Von Diepholz zum Deichbrand: Polizeisprecherin twittert für 55.000 Festivalisten

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Sandra Franke und Maren Fokken sind auch mit ihren Diensträdern auf dem Gelände unterwegs und berichten von der Stimmung draußen.

Cuxhaven - Von Jan Dirk Wiewelhove. Eben einen Tweet abgesetzt, etwas bei Facebook gepostet und im Ernstfall schnell reagieren, um die 55.000 Deichbrand-Besucher zu informieren, das ist der Job von Sandra Franke. Eigentlich ist sie als Polizei-Pressesprecherin im Landkreis Diepholz unterwegs, jetzt ist sie Teil des Social-Media-Teams der Festivalpolizei auf dem Deichbrand Festival bei Cuxhaven.

Das Netz schläft nie, deshalb sind geregelte Arbeitszeiten in diesen Tagen auch undenkbar. "Wir wollen uns als Polizei auch bürgernah präsentieren und suchen den Kontakt zu den Besuchern", erklärt Maren Fokken. Sie ist eigentlich Pressesprecherin in der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta und arbeitet mit Franke zusammen. Doch Einsatztage von bis zu 14 Stunden sind wohl in Ordnung, solange der Spaß nicht auf der Strecke bleibt. "Am Freitagabend haben wir uns die Broilers angeschaut, die sind echt toll", sagt Franke.

Die beiden Polizistinnen, die auch den Streifendienst kennen, wollen zum einen auf Facebook und Twitter über Einsätze informieren. Dabei ist ihnen ganz wichtig, dass alle Informationen von den Kollegen vor Ort bestätigt wurden - in Zeiten von "Fake News" durchaus sinnvoll, um Gerüchte zu vermeiden. Deshalb stehen Franke und Fokken im engen Kontakt mit der Einsatzleitung.

Zur Lage auf dem Deichbrand ist im positiven Sinne nicht viel zu sagen. Ein paar Diebstähle und Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz mussten aufgenommen werden. Am Donnerstag begleiteten die Frauen die angespannte Verkehrslage, die einige Besucher aufgeregt hatte. Die Straßen waren schlichtweg zu klein für den Besucheransturm. Dank einer schnell eingerichteten Umleitung entspannte sich die Lage gegen Abend. Schön sei der Fall gewesen, in dem ein Mädel ihr Handy verloren hatte. Kurze Zeit später nahm sie es aus den Händen ehrlicher Festivalisten wieder in Empfang.

Zum anderen will Franke auch das Image der Polizei in der Öffentlichkeit pflegen. Sie posten Fotos vom Besuch des Polizeivizepräsidenten von Oldenburg oder wagen einen Blick hinter die Kulissen der Polizeiküche. Es sei schon super, was die Kollegen leisten, das könne man ruhig auch zeigen, sind sich die Beamtinnen einig. Die Reaktionen auf die Posts seien durchweg positiv.

Ganz im Gegenteil zur Situation auf dem G20-Gipfel in Hamburg. Auch dort war Sandra Franke im Einsatz und hat das 35-köpfige Social-Media-Team unterstützt. Genauso wie auf dem Deichbrand war sie nicht nur vor dem Monitor zu finden, sondern auch auf der Straße. "Wir waren mittendrin und wollten die Stimmung mit Informationen und Fotos transportieren", erinnert sie sich. Die Lage sei eindrucksvoll, teils auch erschütternd gewesen.

Party auf dem Deichbrand am Samstag

Doch zurück an die Küste. Auch am Samstag und Sonntag werden sie lange arbeiten und die Lage im Blick behalten. Sie sind überzeugt von der Wirkung der Social-Media-Arbeit. "Wir konnten unsere Reichweite schon erhöhen in diesen Tagen", so Fokken. Bei Vermisstenfällen sei zum Beispiel auch Schnelligkeit gefragt, da sei Twitter ein Gewinn. Im Alltagsgeschäft in der Provinz sei Twitter hauptsächlich bei größeren Einsätzen sinnvoll, sind sich die Damen einig.

Doch irgendwann sei auch Feierabend. "Kraftklub und Marteria spielen doch heute Abend", sagen Sandra Franke und Maren Fokken. Da wollen sie einfach mal den Kopf frei bekommen und ein bisschen tanzen, bevor sie am Montag wieder in den Polizei-Alltag zurückkehren.

Die Festivalpolizei ist bei Facebook und Twitter unter den Accounts der Polizeidirektion Oldenburg erreichbar.

Gute Stimmung auf dem Campingplatz beim Deichbrand

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