Neue RK/VN-Serie: „Mein Hurricane“ / Scheeßeler Festivalgänger stellen ihre persönlichen Band-Favoriten vor

„Das sind die Helden meiner Jugend“

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Nicht nur regelmäßig im Publikum vertreten, sondern auch gern gesehener Gast auf der Bühne: Thorsten Finner.

Scheeßel - Das Hurricane-Festival wirft seine Schatten voraus. Seit Monaten feilen die Organisatoren am Line Up, durch die virtuelle Festivalwelt rollt eine Bandwelle nach der anderen.

Bei insgesamt mehr als einhundert Gruppen nicht einfach, da noch den Überblick zu behalten. Dabei sind neben den bekannten Headlinern – in diesem Jahr Rammstein, Queens of the Stone Age und den Arctic Monkeys – gerade die kleineren Acts oft unerwartete musikalische Fundstücke, die immer wieder für angenehme akustische Überraschungen sorgen, zufällige Entdeckungen auf dem Weg von einer Bühne zur anderen, oder ein guter Tipp von Freunden. Wir haben einige notorische Scheeßeler Hurricane-Gänger gefragt, auf welche Bands sie sich freuen und wen man sich beim diesjährigen Hurricane auf keinen Fall entgehen lassen sollte. In loser Folge stellen wir sie in den kommenden Wochen vor.

Elke Oppermann: „In der ersten Reihe vor der Bühne stehen muss ich heute nicht mehr.“

Die Schulleiterin der Beeke-Schule ist, mit Unterbrechungen, „eigentlich schon immer“ aufs Festival gegangen. „Früher auch mit Zelten, heute bin ich abends froh, zuhause zu sein“, verrät die Zevenerin. Als Hobbysängerin, die regelmäßig auf der Bühne steht, kennt sie sich aus in der Musikszene. Ihre Tipps tauscht sie sonst vor allem mit befreundeten Musikliebhabern über die sozialen Netzwerke aus. „In der ersten Reihe vor der Bühne stehen muss ich heute nicht mehr“, verrät die gestandene Musikerin, „außer vielleicht für folgende Bands“.

City & Colour: „Die sind ein ‚Must‘! Dallas Greens angenehm warme Kopfstimme, dazu schöne Texte und seine tollen Kompositionen, hoffnungslos sentimental und melancholisch – das läuft ganz oft abends bei mir am Schreibtisch. Ein toller Musiker, und auch noch unglaublich attraktiv – mit dem würde ich glatt nach Kanada gehen“ , gibt Oppermann zu. Die bereits für letztes Jahr angekündigte und kurzfristig ausgefallene Band rund um den Frontmann mit dem markanten Timbre hat das aktuelle Werk „Little Hell“ mit starken Country- und Folkeinflüssen im Gepäck, das im Gegensatz zu den Vorgängern mit einer kompletten Band aufwartet, sondern auch starke Country- und Folkeinflüsse an den Tag legt. Die Zuhörer erwarten intime und gefühlvolle Geschichten und eingängige Melodien.

Gogol Bordello: „Die mag ich aus ganz anderen Gründen“, meint Elke Oppermann. „Mit dem würde ich nirgendwo hinfahren. Das ist Gute-Laune-Mucke. Ideal für den Hurricane-Sonntagnachmittag, wenn man eigentlich schon ein bisschen müde ist. Ich hoffe, die spielen auch dann.“ Die neun Musiker aus allen Teilen der Welt lassen sich nur schwer in eine Schublade einordnen. Eine wilde Mischung aus Reggae und Rock’n’Roll, hier eine Prise spanischer Flamenco, dort ein Schuss slawische Klängen ... „Zigeunerpunk“ trifft den neuen Sound vielleicht am ehesten. Mit einem Mosaik aus Instrumenten, Pyrotechnik und menschlichen und tierischen Artisten, faszinieren die Lieblinge der Live-Bühnen immer wieder ihre Fans.

The Kyteman Orchestra: „Diesen Tipp habe ich von einem holländischen Zeltbauer bei Festivals, der hat mich angefixt. Die Jungs von Kyteman sind von sich selbst noch so begeistert, dass sie sich manchmal verlieren. Das darf noch etwas kompakter werden. Trotzdem, die Mischung aus Hiphop und Orchestermusikern fasziniert mich. Heute wird experimentiert, da kommen immer mehr neue Richtungen, neue Klänge heraus – spannend! Da würde ich gern mal mitmachen!“ The Kyteman Orchestra besteht aus mehr als 18 Streichern, Gitarren, Bass, Posaune, Rappern und 30 Chorsängern. Klassische Musik im Flow des Hip Hop, dazu tighte Beats und Jazzanleihen – eine spannende musikalische Melange.

Thorsten Finner

Thorsten „Todde“ Finner hat eine besondere Beziehung zum Hurricane – ist der 32-jährige Mediengestalter nicht nur selbst mit schöner Regelmäßigkeit im Publikum zu sehen, sondern auch gern gesehener Gast auf der Bühne. Mit seiner Band Everlaunch bespielte der Sänger, der derzeit auf Solopfaden unterwegs ist und gerade für den 6. April ein Zusatzkonzert im Haake-Meyer bestätigt hat, 2006, 2009 und zuletzt 2012 die Bühnen am Eichenring. 2009 war es auch, als er – direkt auf dem Festivalgelände – die Platte seines diesjährigen Tipps kaufte. „Das war am Sonntagabend, als das Festival schon fast zu Ende war.“ Auf diese Band freut er sich auch dieses Jahr.

The Smashing Pumpkins: „Das sind die Helden meiner Jugend. Eine Band, deren Kontrast zu dem, was ich momentan so bevorzuge, größer nicht sein könnte: Lauter, krachiger Chicago Grunge. Billy Corgan’s Stimme quäkt sich in die Gehörgänge und seine Lyric brennt sich fest. Und das nach über 25 Jahren Bandgeschichte. Hits wie Tonight, oder Disarm sind nur zwei Hymnen dieser Überband.“ In der Tat, die musikalischen Vordenker um Kreativ-Kopf Billy Corgan brüten ständig neue Konzepte aus, erfinden sich ständig neu und überraschen ihre Fans auch mal mit einem Album zum freien Herunterladen.

Editors: Ein heimlicher Headliner sind für Finner die „Editors“: „Endlich zurück, nach einer gefühlten Ewigkeit! Und dann noch mit neuem Album im Gepäck!“, freut sich der Rotenburger. Die Band aus Birmingham hat es geschafft, seit ihrer Gründung 2003 mit Hits wie „Munich“ oder „Papillon“ immer wieder eigene Duftmarken im Bereich des Post-Punk zu setzen.

Ben Howard: „Nein, nicht der Howard aus der Pro7-Castingshow, der mit Persönlichkeit und Musik überzeugt!“, meint Finner zu seinem dritten Tipp, „sein Debütalbum Every Kingdom ist weltweit eingeschlagen wie eine Bombe – und das zu Recht! Wer auf modernen Folk und interessantes Gitarrenspiel steht, sollte sich Ben Howard nicht entgehen lassen.“ Der Künstler, der die Welt mit seiner Stimme, seiner Gitarre und einigen musikalischen Wegbegleitern betourt, erobert nicht nur Damenherzen, sondern mit Songs von und für Herzen ganz Großbritannien. · hey

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