„Breminale“ will vom 15. bis 19. Juli mehr als 200 000 Besucher anlocken

„Kulturplattform“ am Deich

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Noch zwei Wochen, dann wird es erst: Susanne von Essen und Max Maurer haben das kulturelle Großereignis „Breminale“ organisatorisch fest im Griff.

Bremen - Von Lars Kattner. Auf den ersten Blick mag das bunte Treiben am Osterdeich während der „Breminale“ reichlich chaotisch erscheinen. Ist es aber nicht, wie der zuständige Projektleiter Max Maurer gestern im Rahmen einer Pressekonferenz versicherte: „Auch, wenn es vielleicht nicht so wirkt, aber jeder Meter ist genau durchgeplant.“ Das kulturelle Großereignis soll vom 15. bis 19. Juli mehr als 200 000 Besucher an den Deich locken.

Mit seinem Song „Wolke 4“ hat es Philipp Dittberner binnen weniger Tage in unzählige Ohren und Herzen geschafft. Am 19. Juli spielt er um 20.30 Uhr im „Deichgraf“.

Etwa 170 Veranstaltungen, Aktionen und Konzerte haben die Organisatoren in den vergangenen Monaten geplant und koordiniert, damit auch die mittlerweile 28. Auflage zu einem Publikumsmagneten wird. Denn schließlich verstehe man sich „als Kulturplattform für Bremen“, wie Maurer betont. Entsprechend breitgefächert ist das Programm. So geben sich allein auf den vier großen Bühnen „Flut“, „Deichgraf“, „Baronesse“ und „Himmelwärts“ so illustre Namen wie Philipp Dittberner, „Turbostaat“, Andreas Kümmert, Ezra Furman, Joris und Graham Candy die Klinke in die Hand. „Wir genießen ein hohes Vertrauen bei den Agenturen“, sagt die künstlerische Leiterin Susanne von Essen. „Wir überzeugen mit unserem Konzept und natürlich dem Veranstaltungsort.“ Deswegen sei es kein Problem, die vielen Slots mit guten Künstlern zu besetzen. Im Gegenteil: Oft kämen die Anfragen so früh, dass die Agenturen vertröstet werden müssten, bis das endgültige Konzept stehe.

Aber auch neben der Musik wird den Besuchern jede Menge geboten. Auf dem „Tanzboden“ wird zum Beispiel Lindy Hop und Tango zu Live-Musik getanzt, während im benachbarten „Bio-Erleben-Dorf“ regionale Bio-Produzenten ihr Angebot präsentieren. Auf der „MS Treue“, dem Hotspot für Partywütige, steigt am Eröffnungsmittwoch der „Clubverstärker-Abend“, der erstmalig live im Internet gestreamt wird. Wer es etwas ruhiger mag, wird auf der „Himmlischen Wiese“ bei der Kunsthalle fündig, die am Sonnabend und am Sonntag am Südeingang freien Eintritt gewährt. Dort gibt es Hörkino, Yoga, Theater und Lesungen. Und im benachbarten „Himmelwärts“-Zelt kann am Freitagabend jeder beim „Ich-kann-nicht-singen-Chor“ mitträllern. Und auf der mit zahllosen Mitmach-Aktionen gespickten Kinderwiese dürfte auch der Nachwuchs glücklich werden.

Einen spannenden Pilotversuch startet in diesem Jahr zudem das Projekt „freifunk.bremen.net“. Ziel: offenes W-Lan für alle. „Es ist ein Versuch, wir können nichts versprechen“, warnt Maurer vor allzu großen Erwartungen. Der Hintergedanke ist allerdings naheliegend. Bei mehreren zehntausend Besuchern können die Handynetze schon mal an ihre Grenzen geraten. Spontane Verabredungen werden da schnell zur Herkulesaufgabe. Zudem soll zum Start die „Breminale“-App fertig sein. „Per Push-Funktion können wir dann markante Informationen wie Unwetterwarnungen schnell und unkompliziert kommunizieren“, sagt Maurer. Apropos Kommunikation: Ein großes Lob sprechen die Veranstalter den Anwohnern aus. „Die sind wahnsinnig geduldig und tolerant. Und wenn es unterschiedliche Ansichten oder Auseinandersetzungen gibt, unterhalten wir uns gemeinsam in einer konstruktiven Atmosphäre“, sagt Susanne von Essen.

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