Teilnehmer von „Songs & Whispers"

Breminale: Bühne frei für Flüchtlingsprojekt

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Junge Flüchtlinge im Übergangswohnheims Schiffbauerweg sind Teilnehmer des Workshops.

Bremen - Wenn sich am Sonntag bei der Breminale die Zeltbühne „Baronesse“ internationale Künstler aller Hautfarben der Reihe „Songs & Whispers“ das Mikro in die Hand geben, ist das nicht weiter ungewöhnlich – oder doch?

Das Line-Up verdient einen näheren Blick, denn noch vor der Amerikanerin Aireene Espiritu, dem Australier Kaurna Cronin oder dem irischen Duo Odi gehört die Bühne Menschen aus Syrien und Erithrea. Und es sind keine Musiker, die gemeinsam Blowing in the Wind“ oder U2s „One“ anstimmen, sondern Flüchtlinge.

Heiko Grein, Mitbegründer der Serie „Songs & Whispers“, erklärt, wie es zu dem ungewöhnlichen Auftakt unter dem Titel „Refugees are welcome“ kam: „Vor unseren Agenturräumen in der Nähe des Übergangswohnheims Schiffbauerweg haben wir im Sommer manchmal offene Jam-Sessions abgehalten. Irgendwann sind Bewohner rüber gekommen und haben geguckt – und irgendwann auch mitgemacht.“ Die Idee zu Workshops war geboren. Seit gut einem Jahr haben die Bewohner der Flüchtlingsunterkunft einmal pro Woche die Möglichkeit, sich gemeinsam mit den beiden Workshopleiterinnen an Instrumenten wie Gitarre, Keyboard oder Percussioninstrumenten – alles Spenden netter Nachbarn oder auch eines großen Musikhauses - auszuprobieren. Wo Sprachbarrieren die Kommunikation verhindern, soll die Musik den Dialog weiter führen. Anfang Juni wird ein zweiter Workshop im Überganswohnheim Überseetor anlaufen.

Kursleiterin Mona Linge weiß: Was sie und ihre Kollegin dort anbieten, ist nicht nur Musik oder das Erlernen von ein paar Gitarrengriffen – sondern kultureller Austausch und die Möglichkeit, Gefühle auszudrücken. „Wenn wir kommen, warten die Menschen oft schon auf uns, und einer meinte neulich: Spielt was Trauriges, heute ist mir so zumute.‘“ Denn auch Zuhören ist erwünscht – oder eben auch Mitmachen. Kinder hätten häufig am wenigsten Hemmungen, Keyboard oder Gitarre auszuprobieren. Wer will, bekommt einige Akkorde gezeigt, „wobei das vielen Kulturen fremd ist, wo eher gezupft wird“; weiß die Musikerin. Egal, ob sich die Teilnehmer Lieder wünschen – auch wenn das europäische und amerikanische Kulturgut oft fremd ist; „Hotel California“ kennen viele. Oder wenn Bewohner mit ihren eigenen Tamburs Musik aus ihrem eigenen Kulturkreis vorspielen – „die positive Energie im Wohnheim ist zu spüren!“

Gemeinsam mit den Musikern, die am Sonntag auf der Baronesse zu erleben sind, wollen die Organisatoren ein Zeichen setzen: Sie haben alle Workshopteilnehmer eingeladen, gemeinsam live zu musizieren und somit „mit den bescheidenen Möglichkeiten ein Signal zu senden und Denkprozesse anzustoßen“, so Pressesprecherin Mareike Böhme.

„Regufees are Welcome“ geht am Sonntag, 19.Juli, ab 15 Uhr auf der „Baronesse“ über die Bühne.

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