1906 die erste Bratwurst

In 980 Jahren zum beliebtesten Volksfest Norddeutschlands

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Der Bremer Freimarkt ist in 979 Jahren zur großen Nummer geworden.

Stopp! Erst eine Runde mit dem Riesenrad fahren, danach weiter schlendern und vielleicht Schmalzkuchen, Bratwurst oder Crêpes essen, wieder weiter gehen und ab ins nächste Fahrgeschäft – so oder so ähnlich könnte in den nächsten Tagen ein Besuch des 980. Freimarkts ablaufen. Doch wie sahen eigentlich die Anfänge des Bremer Volksfestes aus?

Bis ins Jahr 888 geht die Geschichte des Freimarkts zurück. Damals verlieh König Arnulf der Stadt Bremen das Münz- ,Markt- , und Zollrecht. 966 folgte schließlich das Recht einen Markt abzuhalten. Dieses Recht bestätige Konrad II. im Jahr 1025 mit einer Stiftungsurkunde. Es dauerte noch weitere zehn Jahre bis der erste Freimarkt in Bremen stattfand. Es war der 16. Oktober 1035 als wiederum Konrad der Stadt Bremen die Erlaubnis verlieh, einen Jahrmarkt in der Woche vor dem St. Willehadfest (achter November) abzuhalten. Er unterschied sich vom wöchentlichen Markt in der Hinsicht, dass die sonst geltenden Marktbeschränkungen ausgesetzt wurden. Ohne jede Beschränkung durften Krämer und Kaufleute nun die Waren anbieten. Der „Freimarkt“ war geboren.

Ab dem 15. Jahrhundert wurde das Markttreiben bunter. Wahrsager, Gaukler, exotische Tiere sowie später auch menschliche Skurrilitäten brachten eine Menge Unterhaltung. Dennoch war das heutige Familienfest über 800 Jahre lang hauptsächlich ein Warenmarkt. Der Wandel zu dem Fest, das wir heute kennen, begann schließlich im 19. Jahrhundert. Buden, Zelte und sogar Fahrgeschäfte hielten Einzug auf dem Bremer Freimarkt. 1809 begeisterte das erste Mal ein Schausteller mit einem Karussell. 1847 war „Hau den Lukas“ der Hit bei Arbeitern und im selben Jahr konnte man auch erstmals die berühmten schmackhaften Schmalzkuchen genießen. Die erste Bratwurst brutzelte Schlachtermeister Wilhelm Keunecke 1906 auf offenem Feuer.

Seit 1934 findet das heute mit über vier Millionen Besuchern beliebteste Volksfest Norddeutschland auf der Bürgerweide in Bremen statt. Zwar fällt während dieses zweiwöchigen Großereignisses der Nachmittagsunterricht an Schulen inzwischen nicht mehr komplett aus (bis 1875 genossen Schüler dieses Privileg), doch dieses Jahr haben die Bremer Schüler trotzdem Glück: Die zweiwöchigen Herbstferien liegen mitten in der Freimarktszeit, was bedeutet, dass der Freimarkt in vollen Zügen genossen und gefeiert werden kann.

Der Bremer Freimarkt ist zu einem der beliebtesten und modernsten Familienfeste geworden. Wer hätte das vor fast tausend Jahren wohl gedacht?

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