Übermäßiger Alkoholgenuss

„Leider kennen viele hier ihre Grenzen nicht“

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Das Team der Johanniter-Unfall-Hilfe auf der Domweih.

Verden - Sie haben den eigentlichen Rummel, wenn andere auf die Domweih gehen: Die Sanitätskräfte der Johanniter-Unfall-Hilfe kümmern sich in Verden um die Erstversorgung - und erleben in diesem Jahr eine bislang ruhige Veranstaltung.

Silvia Gluesing versorgt eine Schnittverletzung.

Keine Großveranstaltung ohne Sanitätsdienst. Das gilt auch für die Verdener Domweih, auf der seit Jahrzehnten die Retter der Johanniter-Unfall-Hilfe, Ortsverein Verden, im Dauereinsatz sind. „Einige von uns nehmen sich sogar extra Urlaub, um ehrenamtlich zu helfen“, erzählt Rebecca König, die für die Domweih verantwortliche Gesamteinsatzleiterin. Weit über 500 Einsatzstunden werden die Helfer insgesamt an den Domweihtagen unentgeltlich leisten. König: „Die Einsatzkräfte sind in zwei Schichten, von 14 Uhr bis 19 Uhr und von 19 Uhr bis Mitternacht eingeteilt. Durchschnittlich sind in jeder Schicht zehn bis 15 Sanitätshelfer unterwegs.“ Doch nicht immer sind die Einsätze angenehm und mitunter werden die Sanitäter sogar verbal angegriffen oder auf dem Weg zum einem Einsatz beim Durchkommen behindert. „Wenn wir mit Blaulicht und Horn einen Weg durch die Massen bahnen müssen, ist das ohnehin kein leichtes Unterfangen. Dann ist die volle Aufmerksamkeit gefordert.“ Die Entgleisungen seien aber eine Ausnahme. „Es passiert vor allem nach übermäßigem Alkoholgenuss. Wir haben aber alle ein dickes Fell“, schmunzelt König. Die Bandbreite der bisherigen Einsätze auf der Domweih beschreibt sie als überschaubar. „Es ist relativ ruhig, etwa auf Vorjahresniveau“, so die Einsatzleiterin, die mit ihrem Team – das diesmal von Johannitern aus Alhorn und Bremen verstärkt wird – schon Patienten mit schmerzhaften Blasen, Schnittverletzungen, Sturzblessuren oder Kreislaufproben versorgt hat.

Als zumeist ursächlich für das Eingreifen der Einsatzkräfte nennt König übermäßigen Alkoholgenuss. „Leider kennen viele hier ihre Grenzen nicht.“ Ihre Grenzen haben auch die bislang sieben Domweihbesucher nicht gekannt, die am Morgen nach dem Domweihbesuch in einem Krankenbett der Aller-Weser-Klinik aufgewacht sind. Diese Patienten im Alter von 15 bis 30 Jahren – hatten nämlich dermaßen tief ins Glas geschaut, dass sie nicht mehr ansprechbar waren und mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden mussten.

Natürlich warten die Einsatzkräfte nicht nur in ihrer Basisstation am Piepenbrink auf einen Alarm, sondern streifen in Kleingruppen auch immer über die Festmeile. Den Rucksack, mit allen benötigten Utensilien für die Erste Hilfe haben sie natürlich immer dabei. Zum Domweihfinale appellieren die Einsatzkräfte an die Besucher, sich weiterhin umsichtig zu verhalten, in Maßen zu feiern und das Fest zu genießen. / nie

Domweih ist eröffnet

Domweih am Samstagabend

Domweih am Sonntag

Domweih am Sonntag - Teil 2

Verdener Domweih am Montag

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