Schon am Nachmittag zieht es viele Besucher auf die „Breminale“

Hochzeitswahn im Grünen

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Michael Kranixfeld (rechts) verheiratet an seinem Stand auf der „Wohnlichen Wiese“ Festivalbesucher: schnell, unkompliziert und gratis. ·

Bremen - Von Nina Seegers. Unter strahlend blauem Himmel zieht es schon am Nachmittag viele Besucher auf die „Breminale“. Zu Kaffee, Kuchen und Eis genießen die Leute das bunte Treiben auf den Osterdeichwiesen und hinter der Kunsthalle. Auf der „Wohnlichen Wiese“ ist ein regelrechter Hochzeitswahn ausgebrochen, während viele junge Familien das große Kinderangebot nutzen.

Vom Fadenspiel über Holzwerkstatt bis hin zum Bau einer Wasserbahn, die kleinen Gäste können sich auf dem fünftägigen Festival ordentlich austoben. Auf der „Himmlischen Wiese“ – das neu hinzugekommene Areal hinter der Kunsthalle – wird eine vier Meter hohe Fahrradskulptur von Klaas Seekamp zum Klettergerüst. Gleich nebenan malen Kinder schaukelnder Weise abstrakte Bilder. „Welche Farbe willst Du als nächstes?“, fragt die Betreuerin Lydia Kunkel ein kleines Mädchen. Das liegt mit dem Bauch auf einer Art Hängematte, die mit dicken Seilen unter einem großen Baum befestigt ist. Mit einem langen Pinsel streicht das Mädchen, während es über einem Stück Tapete schaukelt, über den Maluntergrund. „Die Tapeten werden hier zum Trocknen hingelegt, anschließend können die Kinder ihr Bild mit nach Hause nehmen“, sagt Kunkel.

Breminale am Donnerstag

Ein paar Meter weiter laden zwei Darsteller der Performancegruppe „Fou Dada Dodo“ die Festivalbesucher zum Tee in ihr Reich ein. In einem Gestell, das einer riesigen Käseglocke gleicht, nehmen die Gäste auf umgedrehten Blumentöpfen Platz. Jeder wird gebeten, einen Haarreifen mit großen Ohren an der Seite, die wie Schuhsohlen aussehen, aufzusetzen. Dann wird der Tee – auf Pappe aufgemalte Tassen – serviert. „Geht nicht zu nah ans Feuer“, warnt der eine Darsteller die Gäste und zeigt dabei auf eine auf Pappe gemalte Flamme in der Mitte des Raums. Dann beginnt er die Geschichte vom Grashüpfer, der einen Laden hat, zu erzählen. . . „Fou Dada Dodo“ verzaubert die Leute mit viel Charme und sympathischem Irrsinn. Selbst bezeichnen sich die Darsteller als Magier, Eigenbrötler und Geschichtenerzähler, denen man nicht alles glauben muss, was sie erzählen. „Fou Dada Dodo“ präsentieren die Performance ein weiteres Mal heute, Sonnabend, um 16 Uhr und morgen um 14 Uhr auf der „Himmlischen Wiese“.

Wer mal eben schnell und unkompliziert den Bund fürs Leben schließen will, muss dafür nicht extra nach Las Vegas. Auf der „Wohnlichen Wiese“ geben sich die Besucher am laufenden Band das Ja-Wort. Vor einem Holztresen steht geschrieben: „Hochzeit to go – sofort heiraten, gratis!“. Michael Kranixfeld vom Theaterkollektiv „Gefährliche Liebschaften“ aus Hildesheim gibt sich hier als amerikanischer Priester aus und traut so ziemlich alles und jeden, während aus einem kleinen Lautsprecher eine Orgel den Hochzeitsmarsch dudelt und Rosenblätter durch die Luft fliegen. Als Dokument ihrer Ehe erhalten die Frischvermählten ein Zertifikat. Kranixfeld erzählt, er habe innerhalb von kurzer Zeit schon 15 Ehen geschlossen. „Verheiratet haben sich ganze Familien, beste Freundinnen mit ihrem Hund, aber auch ganz gewöhnliche Liebespaare“, erzählt er.

Morgen, am letzten Tag der „Breminale“, ist der Osterdeich den ganzen Tag abgesperrt. Ab 11 Uhr startet dort das „Deichbankett“. Dann serviert das Bio-Catering-Unternehmen „Mundart“ rund 200 Gästen an einer langen Tafel ein edles Drei-Gänge-Menü. Karten kosten 15 Euro und sind im Ökodorf auf der „Breminale“ erhältlich.

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