Leiterin der Verdener Tourist-Info spricht über die Domweih

Angelika Revermann im Interview: Ein Festmeilensprint

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Sie sorgen dafür, dass der Betrieb in der Tourist-Info auch während der Domweih läuft (v.l.): Angelika Revermann, Astrid Schirwing, die Auszubildende Franziska Läpple, Annkathrin Sommer und Liz Lüdecke.

Verden - Angelika Revermann und ihre Mitarbeiterinnen haben in diesen Tagen viel zu tun. Denn im Büro der Tourist-Info laufen alle organisatorischen Fäden zur Vorbereitung der 1029. Domweih zusammen. Wir sprachen mit Angelika Revermann über ein Leben im Tiefflug.

Frau Revermann, im Vorgespräch meinten Sie, Sie würden nur noch im Tiefflug durch die Gegend düsen. Was müssen Sie denn so kurz vor dem Beginn der Domweih alles erledigen?

Vor allem in den letzten zwei Wochen geht es um viele Detailabsprachen rund um den Domweih-Umzug. Es unterstützen uns sehr viele Menschen, sei es nun die Feuerwehr, die Absperrungen an der Umzugsstrecke vornimmt, das Technische Hilfswerk, THW, das den Abschussplatz der Böllerschüsse absperrt, Behörden deren Parkplätze wir nutzen dürfen, Anlieger die in ihren Straßen nicht parken dürfen, der Bummelpassverkauf läuft an, viele teilnehmende Gruppen haben noch Fragen, die Backstage-Tour will organsiert sein und so könnte man die Liste noch verlängern. Vor allen Dingen läuft der Betrieb in der Tourist-Information ja auch weiter. Wir hatten in diesem Jahr schon sehr viele schöne Tage, so dass bereits viele Gäste in der Stadt unterwegs sind und für die das Team der Tourist-Information selbstverständlich zur Verfügung steht.

Wann beginnen die Vorbereitungen? Gilt auch bei Ihnen die Event-Organisations-Formel „Nach der Domweih ist vor der Domweih“?

Ein bisschen schon. Direkt nach der Domweih sind wir zunächst noch mit der Abwicklung beschäftigt, dann kommt die Nachlese: Was ist gut gelaufen, was nicht, was müssen und wollen wir im nächsten Jahr anders und besser machen und so weiter. Dann im Spätherbst geht es schon konkret um die Domweih im folgenden Jahr. Sobald Ende des Jahres die Zulassungen für den Festplatz beschlossen sind, fangen wir unter anderem mit den Planungen für den Bummelpass an und die ersten Plakate werden gedruckt. Der wirkliche Startschuss für die Domweih-Vorbereitungen, wenn man dann vom Beginn einer „heißen Phase“ sprechen will, ist der Versand der Anmeldeunterlagen für den Domweih-Umzug.

Wie haben wir uns Ihre Arbeit bezüglich der Domweih vorzustellen? Verlaufen die Vorbereitungen bis zu einem gewissen Zeitpunkt in ruhigeren Bahnen und geht es dann richtig zur Sache?

Es ist schon so, dass, je dichter die Domweih kommt, der Arbeitsanteil sich erhöht.

Aus früheren Berichten von Ihnen wissen Sie, dass Ihre Arbeit mit Beginn des Umzugs getan ist. Was machen Sie am Domweih-Eröffnungstag?

Das möchte ich so nicht unterschreiben! Richtig ist, dass eine große Anspannung von meinen Kolleginnen und mir fällt, wenn der Umzug vorbei ist und alles gut gelaufen ist. Wenn Sie es ganz genau wissen wollen: Wir fangen am Eröffnungstag morgens gegen 9 Uhr an. Es folgen dann Aufgaben wie Vorbereitung der Umzugsstrecke, Treffen und Briefing mit dem Moderator des Umzuges, nochmals Abfahren der Umzugsstrecke und so weiter.

Ab 12 Uhr sind wir dann an der Umzugsstrecke in der Bürgermeister-Münchmeyer-Straße. Die Gruppen treffen ein, wir haben ein Auge darauf, dass alle ihren richtigen Platz finden, die Regeln einhalten und so weiter. 13:30 Uhr sollten dann alle an der richtigen Stelle sein und es gibt das Startzeichen für den Beginn des Umzuges. Meine Kolleginnnen und Kollegen begleiten dann den weiteren Verlauf des Umzuges und ich flitze zum Moderationswagen in die Ostertorstraße, denn da wartet bereits die Umzugsjury auf mich. Auch hier gibt es letzte Informationen und Ausgabe der Bewertungslisten. Wenn die Zeit dann noch reicht, führt ein Weg immer noch zum Parkplatz des Versorgungsamtes, um Herrn Rohr, den Feuerwerker, zu begrüßen, der für die Böllerschüsse zu ständig ist. Anschließend bin auch ich an der Umzugsstrecke, um zu schauen, ob alles läuft, ob es irgendwo Schwierigkeiten gibt.

Wenn die Böllerschüsse abgefeuert wurden und die Domweih eröffnet ist, tagt dann noch die Jury, die Siegerurkunden werden gedruckt und ein letzter Sprint zum Festzelt auf dem Johanniswall steht an, damit auch pünktlich die Siegerehrung starten kann. Dann ist die Arbeit für den Tag geschafft.

Die nächsten Domweihtage sind zwar ruhiger, aber von einem Normalzustand möchte ich nicht sprechen. Der Bummelpassverkauf läuft. Da merken wir unsere Lage mitten auf dem Festplatz. Weitere Veranstaltungen wie die Backstage-Tour stehen an, Anfragen sind zu beantworten. Freitag nach Domweih trudeln dann die Abrechnungen der Schausteller ein, Vorverkaufsstellen rechnen ab und so geht die Liste weiter.

In den Wochen vor dem Volksfest kümmern Sie und Ihre Mitarbeiterinnen sich ja nicht nur um die Domweih. Vielmehr läuft das Tagesgeschäft in der Tourist-Info weiter. Wie organisieren Sie das? Teilen Sie Ihr Team auf?

Es gibt dann zwar kein „Domweih-„ und „Tourismus“-Team in der Tourist-Information, aber die Arbeiten sind schon zugewiesen. Wenn es um den Umzug geht, ist Astrid Schirwing mit im Boot, ebenso was die Pflege des Internet-Auftrittes und Facebook angeht. Geht es um Flyer, Drucksachen und so weiter, macht das Annkathrin Sommer. Viele unterstützende Handgriffe aller sind aber notwendig, um dann zum Eröffnungstag eine Punktlandung hinzubekommen.

Wagen wir mal einen kleinen Ausblick: Dürfen sich die Besucher auf etwas Besonderes anlässlich der 1030. Domweih freuen?

Eine zündende Idee gibt es noch nicht. Zur 1.025. Domweih waren die Schausteller zu einem Empfang mit Eintrag in das Goldene Buch der Stadt in das Rathaus geladen.

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