Entenangeln, Dosenwerfen, Froschhüpfen: Die Klassiker sind auch im 21. Jahrhundert nicht vom Rummel wegzudenken

Es muss nicht immer Nervenkitzel sein

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Nicht nur Kinder, wie hier Kilian, haben ihren Spaß an den diversen Los- und Wurfbuden. Auch erwachsene versuchen hier immer noch gerne ihr Glück. ·

Verden - Nur fliegen ist schöner: Top-Favoriten unter den Nervenkitzlern auch auf der Domweih sind die Adrenalin treibenden Überschlagkarussells.

Doch auch Klassiker wie Autoscooter und Riesenrad oder ganz bodenständiges Vergnügen an der Losbude oder beim Dosenwerfen erfreuen sich großer Beliebtheit, wie ein Bummel über die Verdener Festmeile bestätigt.

Stofftiere, Barbiepuppen, Wasserpistolen und jede Menge unterschiedliches Spielzeug baumeln an den Spielbuden. Natürlich lockt das bunte Sammelsurium vor allem Kinder an. Aber nach Aussage der Betreiber können sich auch viele Erwachsene der Verlockung nicht entziehen. „Sie fühlen sich vielleicht an die eigene Kindheit erinnert“, vermutet Jessica Winter, die mit ihrem Mann Erich das „Blumenpflücken“ betreibt.

Beim Dosenwerfen stehen Marvin und Jonas mit den Bällen in der Hand. Auf die Frage, was sie gewinnen wollen, sind sich die Freunde einig: „Das Kartenspiel, oder das Wackeltier da vorne.“

Wo Jannick und Jolin Gaede zunächst hinwollen, wissen sie ganz genau. Als die beiden das Froschhüpfen erblicken, spurten die Geschwister los. „Das Fröschekloppen gehört definitiv zum jährlichen Domweihbummel dazu“, verrät Mama Gaede und zückt bereits ihre Geldbörse. Zwölf Schläge kosten sechs Euro, doch oft, so die Rethemerin, setzten die Betreiber gratis noch einen drauf.

„Solche Spiele gab es schon immer und es wird sie auch in Zukunft geben“, meint Kirsten Keese vom „Froschspiel“. Früher reiste ihr Schwiegervater Hubert mit dem mobilen Pavillon umher, der sich damals noch „Römerwerfen“ nannte. „Heute lassen die Kunden Frösche in Wasserbecken hüpfen, einst wurden Bälle in Weinrömer geworfen.“ Das Aufmachung heute sei aktueller, das Spielprinzip aber fast unverändert geblieben. „Für uns ist es wichtig, dass das Angebot so beliebt ist wie eh und je“, sagt Kirsten Keese und zeigt auf die Kinder, die beide ein Spielzeug gewonnen haben: Jolin hat sich „Schleim“ und ihr Bruder eine Wasserspritze ausgesucht.

Tausende Besucher auf der Domweih 2013

Tausende Besucher auf der Domweih am Montag

Ein paar Meter weiter zerdeppert die vierjährige Lara Fredrich mit Unterstützung von Papa Marco Geschirr, indem sie mit Holzkugeln auf schaukelnde Porzellanteller zielt. Und wieder ein paar Meter weiter hat Martin einen großen Fang gemacht. An der Angel des Achtjährigen baumelt ein blauer Holzfisch. „Super“, freut sich der Junge.

Nach ihm vergnügen sich Senioren aus der Seniorenresidenz St. Johannis, und zwei alte Damen angeln um die Wette. Nach 20 Fischen ist Schluss. Die Erfolge werden addiert und sie dürfen sich einen Preis aussuchen. „Hier geht in der Regel niemand leer aus“, verspricht der Mitarbeiter am Stand und reicht der Seniorin einen Schlüsselanhänger aus Stoff.

Karussells auf der Domweih 2013

Karussells auf der Domweih 2013

Auch bei Bettina und Oliver Steinecker wird seit Jahrzehnten gefischt. „Es geht dabei weniger ums Gewinnen, als um den Erfolg, einen Fisch an die Angel zu bekommen“, glaubt die Schaustellerin in der festen Überzeugung, dass das Enten angeln als großes Vergnügen für die ganze Familie nicht totzukriegen sein wird.

An anderer Stelle treten auffallend viele Menschen jeden Alters gegeneinander an und lassen Pferde um die Wette galoppieren. Im Autoscooter knüpfen derweil fast ausschließlich Jugendliche neue Kontakte – per Karambolage. · nie

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