Verlängerung der Domweih vertagt / Umfrage im Internet

Eine Mehrheit ist noch nicht in Sicht

Verden - Von Markus Wienken. Seit über 1.000 Jahren wird in Verden die Domweih gefeiert. Zwar nicht ganz so alt ist die Diskussion, das überregional beliebte Fest einen Tag zu verlängern, doch sie dauert schon einige Jahre. Und das Kapitel findet seine Fortsetzung.

Der Marktausschuss mochte am Donnerstagabend keine abschließende Empfehlung formulieren, will weiter „Marktforschung“ betreiben und im Internet eine Umfrage starten.

Sechs Tage, von Sonnabend bis Donnerstag, steht traditionell zu Beginn des Juni die für viele Verdener schönste Jahreszeit im Kalender. Die CDU-Fraktion hatte in einem Antrag angeregt, es zwar bei dieser Kernzeit zu belassen. Allerdings sollte schon einen Tag früher, am Freitag, der Markt geöffnet werden. „Es ist ein starker Veranstaltungstag, von dem Schausteller und Beschicker, aber auch Handel, Tourismus und Dienstleister der Stadt profitieren“, heißt es.

Die Verwaltung wollte es im Vorfeld genau wissen und fragte in den Reihen der Schausteller nach. Gelegenheit gab es anlässlich der Platzzusagen für die Domweih 2013. Aus den Reihen der etwa 150 Beschicker meldeten sich 76 zu Wort. „Eine beachtliche Rücklaufquote“, betonte Angelika Revermann, Leiterin der Tourist-Info. Das Ergebnis: 33 Beschicker machten ihr Kreuz bei Freitag bis Donnerstag, 31 sind für feiern wie bisher, 12 Befragte wollten sogar um einen Tag verkürzen.

Ein klare Mehrheit sieht hingegen anders aus, und die Aussagen auf der Schaustellerversammlung der diesjährigen Domweih halfen den Beteiligten auch nicht wirklich weiter. Zwar sei eine Verlängerung eher auf Skepsis gestoßen, doch Horst-Heiner Pabst, Vorsitzender des Marktausschusses, wollte das nicht als abschließende Meinungsäußerung verstanden wissen. „Da gibt es sicherlich den einen oder anderen, der sich nicht melden wollte“, deutete er an.

Seitens der Verwaltung wandte sich Marktmeister Rüdiger Nodorp gegen eine Verlängerung. Der Domweihumzug habe sich als Start des Festes am Sonnabend bewährt, großartige Gewinne seien zudem mit einem zusätzlichen Tag nicht zu erwarten. „Bei einer Ausdehnung werden sich die Umsätze lediglich auf sieben Tage verlagern“, lautete seine Prognose.

Das vorsichtige Abwägen von Für und Wider einer Aufstockung spiegelte auch die Diskussion im Ausschuss. „Die Schausteller sind durchaus bereit, eher anzufangen“, meinte CDU-Vertreter Jens Richter festgestellt zu haben. Er sieht zudem mit dem weiteren Tag eine Möglichkeit, insbesondere mehr Gäste aus dem Umland anzulocken. Richter stellte allerdings eine endgültige Entscheidung zurück und formulierte einen neuen Antrag. Danach solle die Verwaltung über die Domweih-Internet-Seite eine Umfrage starten.

Dafür gab es im Verlauf der Sitzung weitere Unterstützung aller Parteien. Allerdings müsste die Befragung gut vorbereitet sein und so detailliert ausfallen, dass als Ergebnis ein „möglichst umfassendes Meinungsbild aus allen Bevölkerungsteilen herauskommt“. Stellvertretend für den gesamten Ausschuss stand auch die Meinung von Johanna König (Grüne). Danach müssten im Falle einer Verlängerung die davon direkt Betroffenen mit ins Boot genommen werden: „Dazu gehören Anwohner, Praxen und Behörden.“

Für Sven Sottorff (CDU) bleibt die Notwendigkeit, neben der Umfrage im Internet, die Domweih zu verbessern. „Es ist ein gewisser Rückgang zu spüren, und dagegen sollten wir umgehend etwas tun.“

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