Erster Breminale-Besucher ist wie immer der Regen

Zwischen Shisha, Curry und Chillout-Zone

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Auch der diesjährige Breminale-Auftakt kam nicht ohne den fast schon obligatorischen Regen aus.

Bremen - Von Ulla Heyne. Die Flächen zwischen den Zelten auf den Osterdeichwiesen füllen sich zum Auftakt der „Breminale“ am Mittwochabend allmählich. Pünktlich zum Start des 28. Festivals fallen die ersten Tropfen, die schon bald einige der Wege in Matschfelder verwandeln sollen.

Abhilfe schafft erst der Kauf eines Plastikponchos am „Spendentor“. Er verdient den Aufkleber „gegen Regen“: Kaum am Stand gleich neben dem Spendentor erworben, schweigt der Himmel – wenn auch nur für einige Stunden. Sommerliche Gefühle wollen bei den meisten der mehreren tausend Besucher dennoch nicht aufkommen – das „Schnapswürfeln“ bleibt vorerst ebenso leer wie die vielen aufgestellten Liegestühle. Dafür sind die Hängematten in der Chill-Out-Zone bei der „Himmelwärts“-Bühne gut frequentiert, vor allem von schaukelwilligen Kinder und Teenies. Die finden sich auch zuhauf vor der Bühne „Baronesse“, wo Newcomer „Ferd“ den musikalischen Reigen auf einer der vier Bühnen mit dem symbolträchtigen „Ich bin mal weg“ eröffnet. Weg sind sie, die Youngsters, und hin.

Aber auch für alle anderen ist die „Breminale“ mit ihrer nur scheinbar chaotisch angeordneten Mischung aus mobilen Fressbuden, Infoständen und Bühnen eine kleine – und liebgewordene – Auszeit. Für die Gourmets, die gesellig ihren Schoppen schlürfen, die biertrinkenden Männercliquen, die Kinder, die ihre Eltern beim Hüftenschwingen mit Hulahoop-Reifen im Jonglierbereich alt aussehen lassen. Oder die eben bei Bands wie den Bremer Rappern von „Ferd“ oder ihren Hamburger Kollegen von „Liedfett“ in der ersten Reihe stehen. Denn das musikalische Angebot ist dieses Jahr wieder mindestens so vielfältig wie das kulinarische. Und das will in Zeiten von Handbrot, laktose- und glutenfreiem Cappuccino, veganen Burgern oder ökologisch-korrektem Curry schon etwas heißen.

Bereits der erste Abend wartet mit großartigen Entdeckungen wie der melancholisch-stimmungsgewaltigen „Mine“ oder dem satten isländischen Saxophonsound von „Toneron“ auf, aber auch Newcomern wie „Milliarden“ oder den gutgelaunten Österreichern von „We Walk Walls“. Für viele Besucher geht es jedoch nicht (nur) um Bands; es geht ums Kickern, sich beim Siebdruck „Refugees welcome“ auf die Jeansjacke sprühen zu lassen oder im „Wohnzimmer“ beim Musikquiz Coverversionen zu raten. Dort ist die Stimmung sowieso wieder am besten.

Also alles wie immer? Fast. Die Foodtrucks, die verstärkt auf den Osterdeich rollen, bringen zusätzliche Varianz. Und wer Angst hat verlorenzugehen, dreht nun nicht mehr am Glücksrad, um einen Ballon zu gewinnen und signalträchtig ums Handgelenk zu binden, bis er wieder einmal viel zu schnell platzt. Freunde lassen sich mobil wiederfinden, dank des freien W-Lans, das sogar funktioniert. Ob die ebenfalls neue App für Infos über Bands und Wetterwarnungen sich bewährt, muss sich noch zeigen. Damit sollen Informationspannen wie im Vorjahr vermieden werden, wo Besucher in einer Gewitterfront stundenlang vergeblich auf Einlass in die Zelte warteten.

So arg ist der Regen, der am Ende des Mittwochabends einsetzt, zum Glück dann doch nicht. Und zur Not gibt es ja immer noch den Regenponcho.

Die „Breminale“ dauert noch bis zum Sonntag und bietet rund 170 Veranstaltungen und Aktionen.

Breminale am Osterdeich beginnt mit viel Musik

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