Viel Rock‘n‘Roll, wenige Toiletten und ein schweres Gewitter: Das Deichbrand Festival überzeugte trotz Widrigkeiten

Wattwandern zu Metal und Punk

Handgemacht und nicht vom Band: Jan Delay bei seinem „Deichbrand“-Auftritt.

Cuxhaven - Daniel Reinhardt (Eig. Ber.) · Was bewegt 14 000 Menschen aller Altersklassen dazu, drei Tage lang auf einer Kuhwiese umher zu springen, lauwarmes Bier zu trinken und bis zum Rand gefüllte Mobiltoiletten zu benutzen?

Auf diese Frage eine einheitliche Antwort zu finden, ist nicht leicht. Jeder hat seine ganz persönlichen Gründe, sich den widrigen Umständen eines Rockfestivals immer und immer wieder auszusetzen und ein Teil dessen zu werden. Ein nur schwer zu beschreibendes Gefühl des Zusammenhalts herrscht unter den Menschen. Man hilft sich, ist freundlich und feiert zur Musik. „Richtiger“ Musik – laut, live, handgemacht und nicht vom Band.

Den Freitagabend auf dem Deichbrand dominierten unbestritten die US-Rocker „Papa Roach“, die mit bekanntem Material wie etwa „Last Resort“ („Cut my life into pieces!“) überzeugten, aber auch neue Songs präsentierten. Mit dem Schlussakkord der Kalifornier um Frontmann Jacoby Shaddix setzte ein schweres Gewitter und Starkregen ein, was unter anderem dazu führte, dass die Hinterlassenschaften der Wiederkäuer auf dem Gelände sich wieder verflüssigten.

Den Headliner am Samstag gaben die Deutschrocker von „Madsen“. Mit eigenen bekannten Stücken wie „Du schreibst Geschichte“ aber auch mit Covern wie „Where is my mind“ setzten sie emotionale Impulse. Den Abschluss am Samstag bildeten „Heaven Shall Burn“ mit einem authentisch rockig-energischen Auftritt.

Der letzte Tag startete mit den Gnarrenburgern „A Chinese Restaurant“, die schon zum dritten Mal auf dem Festival auftraten. Gleich im Anschluss betraten auf der Nachbarbühne „Itchy Poopzkid“ die Bretter: Punk rocker, die ihr Publikum mit zupackend dynamischem Gestus zu emotionalisieren verstanden. Nach internationalen Größen wie Skindred aus Großbritannien oder Dúné aus Dänemark sorgte Jan Delay mit seiner Band „Disco No. 1“ für das krönende Finale am Sonntagabend.

Neben den großartigen Bands auf zwei Bühnen, die immer im Wechsel bespielt wurden, um die Wartezeiten zu minimieren, wurde auf dem Deichbrand Festival ein umfangreiches Rahmenprogramm geboten. Das Gelände, nur einen Steinwurf vom Seeflughafen Cuxhaven entfernt, konnte mit einem Helikopterrundflug einmal von oben angesehen werden. Da die Küste nur wenige Kilometer entfernt verläuft, gab es natürlich auch Wattwandern und Kitesurfen im Angebot.

Insgesamt war das Deichbrand 2010 in Cuxhaven ein gelungenes Festival mit einigen wenigen Mängeln. Nachbesserungsbedarf besteht vor allem bei den sanitären Anlagen wie Toiletten und Duschen, die für die Besucherzahl schlicht in zu geringer Anzahl vorhanden waren. Der informierte Festivalbesucher nutze deshalb das nur zehn Autominuten entfernte Quellenbad und zahlte dort € für eine lauwarme Dusche statt zwei Euro nur 1,50€ Euro Eintritt – freundliches Personal und saubere Toiletten inklusive.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Bilder aus Kroatien: DHB-Team zittert sich zum Sieg 

Bilder aus Kroatien: DHB-Team zittert sich zum Sieg 

Werder-Wechsel zu Bayern

Werder-Wechsel zu Bayern

Eine Vision vom Wohnen von der IMM

Eine Vision vom Wohnen von der IMM

Zehn Dinge, die Sie im Bewerbungsgespräch sofort disqualifizieren

Zehn Dinge, die Sie im Bewerbungsgespräch sofort disqualifizieren

Meistgelesene Artikel

Kommentare