sich dem Trupp im Rollstuhl gegenüber im Gespräch sehr offen gezeigt, berichteten Kusche und Eggert. Ihre Mitarbeiter seien darauf eingestellt, bei Engpässen oder Hindernissen sofort zur Hilfe zu kommen. Die Unterstützung wird allerdings auch häufiger nötig werden. „Sehr oft hab ich den Tresen oder die Tischkante in Augenhöhe“, sagt Eggert: „Sitzhöhe wäre schön.“ Bei allem, was neu geplant wird, sollte die Barrierefreiheit mitbedacht werden, ist sein Wunsch für die Zukunft.

kle

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