Deichbrand bleibt wach, bis die Wolken wieder lila sind

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Als Marteria am Samstag Abend die Bühne betritt gibt es kein halten mehr.

Nordholz - Von Rieke Klotz. Der Samstag endet, wie er begonnen hat – heiß und mit viel guter Stimmung: Jupiter Jones stellen ihren neuen Sänger Sven Lauer vor, Marteria färbt die Waterstage grün und Jan Delay rockt mit Disko No.1.

Als Marteria am Samstag Abend die Bühne betritt gibt es kein halten mehr. Die Fans rasten aus, Bengalos werden gezündet und BH's fliegen durch die Luft. "Pyrotechnik ist kein Verbrechen" ruft der Berliner Rapper und die Menge gröhlt im Chor zurück. Nach den ersten drei Liedern verschwindet er von der Bühne und kommt als sein Alter-Ego Marsimoto zurück. Die Band trägt nun grüne Hoodies und Marsimoto selber springt maskiert in einem silber-grünen Einteiler über die Waterstage. Er performt mit gepitchter Stimme, während die Securitymänner Festivalbesucher mit grünen Rauchbomben aus dem Gedränge ziehen. Als Marsimoto die Bühne verlässt beruhigt sich die Masse. Aber nicht lange, denn Marteria kommt kurze Zeit später umgezogen wieder zurück und spielt seine Platin Hit Single "Lila Wolken". Das Publikum dreht wieder voll auf. Dann lässt sich der Rapper von der Menge auf Händen durch die ersten Reihen tragen. "Alle ziehen jetzt ihr Shirt aus!" befiehlt Marteria. Die Fans folgen seinem Beispiel und schmeißen ihre Oberteile beim letzten Track in die Luft. Es ist eh viel zu heiß für Klamotten. In einem Schlauchboot wird ein Helfer von "Viva con Agua" über die Crowd getragen. "Werft eure Pfandbecher in das Boot und spendet damit für Hilfsprojekte!" ruft Marteria, der letztes Jahr schon nach Uganda gereist war um dort Städte mit Wasser zu versorgen. Duzende Becher fliegen über die Köpfe der Deichbrandbesucher und finden ihren Weg ins Schlauchbote. Dankend verlässt Marteria "la familia Deichbrand" und geht unter "Zugabe"-Rufen von der Bühne.

Deichbrand-Festival: Der Sonntag

Inzwischen ist es abgekühlt und viele Festivalbesucher haben ihren Kater abgebaut. Zu Paulkalk Brenner stürmen sie in Massen Richtung Konzertgelände. Der unterhält seine Fans bis 2:15 Uhr und stimmt die Deichbrandgäste schon mal auf den Sonntag ein.

Heute, am Sonntag, spielen unter anderem Pop-Rocker Revolverheld, die Schweden von The Hives, SDP aus Berlin und der Schauspielrapper Alligatoah. Die Sonne brennt zur Abwechslung nicht mehr so vom Himmel, was besonders für SDP und Alligatoah im Palastzelt von Vorteil sein könnte. Die angestaute Hitze im überfüllten Zelt macht nämlich auch für die Fans das Warten nicht erträglicher. Trotzdem wird bei 28°C unter bewölktem Himmel weitergerockt.

Deichbrand-Festival: Der Sonntag mit Alligatoah, The Hives und Guano Apes

Auf dem Zeltplatz wird währendessen ein letztes Mal geduscht. Die Schlangen sind bis zu 30 Meter lang. An den Trinkwasserquellen werden Wasserschlachten veranstaltet und Spritzpistolen aufgefüllt. "So gehen die Hessen, die Hessen, die gehen so" tönt es über den Zeltplatz als eine Horde Frankfurter den Frühstücks-Wagen stürmt. Die Stimmung ist selbst am letzten Tag noch nicht abgeflaut. Zu den Beats von Alligatoah, aus mitgebrachten Soundsystemen, packen bereits einige ihre Schlafsäcke und Matratzen zusammen, damit man bei der Abfahrt in der Nacht nicht mehr so viel schleppen muss. Die Taschen und Rucksäcke sind jetzt um einige Bierdosen leichter und werden unter großem Gelächter Richtung Parkplatz geschleppt. Entgegen kommen junge Mädchen mit "SDP"-T-Shirt auf dem Weg ins Palastzelt. Nicht mehr lange, dann rappen dort die Sprachkünstler Vicnent und Dag-Alexis, gefolgt von Alligatoah.

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