Backstagetour mit Lesern verschafft ganz neue Einblicke in das Volksfest

Domweih mit anderen Augen

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Zur Lebensmittelkontrolle war Umkleiden angesagt.

Verden - Wie funktioniert die Super Mouse? Was kennzeichnet einen Idar-Obersteiner Spießbraten oder warum gibt es „Eis wie Sahne“ immer nur auf Jahrmärkten zu kaufen? Mehrere Schausteller der Verdener Domweih ließen sich gestern Nachmittag auf die Finger schauen. Bei einer Backstage-Führung durften auch zehn Leser unserer Zeitung einen Blick hinter die Kulissen werfen und sich dort umsehen.

Bunt, laut, rasant und imposant – wer die Verdener Domweih besucht, erlebt genau diese Szenerie jenseits des Alltags. Dass hinter und in dieser schillernden Jahrmarktskulisse ganz „normale“ Menschen arbeiten, konnten die Teilnehmer an der nunmehr vierten Backstage-Tour erfahren. Ob Losstand von Max und Helga Kerner, Eisstand der Familie Manke & Coldewey, Spießbraten-Pavillon von Siggi Friedt, Oeltins Fischinsel, Schwarzwaldmühle, Kinderkarussell „Timmis Zeitreise“ oder der Adrenalinschocker „Super Mouse“ – während des mehr als zweistündigen Rundgangs wurde überall ein Stopp eingelegt.

Die Teilnehmer bekamen von den jeweiligen Schaustellern, von Marktmeister Rüdiger Nodorp oder der Leiterin der Verdener Tourist-Information, Angelika Revermann, allerlei Wissenswertes zu den Hintergründen der Domweih und der Schaustellergeschäfte erklärt. „Schausteller ist kein Beruf, sondern eine Berufung“, sagte etwa Max Kerner, der mit seiner Losbude seit vier Jahrzehnten auf dem Wall steht. „Die Resonanz hier ist super. Verden ist für uns das beste Volksfest in ganz Norddeutschland“, so der Schausteller, den man auch „die Stimme der Domweih“ nennt.

Von Nodorp und Revermann erfuhren die Teilnehmer der Backstage-Tour etwas über die jährlichen Vorbereitungen für die Domweih. „Diesmal stehen 155 Geschäfte auf der Meile. Sie wurden aus 923 Bewerbungen, von der Zuckerbude bis zur Achterbahn, ausgewählt“, hieß es. Knapp ein halbes Jahr Vorlaufzeit bräuchten die Planungen.

Domweih hinter den Kulissen

Domweih hinter den Kulissen

„Erst werden die großen Fahrgeschäfte festgelegt, dann die kleineren und natürlich die Gastronomie. Auf dem Papier steht die Domweih bereits im Winter.“ Beim „Schinderhannes“ trat dann noch Torsten Morawe, Lebensmittelkontrolleur bei der Kreisbehörde, in Aktion. Mit Interesse lauschten die Teilnehmer dem Bericht über das Prozedere der Lebensmittelüberwachung und es machte sich Erleichterung breit, als Morawe erzählte, dass er auf der Domweih in seiner sechsjährigen Tätigkeit noch keine gravierenden Mängel feststellen musste. „Es waren immer nur Kleinigkeiten“, sagte er und verteilte Hygienekittel, damit ihn die Gruppe auf einem Kontrollgang in die Kühl- und Produktionswagen des in Idar-Oberstein ansässigen Unternehmens begleiten konnte.

Beim abschließenden Zusammensein in der Schwarzwaldmühle zeigten sich alle Teilnehmer von der Führung beeindruckt: „Man sieht das jetzt mit anderen Augen. Man denkt gar nicht, welch hoher logistischer Aufwand und wie viel Arbeit hinter allem steckt“, waren sich beispielsweise die Teilnehmer Petra Cordes und Manfred Pehling einig. nie

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