Freimarkt: Im Bayernzelt herrscht eine Mordsgaudi / Schunkeln zur Liveband

Fünf Maß Bier in jeder Hand

Christa ist auf dem Freimarkt Kellnerin im Bayernzelt und trägt problemlos fünf Maß in jeder Hand – auch wenn auf dem Foto nicht alle zu sehen sind. ·

Bremen - Von Nina Seegers. Die zahlreichen Tische in dem knapp 3 000 Quadratmeter großen Bayernzelt sind alle komplett besetzt. Bei Schweinshaxe, Eisbein und einer Maß Bier singen und schunkeln die Gäste mit zur Volksmusik der Liveband.

Hart arbeiten muss hier hingegen das Personal, vor allem die Kellner rennen unermüdlich von einem Tisch zum anderen, um für das Wohl ihrer Gäste zu sorgen.

Christa aus Bayern ist eine von rund 40 Kellnern, die im Bayernzelt arbeiten. Die 57-Jährige trägt wie ihre Kolleginnen ein langes schwarzes Kleid, eine weiße Bluse darunter und eine grüne Schürze. Viele ihrer männlichen Kollegen sind derweil mit Lederhose und rot-weiß kariertem Hemd bekleidet. Eigentlich hat Christa gar keine Zeit, etwas über ihren Job zu erzählen, da gerade richtig viel los ist und so viele Bestellungen offen sind. Ohne stehenzubleiben, erklärt sie mit stark bayerischem Akzent: „Ja, jetzt im Moment bin ich richtig im Stress“, und nimmt auf ihrem Notizblock die Bestellungen auf. Sechsmal Pommes mit Schnitzel und Salat, dazu jeweils eine Maß Bier wollen die Männer.

Und auch am Tisch nebenan hebt schon wieder ein anderer die Hand. Es ist noch nicht einmal 19 Uhr, trotzdem ist die Party hier schon in vollem Gange – wie auf dem Oktoberfest herrscht eine Mordsgaudi. „Habt‘s Ihr noch zu trinken?“, fragt der Sänger der Liveband „Die Bamberger“ und stimmt das Lied „Ein Prosit der Gemütlichkeit“ an, zu dem gleich ein Großteil der Leute mitsingt. Eine größere Gruppe startet sogar eine Polonaise durch die Halle.

Christa eilt derweil zurück zur „Kellner-Ausgabe“ – Gäste haben hier keinen Zutritt, dafür sorgt ein Mann vom Sicherheitspersonal. „Der Gang muss hier freibleiben“, erklärt Christa. Denn alle paar Sekunden rauscht einer der Kellner mit einem riesigen Tablett voller Gerichte oder mit zehn Maß Bier in den Händen um die Ecke. Auch Christa trägt ohne Probleme in jeder Hand fünf Maßkrüge – das sind insgesamt rund 20 Kilogramm. „Wie viele Bier ich hier in einer Schicht heraustrage, kann ich wirklich nicht sagen“, so die 57-jährige Bayerin, „das ist ja auch ganz unterschiedlich, je nachdem, wie viel gerade los ist.“ Kurz darauf kommt sie mit einem großen Tablett, das sie auf der Schulter trägt, wieder aus der „Kellner-Ausgabe“ und serviert ihren Gästen die bestellten Speisen.

Auch, wenn viele der Gäste schon merklich einen über den Durst getrunken haben und manchmal den ein oder anderen dummen Spruch von sich geben, verliert Christa ihr Lächeln nie. Freundlichkeit wird im Service schließlich ganz groß geschrieben.

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